«Frühling in Athen – Nebel in Brüssel»

Griechenlands Finanzminister Varoufakis düpiert auf der Eurogruppen-Sitzung seine Amtskollegen. Er lässt in letzter Minute eine Abschlusserklärung platzen. In den Zeitungen vieler EU-Länder herrscht eher Unverständnis. Doch wie sieht es in der griechischen Medienlandschaft aus?

Der vergebliche Anlauf der Eurogruppe, einen gemeinsamen Kurs für die finanzielle Rettung Griechenlands zu finden, beschäftigt am Donnerstag die griechischen Zeitungen:

«Thriller und Verwicklungen», titelt die konservative Zeitung «Kathimerini». Griechenland stehe nun vor einem kritischen Wendepunkt. Mässigung seitens der Regierung der Linken sei notwendig, meint das Blatt.

Kritik von der politischen Mitte

Die Zeitung der politischen Mitte «Ta Nea» titelte: «Erste Runde ohne Ergebnis». «Die (griechische) Regierung konnte nicht überzeugen, dass sie ein reelles Programm hat. Die Geldgeber bestehen auf die Verlängerung des existierenden Programms und Athen will ein neues ohne die Auflagen des alten haben.»

Das Boulevardblatt «Ethnos» schätzt, nun sei alles möglich. «Verlängerung der Agonie (Qual)», titelt das Blatt. Beides, ein Bruch oder eine Einigung, seien nun möglich.

Lob von links

Das linke Blatt «Efimerida ton Syntakton» titelt dagegen: «Frühling in Athen - Nebel in Brüssel». Das Blatt hebt hervor, dass Zehntausende Griechen in allen Städten des Landes für ihre Regierung und das Ende der Austerität demonstriert haben.

Die konservative Zeitung «Eleftheros Typos» meint: «Bruch mit Brüssel - Streit darüber, wie man das neue Sparprogramm taufen soll.» Es gebe Hoffnungen für eine Einigung am Montag.