Zum Inhalt springen
Inhalt

International EU rügt Musterschüler: Deutschland exportiert zu viel

Der hohe Exportüberschuss Deutschlands kommt in der EU schlecht an. EU-Kommissionschef José Manuel Barroso kündigt sogar eine eingehende Prüfung an. In Deutschland stösst dies auf heftige Kritik.

«Eins ist klar: Wir kritisieren nicht Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit oder dessen Exportleistung», sagte EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn. Im Gegenteil, fügte Barroso hinzu: «Wir hätten gerne mehrere Deutschlands in Europa.»

Es solle jedoch untersucht werden, ob Deutschland mehr tun könne, um die wirtschaftlichen Ungleichgewichte zwischen den EU-Ländern zu verringern. Als mögliche Schritte nannte der Kommissionschef eine Stärkung der Binnennachfrage und eine Öffnung des Dienstleistungssektors.

Seit Jahren in der Kritik

Deutschland steht seit Jahren wegen seiner starken Überschüsse im Aussenhandel international in der Kritik. Zuletzt war der Unmut über Europas Wirtschaftslokomotive immer lauter geworden, heftige Kritik kam auch von der US-Regierung.

Vergangenes Jahr exportierte Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes Waren im Wert von knapp 1096 Milliarden Euro und führte Güter für fast 906 Milliarden Euro ein. Der Überschuss in der Aussenhandelsbilanz betrug 2012 somit 190 Milliarden Euro.

Damit verstösst Deutschland gegen EU-Regeln: Demnach darf der Aussenhandelsüberschuss eines Landes im Durchschnitt von drei Jahren nicht über sechs Prozent liegen. Deutschlands Exportplus übersteigt jedoch seit 2006 diesen Wert – und wird dies der EU-Kommission zufolge auch bis mindestens 2015 tun.

Heftige Kritik in Deutschland

In Deutschland stösst die Untersuchung auf heftige Kritik. «Ausgerechnet die europäische Konjunkturlokomotive Deutschland bremsen zu wollen, würde ganz Europa international zurückwerfen», sagte ein Vorsitzender der CDU/CSU-Gruppe im Europaparlament.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Alex Bauert, Bern
    Nicht mehr als 6 % Handels-ÜBERSCHUSS? Müsste die Regel nicht heissen, nicht WENIGER als 6 % Handels-Überschuss? Klar, dass diese Rechnung weltweit nie aufgehen kann. Die EU mit Einheitswährung müsste endlich EIN Staat werden wie die USA. Dort ist Kalifornien der Wirtschaftsmotor als 8.grösste Wirtschaft der Welt. Griechenland wird Missouri / Mississipi, also Armutsgebiet von wo die Leute nach Kalifornien oder so ziehen. Spanien als Florida für die Alten? ;-)
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von S. Sugano, Therwil
    Die EU ist schon genug Peinlich und nun setzt der EU-Kommissionschef José Manuel Barroso noch einen Drauf... Tolle EU Regeln, welcher Mental Tiefergelegte mit Ueberrollbuegel im Gehirn hat den diese Regel erfunden??? Gut das wir nicht in dieser EU sind und an die Adresse der Linken resp. der SP: Wollt Ihr wirklich die Schweiz ins Verderben treiben?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Ha ha, da werden die fleissigen Deutschen von den EU-Bonzen für ihre starke Exportwirtschaft gerügt; ausgerechnet jene Wirtschaft soll sich bitte zurücknehmen, die dieses marode 'Friedensprojekt' EU zu grossen Teilen finanziert. Unfassbar! Und wir haben in der Schweiz immer noch EU-Turbos wie Burkhalter und die ganzen realitätsresistenten Sozis, die lieber gestern als erst heute in dieser gleichmacherischen EUdSSR Mitglied wären, damit auch die CH in den Genuss dieser Planwirtschaft käme.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen