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International Flüchtlinge aus Eritrea: Zahlen und Fakten

Seit über 20 Jahren herrscht Isaias Afeworki und seine Peoples Front for Democracy and Justice (PFDJ) in Eritrea mit eiserner Hand. Kritiker werden eingekerkert und gefoltert. Wer kann, verlässt das Land. Auch in die Schweiz.

Legende:
Asylsuchende nach Nationen Die Eritreer machen einen grossen Teil der Asylsuchenden in der Schweiz aus. Hier einige Vergleichswerte: Personen im Asylprozess in der Schweiz. SEM (Stand 31.12.2014)

Isaias Afeworki und seine Partei Peoples Front for Democracy and Justice (PFDJ) stehen in Eritrea für Angst und Schrecken. Seit 1991 regieren sie das Land. Wahlen gab es nie. Eine Verfassung gibt es zwar, sie trat aber nie in Kraft.

Afeworkis Mittel ist die Repression. Wer die Regierung kritisiert oder nur schon dessen verdächtigt wird, kommt ohne Verfahren ins Gefängnis. Dort wartet Folter. Angehörigen von Regimekritikern droht das gleiche Schicksal. Eine unabhängige Presse gibt es schon lange nicht mehr.

1998 bis 2000 war Eritrea im Krieg mit Äthiopien. Streitpunkt: die gemeinsame Grenze. Seither gilt für alle Eritreer Armeepflicht. Zeitlich unbeschränkt – auch für Frauen.

Vor diesem Hintergrund sehen viele Eritreer nur einen Ausweg: fliehen. Die meisten kommen in Booten über das Mittelmeer. Diese Flüchtlingsboote landeten in den letzten Jahren immer zahlreicher in Italien. Entsprechend steigt die Zahl der Asylsuchenden – in Europa und in der Schweiz.

Viele Flüchtlinge landen in der Schweiz. Per Ende 2014 standen fast 10'000 Eritreer in einem Asylprozess. Das sind bedeutend mehr als bei der zweitgrössten Gruppe. 7041 Menschen aus dem kriegsversehrten Syrien beantragten Asyl.

Aufgrund der Menschenrechtslage in Eritrea gelten fast alle als Flüchtlinge. Sie werden in der Schweiz aufgenommen. Und: «Es ist anzunehmen, dass sie in der Schweiz bleiben», sagt Martin Reichlin vom Staatssekretariat für Migration.

Legende:
Asylbewerber aus Eritrea Seit die Zahl der Flüchtlingsboote auf dem Mittelmeer wächst, nimmt auch die Zahl der Flüchtlinge aus Eritrea in der Schweiz zu. 2006 wurde Desertion als Asylgrund anerkannt, was die plötzliche Zunahme erklärt. SEM

10 Kommentare

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  • Kommentar von Azieb Tekle, stuttgart
    Diese Leute sind integriebar sie wollen Arbeiten und ihre Geld selber verdienen,sind nicht faul und nicht dumm sie wissen was sie wollen nur zur Info.
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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Diese Eritreer-Invasion ist schlicht und einfach nicht akzeptabel. Nicht nur läuft hier Asylbetrug im ganz grossen Stil (viele von ihnen reisen via Drittländer wieder in ihre Heimat ein, um dort Ferien zu machen!), diese Leute sind mit wenigen Ausnahme nicht integrierbar und auf dem Arbeitsmarkt nicht zu gebrauchen. Dass der CH-Steuerzahler diese Sozialhängematte-Profis ein Leben lang durchfüttern und versorgen soll, ist ein absolutes No-Go.
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    1. Antwort von R. Graf, SO
      Die Eritreer die jeden Monat zu tausenden aus ihrer Heimat fliehen, erwartet bei einer tatsächlichen Rückkehr kein Heimaturlaub, sondern Knast und Folter. Sie dürfen sicher sein, dass diese kein Interesse an einem Urlaub in Eritrea haben. Nicht leicht zu integrieren sind sie in erster Linie aufgrund fehlender Sprachkenntnisse. Hier sind beide Seiten gefordert. Es gibt wunderbare Beispiele einzelner Gemeinden, die nicht nur Integration fordern, sondern auch fördern.
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  • Kommentar von M. Roe, Gwatt
    Die westliche Welt scheint nicht zu bemerken, dass gerade sie der Auslöser für die verheerenden Zustände in vielen Ländern ist. Es wird immer einfacher für extreme und radikale Machthaber und Gruppen in ganz Afrika, Syrien, Irak usw. ein Horror-Regime aufzubauen + die Menschen zu vertreiben. Der Westen, EU, die Schweiz usw. nehmen die, die flüchten können auf, und zu Hause können die Tyrannen das Steuer ganz übernehmen da es nur noch die Schwachen und die Radikalen gibt. Neue Staaten entstehen.
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    1. Antwort von A.Käser, Zürich
      M.R./Wen meinen Sie genau mit der westlichen Welt?Die Jesuiten,welche seit Jahrhunderten am Werk sind?Oder die Sennen und Kuhhirten auf ihren Alpen?Oder die immer wieder für dumm verkaufte Bevölkerungsmehrheit?
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    2. Antwort von Thomas Arie, München
      Verstehe Ihren Kommentar nicht. In dem Artikel geht es spezifisch um Flüchtlinge aus Eritrea- und ausschliesslich um Eritrea. Dann erklären Sie mir doch mal als Eritreer, inwiefern die westliche Welt für die Flucht meiner Landsleute aus Eritrea bzw. für die Zustände vor Ort verantwortlich ist. Wo ist da der Zusammenhang?
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