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International Grünes Siegel für schwarzes Gold

Die umstrittene Ölpipeline von Kanada zum Golf von Mexiko kann nach jahrelangem Streit möglicherweise doch gebaut werden. Ein soeben erschienener Bericht der Regierung sei jedoch kein Freibrief für die Umsetzung des Projekts, heisst es in Washington.

Bagger schaufeln eine Trasse
Legende: Auf einer Länge von über 2500 km soll die Öl-Röhre Nordamerika durchziehen. Keystone

Die geplante Keystone-XL-Pipeline habe keine massgeblichen Auswirkungen auf die Umwelt, stellt das US-Aussenministerium in einem Bericht, Link öffnet in einem neuen Fenster zu dem Milliardenprojekt fest.

Ein Schild auf verschneitem Gelände
Legende: Sichtbarer Widerstand entlang der Pipeline-Trasse. Keystone

Signal von Obama

Mit dem Bericht nimmt das Projekt eine wichtige Hürde. Denn US-Präsident Barack Obama hat signalisiert, dem Projekt grünes Licht zu geben, sofern der CO2-Ausstoss dadurch nicht massgeblich erhöht wird.

Vor zwei Jahren hatte er den Bau der 2700 Kilometer langen Röhre gestoppt, weil mögliche Auswirkungen auf die Gesundheit der Anwohner und die Umwelt nicht ausreichend geprüft werden konnten. Regierungssprecher Jay Carney sagte, die Studie bedeute aber noch keine Entscheidung darüber, ob die Pipeline gebaut wird.

Umweltschützer warnen

Mit dem sieben Milliarden Dollar (6,35 Mrd. Fr) schweren Projekt will das verantwortliche Unternehmen TransCanada aus Teersand gewonnenes Öl quer durch die USA transportieren. Die Kapazität der Mega-Röhre soll bei 830'000 Barrel Öl pro Tag liegen (1 Barrel - 159 Liter).

Demonstranten
Legende: So alt wie die Pipeline-Pläne sind die Proteste dagegen - wie hier im vergangenen Jahr in London. Keystone

Umweltschützer warnen, dass bei der Ölgewinnung aus Teersand dreimal mehr Treibhausgase freigesetzt werden als bei der konventionellen Förderung. Über das Projekt, das mehrere tausend Arbeitsplätze bringen könnte, wird seit mehr als fünf Jahren gestritten. Zum vorläufigen Stopp des Projektes zugunsten einer Alternativplanung trug auch der massive Protest mehrerer Nobelpreisträger sowie prominenter Persönlichkeiten wie Desmond Tutu und des Dalai Lama bei.

Die Frage des Pipeline-Baus wird in den USA als Symbol für die Entschlossenheit der Regierung Obama angesehen, den Klimawandel zu einem politischen Projekt des Präsidenten zu machen.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Esther, Basel
    Wenn der Mensch sich dann einmal glückichst selber ausgerottet hat, können Flora und Fauna endlich wieder aufatmen und friedlich leben. Man schaue auf die Zeitlinie der Erdgeschichte...
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  • Kommentar von Gerhard Himmelhan, 3904 Naters
    Herr Nanni, das Oel ist wichtig und die Menscheit hat es versäumt sich einzuschränken und schon viel früher auf Alternativenergien auszuweichen. Aber nicht die Welt wird zugrunde gehen sondern der aller grösste Teil der Menschheit. Irgend ein paar Zweibeiner werden irgendwo überleben und wieder von vorne anfangen. Ich denke es passiert nicht das erste mal. "Seit ich die Menschen kenne liebe ich die Tiere. " Gruss
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    1. Antwort von Franz NANNI, Nelspruit SA
      Dass sich die Welt einmal vom Menschen erholen wird ist wahrscheinlich... aber der Mensch nicht von einer zerstoerten und ausgebeuteten Welt.. Eigentlich wissen wir Beide was der Andere meint!
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Und wenn noch soo riskant, das Oel ist wichtig und wird immer wichtiger, da es die Menschheit versaeumt hat, sich selber zu beschraenken.. da spielt doch die Umweltvertraeglichkeit ueberhaupt keine Rolle mehr.. also macht weiterhin Kindelein und mehret Euch, damit die Welt schnellstens zugrunde geht.... unsere Welt... nein die Welt der Anderen... unserer Nachkommen. Ach soo ich sei ein Polemiker.. na ja wenn das so ist....
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