Geld immer weniger wert: Argentinier streiken

Leere Bahnhöfe, Protestumzüge in den Strassen: Viele Argentinier haben gestern gestreikt, um gegen die steigende Inflation zu protestieren. Es war bereits der zweite Streik innerhalb eines Jahres.

Leerer Bahnhof in Buenos Aires, Argentinien Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Züge blieben aus, die Passagiere auch: leere Perrons im Bahnhof Retiro in Buenos Aires. Keystone

Ein Generalstreik gegen die immer höhere Inflation hat Argentinien am Donnerstag teilweise lahmgelegt. Drei der fünf Gewerkschaftsverbände des südamerikanischen Landes hatten zu dem Ausstand aufgerufen.

Sie wollten damit gegen die immer schneller steigenden Preise protestieren, sowie gegen Entlassungen und Kurzarbeit in der Privatwirtschaft. Die voraussichtliche Jahresinflation wird auf rund 30 Prozent geschätzt.

In der Rezession

Die Wirtschaftslage Argentiniens verschlechtert sich seit Jahren. Seit März befindet sich das potenziell wohlhabende Land nach Angaben der Regierung von Präsidentin Cristina de Kirchner auch offiziell in einer Rezession. Als Gründe sehen viele Argentinier die weit verbreitete Korruption und Misswirtschaft.

Während in der Millionenmetropole Buenos Aires einige U-Bahnlinien und die Vorortzüge sowie landesweit viele Flugverbindungen betroffen waren, beteiligten sich die Busfahrer nicht an dem Streik. Der Autoverkehr kam teilweise zum Stillstand, weil Streikposten für einige Stunden wichtige Strassen und Kreuzungen blockierten.

Bereits der zweite Streik

Die Banken blieben geschlossen. Die Industrie-Gewerkschaften nahmen an dem Protest nicht teil. Kabinettschef Jorge Capitanich sagte, nur 25 Prozent der Arbeitnehmer hätten sich dem Streik angeschlossen oder wegen des Ausstandes ihre Arbeitsplätze nicht erreichen können.

Der Generalsekretär des oppositionellen Gewerkschaftsdachverbandes CGT, Hugo Moyano, betonte jedoch bei einer Pressekonferenz, der Streik habe mehr als 80 Prozent der Arbeitsplätze lahmgelegt. Es war der zweite Generalstreik in fünf Monaten gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung.