Hilferuf aus Syrien: «Wir haben nichts zu essen»

In einem Skype-Gepräch mit der Rundschau zeichnet ein syrischer Regimekritiker ein dramatisches Bild der Lage im Land. Die Menschen seien enttäuscht darüber, dass ein amerikanischer Angriff vorerst verschoben wurde.

Kinder warten in einem türkischen Flüchtlings-Camp auf Nahrung. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Syrische Kinder warten auf Nahrung von einer Hilfsorganisation. Die Syrer fühlen sich von der Welt im Stich gelassen. Keystone

«Wir werden immer wieder von Panzern beschossen. Die Menschen haben nichts zu essen», berichtet ein syrischer Regimekritiker gegenüber der «Rundschau». Es gebe «keine Nahrung für die Säuglinge, keine Medikamente für die Kinder».

Der Vorort Irbin sei «total belagert». Die Stadt ist seit Anfang des Jahres unter der Kontrolle der Rebellen. In der Nähe kam es vor drei Wochen zu einer Gasattacke mit Dutzenden von Toten.

Zivilist: «Radikalisierung droht»

Der Zivilist zeigt sich im Skype-Gespräch offen – er habe nichts mehr zu verlieren. «Die Menschen hier sind enttäuscht, denn sie haben gehofft, dass der Westen ihnen hilft.» Es passiere jedoch nichts, sagt er: «Wenn es keine Intervention geben wird, werden viele Menschen sich wohl radikaleren Gruppen anschliessen.»

Kein Vertrauen in Assad

Er glaube nicht daran, dass Präsident Assad wie versprochen unter Umständen seine Chemiewaffen zerstören und unter internationale Kontrolle stellen werde: «Ich glaube, dass er dem Westen vielleicht ein paar chemische Waffen übergeben wird. Aber den grossen Teil wird er behalten und wieder gegen das syrische Volk einsetzen.»

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Video «Skype-Interview mit Abu Ahmad, Einwohner von Damaskus» abspielen

    Skype-Interview mit Abu Ahmad

    Aus Rundschau vom 11.9.2013

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