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International Griechen berechnen Budget anders als ihre Kreditgeber

Griechenlands Staatshaushalt: Das Parlament stimmt einem ausgeglichenen Voranschlag zu. Nach Berechnung internationaler Institutionen hingegen entsteht 2015 in Griechenland ein Defizit.

Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras
Legende: Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras nimmt Gratulationen zur gewonnenen Budgetabstimmung entgegen. Keystone

Das griechische Parlament hat in der Nacht zum Montag dem Haushaltbudget für 2015 zugestimmt. Für den Budgetvoranschlag votierten 155 Abgeordnete, 134 Parlamentarier stimmten dagegen. Griechenland und die internationalen Geldgeber gehen indes von unterschiedlichen Zahlen aus.

Die griechische Regierung spricht von einem ausgeglichenen Budget und einem erwarteten Wirtschaftswachstum in Höhe von 2,9 Prozent. Die sogenannte Troika aus EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) rechnet mit anderen Zahlen und geht von einem Haushaltsdefizit in Höhe von mindestens 2,5 Mrd. Euro aus.

Opposition fordert Neuwahlen

Die Verhandlungen der Troika mit Athen sind aus diesem Grund festgefahren. Athen lehnt weitere Sparmassnahmen, wie sie die Troika fordert, aus Sorge vor neuen Protesten und politischer Destabilisierung ab. Die linke Opposition fordert bereits vorgezogene Parlamentswahlen.

Mit dem Problem wollen sich am Montagnachmittag die Euro-Finanzminister befassen. Es stehen noch 1,8 Milliarden Euro im Rettungsprogramm der Europäer für Athen bereit. Dieses Geld kann voraussichtlich wegen der Verzögerungen nicht mehr dieses Jahr fliessen. Die griechische Regierung erhofft sich dagegen noch im Dezember weitere Zuwendungen.

7 Kommentare

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  • Kommentar von Jury Maligan, Chiang Mai
    Beschiss um politisch zu überleben, das war schon bei der Einführung des EURO in Griechenland (und anderen Südländern) so! Das Kartenhaus wird in naher Zeit zusammenbrechen.
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  • Kommentar von Edi Steinlin, Zürich
    Die EU vor allem die deutschen haben es bis heute nicht gelernt wie man mit den Griechen und anderen Pleitestaaten redet. Es bleibt nichts anderes übrig als zu zahlen, also zahlt.
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    1. Antwort von Werner Christmann, Stein am Rhein
      Nicht ganz, Edi Steinlin, die südlichen EU-Länder werden systematisch enteignet. Hätten die noch eine eigene Währung könnten sie sich durch Abwertung derselben dagegen wehren.
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  • Kommentar von P Zunger, Basel
    Was will man da nachvollziehbare Transparenz. Es geht doch um "EU Prinzipien", da wird sich im EU Brüssel niemand erdreisten, schöngerechnetes Griechisches Budget in Frage zu stellen. Mit den an sich verbindlichen staatlichen Verschuldungsobergrenzen für Euro Währung hat schon jedes EU Land z.T. über Jahre geschummelt. Was da noch hinter den Kulissen im EU Brüssel getrieben wird, möchte man schon gar nicht wissen, das entgeht jeglicher Kontrolle.
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