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Generalstreik in Argentinien Heftige Proteste in Buenos Aires

Legende: Audio «Präsident Macri bleibt viele Versprechen schuldig» abspielen. Laufzeit 1:01 Minuten.
1:01 min, aus HeuteMorgen vom 07.04.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Gewerkschaften Argentiniens haben zum 24-stündigen Generalstreik gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung aufgerufen.
  • Die Armut nimmt zu, die Jahresteuerung bewegt sich auf über 20 Prozent, die Industrie kommt nicht aus der Rezession heraus.
  • Präsident Mauricio Macri hat auf den Streik mit Durchhalteparolen reagiert.

Der 24-stündige Streik, zu dem der Gewerkschaftsdachverband aufgerufen hat, war ein Erfolg. In ganz Argentinien verkehrten keine Züge, keine Busse, keine Taxis; selbst der Inlandflugverkehr kam zum Erliegen. Schulen und Banken blieben geschlossen.

Viele leere Versprechen

Der Gewerkschaftsdachverband, der der peronistischen Opposition nahe steht, verstand den Generalstreik als Protest gegen die Wirtschaftspolitik, mit der die rechtsliberale Regierung Argentinien nach Aussen hin öffnen und der Volkswirtschaft zur Blüte verhelfen will.

Nur hat Präsident Macri bis jetzt viel mehr versprochen als gehalten: Die Armut nimmt zu, die Jahresteuerung bewegt sich auf über 20 Prozent, die Industrie kommt nicht aus der Rezession heraus.

Durchhalteparolen am regionalen WEF

Am lateinamerikanischen Regionalforum des WEF in Buenos Aires konterte Mauricio Macri mit Durchhalteparolen: In manchen Branchen habe das Wachstum inzwischen eingesetzt.

Es dürfte aber nicht bei diesem einen Generalstreik bleiben: Argentinien erneuert im Oktober einen Teil des Parlaments. Und die nationalistischen Peronisten in der Opposition, zu der auch die Gewerkschaften gehören, möchten die Regierung in die Defensive drängen.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Peter Sidler (Hampi 67)
    Geehrter Hr. Achermann, die Armut ist um 2% gesunken, es wurden über 90000 neue nachhaltige Arbeitsplätze geschaffen, der President hatt ein totales Kaos und ein Staat der bankrot war übernommen, weiss nicht was man innerhalb von 15 monate noch mehr erwarten kann, wenn die Peronisten das land über 50 Jahre habe ausbluten lassen! Am samstag vor dem Streik gab es auch eine kundgebung, für demokratie, niemand hat sie Erwähnt! Warum? Es wahren auch zehntausende anwesend, aber ohne krawall!
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  • Kommentar von Caroline Röthlisberger (-Sidler) (Caroline RS)
    Es verwundert mich sehr, wenn ich diesen Bericht lese! Herr Ueli Achermann, ich frage mich woher sie diese Informationen haben?! Wir leben schon einige Jahre hier in Argentinien, und erleben die Geschehnisse vor Ort....aber ihre Schilderungen sind nicht gerade richtig! Es wurde Zeit, dass sich hier in Argentinien eine neue Regierung kam. Es braucht Zeit für Veränderung, doch der Anfang ist getan! 8 Millionen arbeitende Bevölkerung, unterhalten 20 Millionen "Faulenzer" ... dies ist die Realität!
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Könnte es sich bei den "Faulenzer" um Arbeitslose handeln?
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    2. Antwort von Caroline Röthlisberger (-Sidler) (Caroline RS)
      Herr Albert Planta, in den letzten Jahrzehnten, lief einiges schief in Argentinien. Es ist zu kompliziert um dies hier, in einem Bemerkungsfenster, zu erleutern. Was ich aber noch zu ihrer Frage sagen möchte: Es gibt Arbeitslose die auf der suche nach Arbeit sind. Und diese nenne ich nicht "Faulenzer"! Es gibt aber auch die anderen Arbeitslosen, die es freiwillig sind, die alles daran setzen von mehreren Sozialplänen durch getragen zuwerden. Es gäbe viel zusagen dazu, aber der platz reicht nicht
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  • Kommentar von Ivo Muri (Ivo Muri)
    Argentinien war bereits 2001 in Konkurs. Der Vorzeigestaat des Neoliberalismus beweist eindrücklich, was Rolf Dubs in seinem Volkswirtschaftslehrbuch bereits 1982 beschrieben hat: "So bleibt denn die freie Marktwirtschaft ein Wunschbild. Aufgrund einer Fehlbeurteilung des Menschen trägt sie immer Tendenzen der Selbstzerstörung in sich." Die Frage sei erlaubt, worauf Politiker und Ökonomen noch warten, bis sie einsehen, dass Herr Markt und Frau Wirtschaft kein Ersatz sind für direkte Demokratie.
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