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International Hilfspaket kommt frühestens in vier Wochen

Im Schuldendrama zwischen Athen und der EU ist eine Einigung erzielt worden. Ein drittes Hilfspaket muss jedoch erst von den Parlamenten in Griechenland und anderen EU-Ländern genehmigt werden. Derweil debattieren die Finanzminister der Euro-Länder über eine milliardenschwere Soforthilfe für Athen.

  • Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone haben eine Einigung erzielt.
  • Ohne Schuldenschnitt, aber mit bis zu 86 Milliarden Euro und einer Umstrukturierung der Schulden soll Griechenland wieder auf die Beine kommen.
  • Das Parlament in Athen soll bis Mittwoch über das Rettungspaket abstimmen.
  • Die Parlamente der Euro-Länder haben bis Ende der Woche Zeit, über das Paket abzustimmen.
  • Die Euro-Finanzminister beraten derzeit über eine Brückenfinanzierung
  • Die Banken bleiben zwei weitere Tage geschlossen. Die EZB hält die Notfallhilfen auf dem aktuellen Niveau.

Der Ticker ist abgeschlossen

  • 23:38

    Liveticker geschlossen

    Hiermit schliessen wir unseren Liveticker zu Griechenland. Die Zusammenfassung der jüngsten Ereignisse finden Sie hier. Wir wünschen allen eine gute Nacht!

  • 22:29

    «Zwar kein Schuldenschnitt, aber Schulden nachgelassen»

    Ein Schuldenschnitt war heute kein Thema mehr – zumindest nicht mit diesen Worten formuliert. In anderer Form jedoch schon, wie der Ökonom Klaus Wellershoff meint. «Die Griechen bekommen mehr Zeit, die Schulden zu begleichen und bezahlen wahrscheinlich auch tiefere Zinsen. De facto hat man ihnen also Schulden nachgelassen.»

    Legende: Video Einschätzung von Klaus Wellershoff, Ökonom abspielen. Laufzeit 0:39 Minuten.
    Aus News-Clip vom 13.07.2015.
  • 22:01

    Die nächsten wichtigen Termine

    In dieser Woche stehen mehrere relevante Termine an. Eine Übersicht:

    14. Juli:

    • Reguläres Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel. Dabei wird es mitunter um Griechenland gehen.

    15. Juli:

    • Bis Mittwoch muss das griechische Parlament über die zentralen Reformen abstimmen.
    • Die französische Nationalversammlung will eine Debatte zum Thema Griechenland führen.

    16. Juli:

    • Zumindest bis Donnerstag hält die EZB die Notkredite für die Banken aufrecht.
    • Das österreichische Parlament soll zu einer Sondersitzung zusammenkommen – falls Griechenland die verlangten Reformen absegnet.

    17. Juli:

    • Der Deutsche Bundestag stimmt über die Aufnahme von Verhandlungen ab – wenn Athen bis dahin alle Bedingungen erfüllt hat. Zudem wird über das ESM-Hilfspaket entscheiden.
    • Weitere T-Bills in Höhe von einer Milliarde Euro werden fällig.

    20. Juli:

    • Athen muss rund 3,5 Milliarden Euro an die EZB zurückzahlen.

    22. Juli:

    • Athen muss weitere Reformen beschliessen.
  • 20:46

    USA erfreut über Einigung

    Die USA begrüssen die von Griechenland und seinen Gläubigern gefundene Schulden-Vereinbarung. Das Abkommen sei ein glaubwürdiger Weg, um Griechenland wieder auf den Weg zu wirtschaftlichem Wachstum zu führen, teilt das Präsidialamt mit.

  • 20:10

    Russland bietet Griechenland Hilfe an

    Der russische Präsident Wladimir Putin hofft laut Kremlsprecher Dmitri Peskow auf eine baldige Lösung der Krise. «Wir verstehen, dass die Arbeit sehr kompliziert ist, und begrüssen jeden Kompromiss», betonte er. Moskau werde die Zusammenarbeit mit Athen fortsetzen. Zwar habe Griechenland nicht um Finanzhilfe gebeten. Aber wenn es Möglichkeiten der Unterstützung gebe, etwa direkte Gaslieferungen an das EU-Land, werde Russland darüber nachdenken, meinte Peskow.

  • 20:04

    Herkulesaufgabe für Tsipras

    Der deutsche Ökonom Jens Bastian ist ehemaliges Mitglied der Griechenland-Taskforce der Europäischen Kommission. Für ihn liegt die grösste Herausforderung nun darin, in Griechenland die Akzeptanz des Sparpakets zu fördern. «Wie kann der Reformbegriff positiv belegt werden? Hier muss Ministerpräsident Tsipras – wenn er sich denn im Amt halten kann – vorangehen, dafür werben und der Öffentlichkeit erklären, wieso es diese Reformen braucht.» Dabei riskiere er allerdings, unglaubwürdig zu werden.

