Zum Inhalt springen

International Frankreich lehnt Alleingang in Syrien ab

Die Meinungen zu den Aussagen von Präsident Barack Obama sind geteilt: Während Frankreich nichts ohne die USA unternehmen will, warnt der Iran die USA vor einer «Abenteuerpolitik».

Legende: Video Eine Einschätzung der Aussagen Obamas abspielen. Laufzeit 2:05 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 31.08.2013.

Grossbritannien ist nicht dabei, Frankreich schon. Als bisher einziges Land will die Regierung von François Hollande die USA bei einem Militärschlag gegen Syrien unterstützen.

US-Präsident Barack Obama verkündete am Samstagmittag (Ortszeit), bereit dafür zu sein. Die beiden Parlamentskammern des US-Kongresse müssen dem Vorhaben nur noch zustimmen. Mit einem Entscheid ist allerdings nicht vor dem 9. September zu rechnen, wenn die Sommerpause des Parlaments offiziell zu Ende ist.

Bis dahin wird auch Frankreich nichts unternehmen. Ein Alleingang käme nicht in Frage, erklärte der französische Innenminister Manuel Valls in einem Radio-Sender. «Frankreich kann das nicht alleine machen. Wir brauchen eine Koalition.»

Am Montag will die Regierung führende Parlamentarier über die Entwicklung im Syrien-Konflikt informieren. Das französische Parlament berät dann am Mittwoch, ob es sich an einen Militärschlag gegen Syrien beteiligen wird. Laut Verfassung ist es aber der Präsident, also Hollande, der darüber entscheidet.

Opposition hofft, Israel bangt, Iran warnt

In Syrien nahm inzwischen die Opposition zu den Äusserungen Obamas Stellung. Sie ist enttäuscht, dass sich der Präsident absichern will und erst angreift, wenn der US-Kongress grünes Licht gibt.

Die Opposition rechnet aber damit, dass die Abgeordneten einem Angriff auf die Truppen von Staatschef Baschar al-Assad zustimmen werden.

In Israel dauert die erhöhte Alarmbereitschaft ungeachtet der neuen Obama-Strategie an. Verschiedene Raketenabwehrsysteme seien aufgestellt und einsatzbereit, meldete der Rundfunk. Zum Schutz des Grossraums Tel Aviv mit mehr als drei Millionen Einwohnern steht ein Abwehrsystem des Typs Eisenkuppel bereit. Die Verteilung von Gasmasken an besorgte Bürger ging auch am Sonntag weiter.

Der Iran warnte Barack Obama vor einem Angriff in Syrien. Die USA sollten realistisch handeln und diplomatischen Bemühungen Vorrang geben, sagte die iranische Aussenamtssprecherin Marsieh Afcham in Teheran. «Eine militärische Option wird keinen Gewinner haben, daher sollte man jegliche Abenteuerpolitik meiden, um die Krise nicht weiter eskaliere zu lassen.»

Der Iran steht im Syrien-Konflikt auf der Seite von Assad, Teherans engstem Verbündeten im Kampf gegen den Erzfeind Israel. Der Iran ist vehement gegen einen westlichen Militäreinsatz in Syrien.

Reaktion von Papst Franziskus

Gegen einen Angriff ist Papst Franziskus. Er forderte ein Ende der Gewalt und warnte vor möglichen Militärschlägen. «Es ist niemals der Einsatz von Gewalt, der den Frieden bringt», sagte der Pontifex auf dem Petersplatz in Rom. «Nie wieder Krieg», rief er den Pilgern zu.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

9 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Iwan Fuchs, Pittsburgh, PA USA
    Man kann doch so einen nicht weitermachen lassen. Frankreich und die USA sind die Einzigen die es auch so sehen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @Iwan Fuchs: Wenn die USA u. FR so dumm sind und sich von den Saudis u. den weiteren sunnitisch dominierten Staaten an der Nase herumführen lassen, ist es die Pflicht u. Schuldigkeit dieser beiden Staatsmänner für Lösungen zu suchen resp. Flüchtlinge aufzunehmen. Libanon hat bis jetzt ca. 700'000 aufgenommen, Jordanien auch jede Menge und die Saudis??? Die senden lieber Waffen u. verlängern somit das Leider der Zivilbevölkerung Dasselbe gilt für die Golfstaaten.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Alain Bersen, Geneve
    Frankreich kann Wein produzieren, Algerier ernähren, schlecht Fussball spielen - aber sicher nicht einen Krieg führen gegen einen befreundeten Gegner.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von werner Wyssmann, 4552 Derendingen
      "gegen einen befreundeten Gegner" - der ist gut! Und warum muss ich, wenn ich Monsieur H sehe und höre, immer an die wundersamen Abenteuer des Tartarin de Tarascon denken....!?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Christoph Blatter, Bachenbůlach
    Was dem Volk in Syrien zugemutet und angetan wird darf nicht ungesühnt bleiben. Erinnern wir uns an andere Diktatoren welche die Ungerechtigkeit in Person waren und ebenfalls zur Rechenschaft gezogen wurden. Ob da ein Angriff die rechte Methode ist bezweifle ich, weil wieder Unschuldige, Frauen und Kinder in Mitleidenschaft gezogen würden.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen