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International Explosion vor deutschem Konsulat in Masar-i-Scharif

Ein Taliban-Selbstmordattentäter ist mit einem mit Sprengstoff beladenen Fahrzeug in ein Gebäude des deutschen Konsulats gerast. Der Anschlag ereignete sich in Mazar-i-Scharif im Norden Afghanistans und ist vermutlich ein Racheakt gegen einen Nato-Angriff auf die Taliban vergangene Woche.

Legende: Video Sechs Tote bei Selbstmordangriff in Afghanistan abspielen. Laufzeit 01:18 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 11.11.2016.

Auf das deutsche Generalkonsulat in der Stadt Masar-i-Scharif in Afghanistan ist ein Bombenanschlag verübt worden. Mindestens sechs Menschen wurden dabei getötet und mindestens 119 weitere verletzt, sagte der Leiter des Spitals in der Stadt. Alle vier Toten seien Afghanen.

Wie ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin erklärte, seien alle deutschen Mitarbeiter des Konsulats «sicher und unverletzt». Im Generalkonsulat sind etwa zwei Dutzend deutsche Mitarbeiter beschäftigt.

Selbstmordanschlag mit Sprengstoff-Fahrzeug

Ein Attentäter habe am Abend einen kleinen mit Sprengstoff beladenen Lastwagen in die Mauer des Gebäudes gerammt, erklärte Polizeichef Saied Sadat. Die Explosion sei so schwer gewesen, dass viele Fenster in der näheren Umgebung zerbrochen sein. Dies habe die meisten Verletzungen verursacht.

Der ehemalige BBC-Korrespondent Tahir Qadiry, Link öffnet in einem neuen Fenster in Mazar-i-Scharif postete auf Twitter ein Bild des angegriffenen Gebäudes. Es soll sich um einen brennenden Teppichmarkt neben dem Konsulat handeln.

Während des Angriffs sind laut Angaben der deutschen Bundeswehr in Potsdam auch Schüsse gefallen. Sie ist in Masar-i-Scharif verantwortlich für den Nato-Einsatz «Resolute Support» in Nordafghanistan. Dort sind rund 1000 deutsche Soldaten im Einsatz, weitere 1000 Soldaten kommen aus 20 Partnernationen.

Das deutsche Konsulat ist in einem Gebäude auf einem weitläufigen Anwesen untergebracht. Es ist von hohen Mauern umgeben und wird stark gesichert. Im deutschen Auswärtigen Amt sei nach dem Angriff noch am späten Abend eine Krisen-Task-Force gebildet worden, hiess es aus Berlin.

Feuer beim deutschen Konsulat in Masar-i-Scharif

Möglicherweise Taliban-Racheakt

Die radikal-islamischen Taliban haben sich zu der Tat bekannt. In einer im Internet veröffentlichten Stellungnahme erklärten sie, der Angriff sei ein Vergeltungsschlag für ein Bombardement in der Provinz Kundus. Vor einer Woche waren dort bei einem mutmasslichen Nato-Luftangriff auf die Taliban mehr als 30 Zivilisten getötet und 19 weitere verletzt worden.

Der Angriff löste international Kritik aus. Der Tod von Zivilisten sei nicht hinnehmbar und untergrabe die Bemühungen zum Aufbau von Frieden und Stabilität in dem Land, reagierte damals der UNO-Beauftragte für Afghanistan, Tadamichi Yamamoto.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Cherubina Müller (Fabrikarbeiterin)
    Deutschland führt gemäss dem ehemaligen Bp Horst Köhler in Afghanistan einen Wirtschaftskrieg (Horst Köhler am 22. Mai 2010 in einem Interview mit dem Deutschland-radio).Spiegel Online:Rekonstruktion vom Kunduz-Anschlag-Ein deutsches Verbrechen. Um die 100 Menschen, darunter auch viele Kinder, sollen dem Kunduz-Anschlag zum Opfer gefallen sein. Obwohl der verantwortliche Bundeswehr-Oberst gegen NATO-Regeln verstiess, wurde er später befördert. Deutschland: unbelehrbarer Täter oder Opfer?
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Der Anschlag der Taliban war ein geschäftlicher Fingerzeig. Sie haben damit ihren Anteil am Kuchen sichern wollen. Den Wenigsten in AF geht es um das Wohl der Bürger. Denn die Entscheidungsträger haben weder ethnische und kulturelle Wurzeln mit den Afghanen, wobei AF viele Ethnien beherbergt. Die Taliban sind im Kern fremde Besetzer, wie übrigens auch die NATO-Nationen. Einheimische Führer können in diesem Konzert mitheulen oder sie werden "ausgetauscht".
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    1. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      Die Taliban sind nichts anderes als Terroristen, wo man vergeblich angetreten ist, sie zu besiegen. Bereits die Russen haben sich in Afghanistan eine blutige Nase geholt und mussten sich gedemütigt vom Acker machen. Dasselbe blüht ihnen auch im Nahen Osten.
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    2. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      Ja gut, wenn es nach Trump geht, werden derartige US-und damit NATO-Einsätze künftig ohnehin obsolet. Ob das und die weltweite Schließung von ca. 1000 US-Militärbasen nun dem US- Militär, das damit freigesetzt und arbeitslos wird, passt, wage ich zu bezweifeln. Zumal Trump ja allen US-Soldaten und Veteranen das Blaue vom Himmel versprochen hat.
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    3. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      @M. Ch.: Haben sich nicht auch die Amerikaner dort eine blutige Nase geholt & haben ihre Truppen abgezogen? Und eure U. von der Leyen auch so eine Kriegsmutter ist, hat den Einsatz dort verlängert? Besser für D. wäre, sie würde ihre Kriegsspiele im trauten Heime spielen, wo sie keinen Schaden anrichten. Vermutlich würde sie anders handeln, wenn eines, oder mehrere ihrer Kinder dort stationiert wären. Aber eben, es sind ja nicht ihre.
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  • Kommentar von Shankara Acharya (Shankara)
    Passiert halt, wenn man in einem Land Krieg führt, in dem man eigentlich überhaupt nichts zu suchen hat !!
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    1. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      Ja gut und wenn man die Soldaten wie es die US-Amerikaner im Irak taten, von einem Tag auf den anderen abzieht, ist die Katastrophe perfekt.
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    2. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Auch die Amerikaner hatten im Irak nichts zu suchen. Ohne Einmischung Dritter, welche sich nicht in die Angelegenheiten in andere Länder einzumischen haben, gäbe es zwar auch Katastrophen, aber eben nicht so grosse. Fakt ist, dass alle diese Länder ihre Probleme schlussendlich selber lösen müssen.
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