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International EU-Gründerstaaten fordern raschen Austritt der Briten

Nach dem Brexit-Entscheid diskutieren die Aussenminister der Gründerstaaten eine mögliche Weiterentwicklung der EU. Eine flexiblere Organisation ist das Ziel. Und: Die sechs Staaten fordern einen raschen Austritt der Briten.

Legende: Video Treffen in Berlin: «Europa beieinander halten» abspielen. Laufzeit 00:57 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.06.2016.

Die Aussenminister der sechs Gründerstaaten der Europäischen Union haben Grossbritannien zu einem raschen Austritt aufgefordert. Die übrigen EU-Staaten müssten nun die Möglichkeit haben, sich auf ihre Zukunft zu konzentrieren, sagte der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier in Berlin. Deshalb müsse das Austrittsverfahren schnell in Gang kommen.

Villa Borsig
Legende: Gemeinsam einen Weg aus der Krise finden: die Aussenminister im Garten der Villa Borsig in Berlin. Keystone

Auch der französische Aussenminister Jean-Marc Ayrault bezeichnete die rasche Einleitung des Austrittsverfahrens als dringlich, um eine Phase der wirtschaftlichen und politischen Unsicherheit zu vermeiden. Der britische Premierminister David Cameron habe sich für eine Volksabstimmung entschieden und müsse nun auch die Konsequenzen daraus ziehen.

Luxemburgs Ressortchef Jean Asselborn sagte: «Ich hoffe, dass wir jetzt kein Katz-und-Maus-Spiel spielen. Das britische Volk hat entschieden. Das muss jetzt umgesetzt werden.»

«Wir lassen uns dieses Europa nicht nehmen»

Zu den EU-Gründungsstaaten gehören neben Deutschland und Frankreich auch die Benelux-Staaten und Italien. Die sechs Staaten hatten 1957 die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) gegründet, die Vorläuferorganisation der EU.

Das Treffen sorgte bei anderen, nicht geladenen Mitgliedsländern für Kritik. Steinmeier beschwichtigte: Es würden in den nächsten Tagen «viele unterschiedliche Gespräche» stattfinden. «Man muss sich jetzt ein wenig zuhören und abtasten, wo die Erwartungen sind und wie gross die Spielräume sind.» Von dem Treffen solle die Botschaft ausgehen, «dass wir uns dieses Europa nicht nehmen lassen». Die EU sei ein weltweit einzigartiges «Erfolgsprojekt von Frieden und Stabilität», so Steinmeier.

Falsches Signal an übrige EU-Mitglieder?

Legende: Video «Einbezug aller angebrachter wäre gewesen denn je» abspielen. Laufzeit 00:25 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.06.2016.

Die Begeisterung in den übrigen EU-Mitgliedsländern über das Berliner Treffen der sechs Gründerstaaten halte sich gelinde gesagt in Grenzen, sagt SRF-Deutschland-Korrespondent Adrian Arnold: «Es steht für genau das, was so viele in der EU kritisieren: Ein paar Wenige geben die Richtung vor, die andern müssen folgen.»

Am Tag nach dem Brexit zeige gerade Deutschland als Gastgeber des Treffens und Führungsnation wenig Fingerspitzengefühl, kritisiert Arnold: «Heute wäre der Einbezug aller angebrachter gewesen denn je.»

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78 Kommentare

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  • Kommentar von Christophe Bühler ((Bühli))
    Abgehoben und fern des Volkes ohne Zivilcourage, geradezu diktatorisch reagieren die verantwortlichen Politiker in Brüssel auf eine demokratische Abstimmung in einem Ihrer Mitgliedsländer. Moralisch wohl kaum das Gelbe vom Ei
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  • Kommentar von Susanne Lüscher (Lol)
    Diese Politiker sind völlig abgehoben. Die meisten Leute sagen ja zu Europa aber nein zur diktatorischen EU. Nur diese Botschaft wollen Politiker wie Steinmeier und Co. nicht hören. Die halten sich für die Elite, welcher sich das Volk gefälligst unterzuordnen hat. Man darf gespannt sein, wie die Briten nun abgestraft werden. Friedensprojekt ist gut, die führen Europa auf Wunsch der USA in einen Krieg mit Russland
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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Typisch EU.. nicht die Gesamt-EU fordert, sondern wenige Gruenderstaaten nehmen sich das Recht... eine solche Forderung zu stellen!
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