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Schlag gegen Salafisten Grossrazzia gegen IS-Anhänger in Deutschland

Mit einer Grossrazzia in mehreren deutschen Bundesländern sind die Polizeibehörden gegen mutmassliche Unterstützer der Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) vorgegangen. Es wurden über 200 Wohnungen und Büros durchsucht.

Legende: Video Islamisten-Verbot in Deutschland abspielen. Laufzeit 1:48 Minuten.
Aus Tagesschau vom 15.11.2016.
  • Bei einer Grossrazzia in zehn deutschen Bundesländern ist die Polizei gegen mutmassliche Unterstützer der Terrormiliz IS vorgegangen.
  • Hunderte Polizisten durchsuchten über 200 Wohnungen und Büros von Organisatoren und Anhängern der radikal-salafistischen Vereinigung «Die wahre Religion». Diese stehen hinter der umstrittenen Koran-Verteilaktionen «Lies!» in deutschen Städten.
  • Der Verfassungsschutz wirft führenden Akteuren und Sympathisanten der Vereinigung «Die wahre Religion» vor, den bewaffneten Dschihad und Terroranschläge zu verherrlichen. Zudem habe die Vereinigung ein bundesweit einzigartiges Rekrutierungs- und Sammelbecken für Dschihadisten aufgebaut.
  • Laut Informationen der Nachrichtenagentur dpa hat Deutschlands Innenminister Thomas de Maizière (CDU) die Vereinigung «Die wahre Religion» und die von ihr unter dem Titel «Lies!» organisierten Koran-Verteilaktionen in Fussgängerzonen verboten. Die Behörden halten sie für verfassungswidrig und gegen den Gedanken der Völkerverständigung gerichtet.

Schwerpunkte der Polizeieinsätze waren Hessen mit knapp 65 Durchsuchungen – darunter 15 in Frankfurt am Main – sowie Nordrhein-Westfalen und Bayern mit jeweils fast 35 Polizeiaktionen. In Niedersachsen durchsuchten die Beamten über 20 Liegenschaften, in Berlin fast 20, in Baden-Württemberg gut 15, in Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz und in Hamburg je etwa 5 und in Bremen eine.

Vermögenswerte beschlagnahmt

Eine Woche nach einem Schlag der Behörden gegen Top-Islamisten, bei der unter anderem ein Chefideologe der deutschen Salafisten-Szene verhaftet wurde, wurden im Rahmen der aktuellen Aktionen keine spektakulären Festnahmen erwartet. Vielmehr ging es darum, Vereinsvermögen zu beschlagnahmen und Beweismittel sicherzustellen, so die Behörden. Darüber hinaus habe man ein weiteres Zeichen gegen die Aktionen der Radikal-Salafisten setzen wollen.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz beziffert die Zahl radikal-islamistischer Salafisten in Deutschland bis Ende Oktober auf 9200. Das Potenzial islamistisch-terroristischer Personen wird auf 1200 Männer und Frauen geschätzt.

140 «Lies!»-Aktivisten nach Syrien und Irak gereist

Bis Ende vergangenen Monats waren nach Angaben der Sicherheitsbehörden 870 Menschen aus Deutschland in die IS-Kriegsgebiete in Syrien und im Irak ausgereist. Darunter befanden sich etwa 20 Prozent Frauen. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen sind dabei mindestens 140 «Lies!»-Aktivisten und Unterstützer aus Deutschland nach Syrien und in den Irak gereist, um sich der IS-Terrormiliz anzuschliessen.

24 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Mein 4. (!) Versuch, eine persönliche Meinung zum Bericht zu äussern: Alle Achtung vor der Deutschen Regierung! Im nördlichen Nachbarland handeln politische Behörden, wenden bestehende Gesetze an und versuchen die unheilvollen, radikalen Islamisierungs-Propagandas zu stoppen! Viele "unbeliebte" Politiker und deren Partei, die seit vielen Jahren auf die Gefahren und militanten Handlungen der eingewanderten Kulturen und Religionen hinweisen und Abhilfe verlangen, bekommen immer deutlicher Recht!
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Endlich wird durchgegriffen - sonst macht es die AFD im 2017 aber dann sehr gründlich !
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    1. Antwort von Urs Müller (Confoederatio)
      Die AfD kann schreien, wie sie will. Aber das Gesetz ist sie nicht. Und neue Gesetze sind frühestens am Tag ihrer Veröffentlichung gültig und können erst dann angewendet werden.
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    2. Antwort von Michael Räumelt (Wirtschaftskanzlei)
      Müller, hierzu bedarf es überhaupt keine neuen Gesetzte, es müssen die vorhandenen nur konsequent umgesetzt werden und diese reichen völlig aus.Kommt immer darauf an welches Parteibuch der Richter hat.
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  • Kommentar von Urs Graf (U.Graf)
    D hat wohl Angst, dass die US Geheimdienst Daten versiegen könnten, resp. nicht mehr einfach so zu bekommen sind. Lieber noch räumen solange Obama noch am Ruder ist. Wie man vor kurzem las, hatte der IS "Flüchtlinge" im Asylverfahren trainiert. Was der normale Mensch schon lange sah, wird immer mehr offenbar. Und das ist erst die Spitze des Eisbergs
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    1. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      Infos des US-Geheimdienstes waren wenig hilfreich und meistens ein Schlag ins Wasser. Von reellen Gefahren wurden wir, wie von Vorkommnissen der letzten Zeit ersichtlich, von den USA nicht informiert. Profitiert haben vor allem die USA vom deutschen Bundesnachrichtendienst.Diese Quelle wird, wenn Trump so weitermacht, für die USA versiegen. "Die wahre Religion" hätte man schon längst verbieten können. Akquise von Terroristen bei Abgabe des Koran praktiziert "Wahre Religion" schon seit langem.
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    2. Antwort von Urs Graf (U.Graf)
      MC: "Infos des US-Geheimdienstes waren wenig hilfreich und meistens ein Schlag ins Wasser" Was sie nicht alles wissen.. Ich für meinen Teil habe mehrmals gelesen, dass der US Geh.Dienst D, F, usw. gewarnt habe, dass... Zudem die NSA ist der mit Abstand grösste Abhörer weltweit, da kann D das Wasser nicht im Ansatz reichen. Profitiert hat mit Sicherheit D. Was die "wahre Religion des Friedens" betrifft, haben sie definitiv recht!
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    3. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      @ Graf: Bislang ist, bis auf die "Sauerländer Zelle", vor vielen Jahren, in D kein terroristischer Anschlag aufgrund USA-Mithilfe verhindert worden. Bei den Anschlägen, die in D passiert sind, gab es keinerlei Hinweise aus den USA. Aber die USA können dank deutscher Unterstützung von Süddeutschland aus, z.B. der Satellitenstationen in Rasting oder sonstiger BND-Einrichtungen die ganze südliche und s-östliche Hemisphäre aushorchen und haben hier ihre Logistik für militärische Einsätze.
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