Freiburger Beichtstuhl auch für Geschiedene

«Kommet, ihr Sünder!», titelte Spiegel Online gestern. Der Grund: Deutsche Katholiken reagieren auf die jüngsten Äusserungen des Papstes. So will beispielsweise die Erzdiözese Freiburg geschiedenen und wiederverheirateten Katholiken den Zugang zu Sakramenten wie Taufe oder Beichte eröffnen.

Die Erzdiözese Freiburg im Breisgau verschickt diese Woche eine sogenannte Handreichung an ihre Kirchgemeinden, welche die Situation von wiederverheirateten Katholiken verbessern soll. Bisher galt die Wiederverheiratung als Sünde.

Wiederverheirateten waren die Sakramente der Kommunion, Taufe, Firmung und Beichte bisher verweigert worden, ebenso der Zugang zu kirchlichen Ämtern. In der Handreichung der Erzdiözese Freiburg wird nun empfohlen, auf Wiederverheiratete zuzugehen und ihnen nach eingehenden seelsorgerischen Gesprächen die Sakramente wie auf den Zugang zu bestimmten kirchlichen Ämtern zu ermöglichen.

Freiburg ist die zweitgrösste Diözese in Deutschland. Ihr Domdekan, Andreas Möhrle, berief sich mit dieser Empfehlung auf die jüngsten Äusserungen des Papstes und der deutschen Bischofskonferenz, die beide gefordert hatten, auf Geschiedene und Wiederverheiratete zuzugehen. Er sagte, die Kirche könne es sich angesichts der hohen Scheidungsrate nicht mehr leisten, diese Menschen auszuschliessen.