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International Ferieninsel Kos mutiert zum Flüchtlingscamp

Auf der griechischen Insel Kos herrschen chaotische Zustände. Hunderte Migranten kommen täglich von der wenige Seemeilen entfernten türkischen Küste. Für die 7000 Flüchtlinge gibt es keine richtige Versorgung. Nun ist die Situation eskaliert. Mit Schlagstöcken gingen Polizisten gegen Migranten vor.

Legende: Video Flüchtlingssituation massiv verschärft abspielen. Laufzeit 01:27 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 12.08.2015.

Auf der griechischen Ferieninsel Kos kam es zu Zusammenstössen zwischen Polizei und Flüchtlingen. Mehrere Polizisten setzten Schlagstöcke gegen die Migranten ein, während andere Beamte die Menge mit einem Feuerlöscher am Verlassen eines Fussballstadions zu hindern versuchten.

Aus Polizeikreisen hiess es, zu den «Spannungen» sei es gekommen, als die Flüchtlinge in eine Polizeiwache einzudringen versuchten, um sich dort registrieren zu lassen. Die Polizei wollte dagegen, dass die Registrierung im Stadion passiert.

Demnach hatte die Polizei hunderte vorwiegend syrische und afghanische Flüchtlinge in das Stadion gebracht. Die Migranten hatten nach ihrer Überfahrt aus der Türkei teils mehrere Wochen an den Stränden und auf den Strassen der Insel übernachtet.

Hilferuf des Bürgermeisters

Die Behörden der kleinen Ägäis-Insel nahe der türkischen Küste sind mit dem massiven Zustrom an Flüchtlingen überfordert. Erst am Montag war ein Polizist suspendiert worden, der dabei gefilmt worden war, wie er einen Flüchtling ohrfeigte, der näher als erwünscht an die Polizeiwache herangekommen war.

Der Bürgermeister von Kos, Giorgos Kiritsis, warnte zuvor laut der Nachrichtenagentur ANA vor einem Blutvergiessen. «Die Lage auf der Insel ist ausser Kontrolle», sagte er im griechischen Fernsehen. Demnach befinden sich derzeit 7000 Flüchtlinge auf der 30'000-Einwohner-Insel.

Die meisten von ihnen wollen weiter nach Athen, bevor sie versuchen, andere EU-Länder zu erreichen. Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte vergangene Woche die EU zu Hilfe gerufen, da sein Land überfordert sei. Nach UNO-Angaben trafen seit Jahresbeginn knapp 124'000 Flüchtlinge in Griechenland ein.

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148 Kommentare

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  • Kommentar von Dölf Meier, Uster
    Das ist der Anfang vom Niedergang Europas! Afrika überflutet Europa und ihre Sozialsysteme. Das Geld und die Unterkünfte fehlen. Unzufriedenheit und Chaos breitet sich aus. Zehn Mächtige sind ohnmächtig und geben ihre Macht einem Diktator weiter.
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  • Kommentar von Moriz Stiefel, Bern
    Die grösste Flüchtlingskatastrophe seit dem 2. Weltkrieg und Europa schaut zu und tut nichts, wahnsinnig! Und der braune Filz traut sich mittlerweile ans Tageslicht, wenn das nur gut kommt...
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    1. Antwort von G. Niedermann, Zürich
      Europa tut sehr viel, d.h., jedes Land rüstet das Polizeikorp und die Armee auf. Dies um Aufstände unter Flüchtlingen und Bevölkerung im Bann zu halten. Da wird Blut fliessen. Schrecklich.
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    2. Antwort von Christa Wüstner, Reinach
      Ja Herr Niedermann, das ist schrecklich, aber das ist eine Aufrüstung. Selbstverständlich müssen die einzelnen Länder ihre Bevölkerung schützen. Aber was jetzt passiert ist der Beginn eines Krieges. Wenn Europa etwas ändern wollte, wären das andere Massnahmen. Diese Aufrüstung ist nichts weiter als Hilflosigkeit und ein nicht Wollen den Problemen gegenüber. Und das sicher auch unter dem Druck der USA, auch wenn ich jetzt wieder in irgend eine Schublade verbannt werde.
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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Es stellt sich jetzt die Frage, mit welchen Mitteln diese angeblichen Flüchtlinge dann, sollten sie hierzulande eintreffen, ihre Forderungen durchsetzen werden, die sie früher oder später stellen werden. Ob Bern und die Kantonsregierungen dafür bereits Szenarien in den Schubladen haben?
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    1. Antwort von Mary Roes, Zollikon
      Ja, die Szenarien sind in den Schubladen, siehe Artikel unter SRF NEWS SCHWEIZ: "Kantone haben den Ernst der Lage erkannt» Ein Ruck geht durch die Kantone: Flüchtlinge sollen es in Zukunft einfacher haben, eine Arbeit zu finden.
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