EU speichert künftig Fluggastdaten

Nach langem Ringen haben sich die EU-Staaten auf die Eckpunkte zur Speicherung von Fluggastdaten geeinigt. Die Innenminister haben die Vereinbarung unterzeichnet – als Instrument zur Terrorbekämpfung. Die Daten werden zuerst für sechs Monate, danach anonymisiert für fünf Jahre gespeichert.

Passagiere gehen durch einen Flughafen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Schweiz sammelt bereits seit 2011 Daten von Flugpassagieren, die aus «Risikoländern» einreisen. Keystone

Fünf Jahre wurde verhandelt – jetzt ist eine Vereinbarung auf dem Tisch. Diese wird zwar nicht verpflichtend zum Gesetz gemacht, doch wollen alle EU-Staaten dies national so regeln. Nach den Anschlägen in Paris hatte unter anderem Frankreich die Speicherung der Daten gefordert.

Zusatzinhalt überspringen

Was wird gespeichert?

Persönliche Daten von Fluggästen wie Name, Kreditkartennummer und Essenswünsche sollen künftig auf Vorrat gespeichert werden. Davon betroffen sind innereuropäische Flüge sowie Charter-Flüge.

Nur so könnten zurückkehrende Dschihad-Kämpfer aus Syrien oder dem Irak aufgespürt und von ihnen ausgehende «Terror-Risiken» wirksam bekämpft werden, begründete der französische Innenminister Bernard Cazeneuve.

«Schlagkräftiges Instrument»

Nach fünf Jahren Verhandlungen sei endlich eine Einigung gefunden worden. «Das wird ein schlagkräftiges Instrument in den Händen unserer Behörden sein», sagte EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos.

Das EU-Parlament hatte diese Speicherung auf Vorrat aus Datenschutzgründen lange Zeit blockiert. Nach den Anschlägen gegen die französische Satire-Zeitung «Charlie Hebdo» im Januar gab es jedoch seinen Widerstand auf.

Wie in den USA: EU speichert Fluggastdaten

1:20 min, aus Heute um halb Fünf vom 04.12.2015

Reform von Europol

Die EU-Innenminister stimmten zudem einer Reform der Europol-Verordnung zu, um die Behörde stärker auf die Bedürfnisse im Kampf gegen Extremismus und grenzüberschreitende Kriminalität auszurichten. An Europol ist auch die Schweiz beteiligt.

Unter den Sicherheitsbehörden der Mitgliedsstaaten würden die Polizeibehörden so zu einem «Drehkreuz der EU beim Informationsaustausch», erklärte die Kommission. Das EU-Parlament muss der Änderung noch endgültig zustimmen.