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International Fifa-Rekurskammer senkt Blatter-Sperre auf sechs Jahre

Die Rekurskammer der Fifa hat die Sperre von Joseph Blatter um zwei auf sechs Jahre gesenkt und das Urteil der Ethikkommission des Weltverbandes leicht korrigiert. Dem suspendierten Präsidenten reicht das nicht, er zieht den Fall an den internationalen Sportgerichtshof CAS weiter.

Blatter
Legende: Blatter will das Urteil vor den CAS ziehen und fühlt sich laut «L'Equipe» «vom lieben Gott verlassen.» Reuters

Die Sperren gegen den langjährigen Fifa-Präsidenten Blatter sowie Uefa-Chef Michel Platini sind von der Rekurskammer der Fifa auf sechs Jahre reduziert worden. In erster Instanz hatte die Ethikkommission Sperren von acht Jahren verhängt. Hintergrund der Urteile gegen die einst weltweit führenden Fussball-Funktionäre ist eine dubiose Überweisung Blatters von zwei Millionen Franken auf das Konto seines früheren Wahlkampfberaters.

Nach der Anhörung von Blatter und Platini sei die Rekurs-Kammer zum Schluss gekommen, dass in erster Instanz erhebliche strafmildernde Faktoren bei der Gewichtung der Strafen nicht gewichtet worden seien, heisst es in einer Mitteilung: «Die Berufungskommission war in dieser Hinsicht der Auffassung, dass die Arbeit und die Dienste von Michel Platini und Joseph S. Blatter über die Jahre für die Fifa, die Uefa und den Fussball im Allgemeinen angemessen zu würdigen seien [...]»

Bestehen bleiben die gegen die beiden verhängten Geldstrafen von 80'000 (Platini) respektive 50'000 Franken (Blatter).

Blatter reagierte umgehend auf das Urteil der zweiten Instanz: «Ich bin tief enttäuscht von der Fifa-Rekurskommission. Selbstverständlich ziehe ich den Fall ans CAS weiter», lässt der Walliser verlauten.

Blatter trotz Reduktion der Sperre nicht beim Kongress

Wenn die Fifa-Delegierten am Freitag im Zürcher Hallenstadion Blatters Nachfolger wählen und über grundlegende Strukturreformen entscheiden, wird der 79-Jährige trotz der Reduktion fehlen. Der Walliser ist zum Kongress nicht zugelassen.

Dort wird sein Nachfolger definitiv nicht in gläsernen Wahlkabinen gewählt, wie es Kandidat Prinz Ali bin al-Hussein gefordert hatte. Der CAS lehnte dessen Antrag heute ebenso ab, wie die Forderung, den Kongress zu verschieben.

Der ehemalige Vizepräsident des Weltverbands aus Jordanien hatte sich von transparenten Wahlkabinen geringere Möglichkeiten der Einflussnahme auf die stimmberechtigten Vertreter der Fifa-Mitgliedsverbände versprochen.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von U.E. Romer (romeru)
    Ein bisschen Kosmetik beim Strafmass. Dieses Vorgehen wirft ein schlechtes Licht auf die Ethikkommission. Wenn schon den "ganzen Laden" ausmisten, dann auch die Herren dieser Kommission. Es stinkt in allen grossen Sportgremien nach Korruption.
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  • Kommentar von Hans Ochsner (Hans Ochsner)
    Naja: Was wissen wir denn um eine Meinung zu bilden? Gar nichts! Das Ganze scheint mir je länger je mehr ein himmeltrauriges Spiel in welchem die USA einmal mehr eine äusserst fragwürdige Rolle haben. Und die Schweizer Justiz eine fast lächerliche Figur macht! Belastende Fakten wären hilfreich, aber offensichtlich gibt es sie nicht, sonst lägen sie längst auf dem Tisch.
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  • Kommentar von Adrian Flükiger (Ädu)
    Klar doch, vom FIFA-Sepp ist nichts anderes zu erwarten. Schlimm nur, dass ihn die Schweizer Justiz nicht durch die Mangel dreht, wie sie das sonst mit solchen Figuren zu tun pflegt. Das ist Kuscheljustiz in der elendesten Form - aber ganz nach den Vorstellungen der SVP.
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