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International Fast die Hälfte aller Syrer ist auf der Flucht

9,5 Millionen Syrer sind von ihrem Wohnort vertrieben worden. Davon leben drei Millionen als Flüchtlinge im Ausland, wie die UNO mitteilt. Das führt in den betreffenden Ländern zu Problemen.

Flüchtlinge erreichen ein Flüchtlingscamp in Jordanien
Legende: Flüchtlinge tragen ihre Habseligkeiten zu einem Flüchtlingscamp in der Nähe von Amman, Jordanien. Reuters

Der Krieg in Syrien dauert seit drei Jahren an – inzwischen ist fast die Hälfte der Einwohner auf der Flucht. Das teilt das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR mit. Es geht nach neusten Angaben davon aus, dass drei Millionen Syrer ins Ausland geflüchtet sind. Vor einem Jahr waren es noch zwei Millionen.

Weitere 6,5 Millionen Menschen seien innerhalb Syriens auf der Suche nach Sicherheit. Unter den entwurzelten Menschen seien sehr viele Kinder, teilte das Flüchtlingshilfswerk am Freitag mit. Insgesamt sind somit 9,5 Millionen Menschen vor der Kriegsgewalt geflohen – fast die Hälfte der syrischen Bevölkerung.

Syrische Flüchtlingskinder vor einem Flüchtlingscamp in der Nähe von Amman, Jordanien
Legende: Syrische Flüchtlingskinder spielen in einem Flüchtlingscamp in der Nähe von Amman, Jordanien. Reuters

Das Geld reicht nicht

«Die Krise in Syrien ist zum grössten humanitären Notfall unserer Zeit geworden, aber die Welt versagt dabei, den Menschen und den Ländern, in die sie flüchten, zu helfen», sagte der UNO-Flüchtlingskommissar António Guterres. Selbst grosszügige Angebote reichten nicht aus.

«Die bittere Wahrheit ist, es ist zu wenig», sagte Guterres. Zu den bisher gespendeten 3,1 Milliarden Euro würden zusätzlich bis Jahresende noch einmal 1,5 Milliarden Euro gebraucht, um die Flüchtlinge über den Winter zu bringen.

Ein Jahr lang auf der Flucht

Laut UNHCR passieren die Menschen die Grenzen immer öfter total erschöpft, im Schockzustand, völlig verängstigt und ohne Ersparnisse. Die meisten seien seit mindestens einem Jahr auf einer Odyssee von Dorf zu Dorf gewesen, bevor sie sich endgültig zur Flucht entschlossen haben.

Die Flucht selbst werde immer schwerer. Die Familien würden gezwungen, die Grenzposten zu bestechen oder Menschenschmuggler zu bezahlen.

Preise explodieren wegen Flüchtlingen

Inzwischen lebten im Libanon 1,1 Millionen syrische Flüchtlinge, in der Türkei 815'000, in Jordanien 600'000. Dort explodierten in einigen Regionen die Lebensmittelpreise. So koste ein Brot mehr als zehnmal so viel wie vor einem Jahr, berichtete die UNO weiter. Die Hilfsoperation sei inzwischen das grösste Projekt in der 64-jährigen Geschichte des Flüchtlingshilfswerks.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Egal wie stark eine Volkswirtschaft ist, es lassen sich nicht unbegrenzt Mittel zur Hilfe von Flüchtlingen bereitstellen. Die Frage sollte also sein, wie man mit einem begrenzten Budget so vielen Menschen wie möglich helfen kann. Die Aufnahme in Europa ist mit Abstand die teuerste Form. Bei der Aufnahmediskussion handelt es sich daher immer nur um ein Pflaster für das eigene Gewissen. Man hat ein paar Tausend Menschen geholfen, das muss reichen. Was mit den Millionen Anderen passiert, ist egal.
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    1. Antwort von A.Käser, Zürich
      B.K./Sehe dies genau so.Verantwortung für das eigene Leben und die gesellschaftlich organisierte Basis,fängt nicht erst dann an,wenn man lauthals um Hilfe schreien muss.Fragen,hinterfragen sich beteiligen(damit verbunden Allgemeinbildung)gehört ebenso dazu.Mit der Replikation allein,hat sich irgendein Sinn im menschlichen Leben,noch nicht von selbst erfüllt.
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    2. Antwort von B. Bedi, Alpnach
      Wie wäre es die syrischen Flüchtlinge über den Atlantik zu schiffen? Waren Die doch der Auslöser der ganzen Miesere. Ich bin dafür, dass wir syrische Flüchtlinge aufnehmen, aber nur Christen. Die Amis sind weit vom Schuss, aber die Rüstungsindustrie soll laufen. Wenn kein Geld mehr für die Eigene Armee da ist, lässt mann Andere einen Krieg in Eigeninteresse ausfechten. Gleichzeitig wird Europas Sozialwesen an die Wand gefahren.
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  • Kommentar von W.Ineichen, Luzern
    Schuld an der ganzen Misere ist letztlich der Islam.
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    1. Antwort von Kevin Jost, Volketswil
      Dies ist nicht der erste Kommentar von Ihnen dieser Art, den ich leider gelesen habe. Was ist mit Ihnen denn los? Ist das ein solch grosser Hass, der in Ihnen tobt, dass Sie nicht mal ansatzweise auf den Bericht eingehen und Ihrem Hass und Ihrer Aggression freien Lauf lassen? Was wollen Sie denn mit diesen Kommentaren bezwecken? Und was wissen Sie denn genau über den Islam? Lassen Sie mich raten: Nicht sonderlich viel, ausser dem, was Sie aus unauthentischen Quellen gehört haben.
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    2. Antwort von A.Käser, Zürich
      W.I./Islam,Christentum,Hokuspokus,egal was für Gugus,alle predigen den gleichen "Replikationswahn".Und alle zusammen mit dem gleichen,berechnenden Hintergrund.Von Macht,Geld,Gier,gesteuert.Nur nicht von Liebe.Die Einen schlachten die Andern und ihre menschlichen"Erzeugnisse" ab,damit sie sich selbst und ihre eigenen"Erzeugnisse"(angeblich)am Leben erhalten können.Auf welcher Bewusstseins- und damit verbundenen,Verantwortungsstufe leben wir?
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    3. Antwort von Eddy Dreier, Burgdorf
      Er versucht mit dieser plumpen Schuldzuweisung davon abzulenken, das die USA den Irak destabilisiert hat und die syrischen "Freiheitskämpfer" mit Waffen unterstützt hat.
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  • Kommentar von M. Tisserand, Schweiz
    Alle Länder müssen koordiniert zusammen dort, vor Ort, für Frieden sorgen, sonst hört das nie auf. Alle zu uns geht nicht, das ist offensichtlich!
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    1. Antwort von Eddy Dreier, Burgdorf
      Warum den? Die USA hat den Schaden angerichtet. Und sie sagt ja auch ständig, sie könnte das Problem in 3 Sekunden weg bombardieren. Warum also braucht es alle, wenn es für die USA ein Kinderspiel sei, und die USA die einzigen seien, die das können. Das heisst ja schliesslich, das wir das nicht können. Warum braucht es dann plötzlich "alle"?
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