Griechenlands Staatsdiener legen die Arbeit nieder

Lange hat die griechische Regierung die Reformen im öffentlichen Dienst vor sich her geschoben. Nun macht sie Ernst: Bis Ende kommenden Jahres sollen 15'000 Staatsbedienstete entlassen werden, 4000 noch in diesem Jahr. Die Betroffenen wollen das nicht hinnehmen. Sie streiken.

In Athen demonstrieren Staatsbeschäftigte gegen die Auslagerung ihrer Jobs an private Firmen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In Athen demonstrieren Staatsbeschäftigte gegen die Auslagerung ihrer Jobs an private Firmen. SRF/EVN

Nach den Lehrern haben in Griechenland nun auch Behördenmitarbeiter, Ärzte und Bahnangestellte die Arbeit niedergelegt. Zahlreiche Beschäftigte des öffentlichen Dienstes schlossen sich den Protesten gegen die geplanten Massenentlassungen an. Ihr 48-stündiger Ausstand steht unter dem Motto «Dauerkampf gegen die Sparpolitik».

Im Zentrum der Hauptstadt Athen brach wegen zahlreicher Protestkundgebungen der Verkehr zusammen. Die Demonstranten skandierten: «Wir sind Menschen, keine Zahlen». Vom Streik betroffen sind neben Schulen auch zahlreiche Behörden, die Bahnen, Gerichte und Museen. Die Ärzte in den staatlichen Spitälern behandeln für die Dauer des Streiks nur Notfälle.

Die griechische Regierung hat angekündigt, bis Ende 2014 15'000 Staatsbedienstete entlassen zu wollen. 4000 Stellen sollen noch in diesem Jahr wegfallen. Die Europäische Union – einer der Geldgeber des griechischen Staates – hat weitere Reformen gefordert, insbesondere im Staatssektor und im Steuerwesen.

Kommissionspräsident José Manuel Barroso sicherte zu, das Hilfsprogramm nötigenfalls anzupassen. Die Troika aus Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds müsse aber zunächst die Umsetzung des laufenden Programms prüfen.