    Legende: Audio Keine Gewinner und viele, die verlieren abspielen. Laufzeit 6:02 Minuten.
    6:02 min, aus Echo der Zeit vom 13.07.2015.
  • 19:47

    Grexit-Gefahr fürs Erste gebannt

    SRF-Korrespondent Oliver Washington in Brüssel hält einen Grexit noch immer für möglich: «Ob diese Gefahr weiterhin besteht, hängt ganz davon ab, ob Griechenland die geforderten Reformen auch tatsächlich umsetzt. Wenn die Regierung und das Parlament dies tun, ist sie fürs Erste gebannt. Was aber noch nicht sicher feststeht, ist, ob Griechenland auf einen Wachstumspfad zurückfindet. Denn auch das dritte Hilfspaket ist primär ein Sparpaket, und Investitionen gibt es erst in zweiter Linie.»

    Legende: Audio Vorläufig kein «Grexit» - Griechenland bleibt im Euroraum abspielen. Laufzeit 34:00 Minuten.
    34 min, aus Echo der Zeit vom 13.07.2015.
  • 19:43

    Tsipras will offenbar Regierung neu ordnen

    Alexis Tsipras plant Medienberichten zufolge eine umfangreiche Kabinettsumbildung. Damit reagiere der Syriza-Chef auf die Ankündigung zahlreicher Abgeordneter des linken Flügels, gegen weitere Sparmassnahmen zu stimmen.
    Zu den Ressortchefs, die gehen sollten, zählten Energieminister Panagiotis Lafazanis und der Minister für Soziales, Dimitris Stratoulis, berichteten mehrere griechische Medien übereinstimmend. Sie gelten als die Anführer des Linksflügels des Syriza-Bündnisses.

  • 19:03

    Finanzminister prüfen Brückenfinanzierung

    Die Finanzminister der Euro-Zone lassen nach Angaben ihres Vorsitzenden Jeroen Dijsselbloem die Möglichkeit einer Brückenfinanzierung von Experten prüfen. Das Thema sei sehr komplex. Dijsselbloem fügt hinzu, er gehe davon aus, dass die Gespräche über ein drittes Hilfspaket für Griechenland eher vier als zwei Wochen dauern dürften.

  • 19:01

    «Unsere Enkel werden bezahlen»

    Auf den Strassen von Athen herrscht eine Mischung aus Wut, Ratlosigkeit und Resignation. Viele befürchten, dass das griechische Schuldenproblem mit der Einigung auf die nächsten Generationen übertragen wird.

    «Privatisierungen sind der Tod für Griechenland», konstatiert ein Rentner. Eine arbeitslose Frau wirft Tsipras vor, eingeknickt zu sein. Ein weiterer Passant meint: «Wir haben so viel gefressen. Das Volk muss jetzt zahlen.»

    Legende: Audio «Unsere Enkel werden bezahlen» abspielen. Laufzeit 3:29 Minuten.
    3:29 min, aus Echo der Zeit vom 13.07.2015.
  • 18:58

    «Griechen sind erleichtert über den Verbleib in der Eurozone»

    Journalistin Corinna Jessen hat sich in Athen umgehört. Die Nachricht über die Einigung habe in der Bevölkerung Erleichterung ausgelöst, sagt sie. «Danach kam aber sehr schnell die Ernüchterung über das Paket, das sehr harte Massnahmen beinhaltet.» Man sei sich bewusst: «Die Zeiten, die jetzt folgen, sind nicht rosig.»

    Legende: Audio Corinna Jessen: «Griechen erleichtert über Verbleib in Eurozone» abspielen. Laufzeit 2:42 Minuten.
    2:42 min, aus Info 3 vom 13.07.2015.
  • 18:28

    Griechenland versäumt offenbar Zahlung an IWF

    Griechenland wird heute eine fällige Kreditrückzahlung an den Internationalen Währungsfonds in Höhe von 450 Millionen Euro nicht leisten. Dies verlautet aus mit dem Vorgang vertrauten Kreisen.

    Gleichzeitig verkündete der IWF, er wolle dem pleitebedrohte Griechenland auch weiterhin beistehen. «Der IWF steht bereit, um mit den griechischen Behörden und europäischen Partnern zusammenzuarbeiten, um diese wichtigen Bemühungen voranzutreiben», teilte Sprecher Gerry Rice in Washington mit. IWF-Chefin Christine Lagarde habe den Exekutivrat über das Ergebnis der Brüsseler Gespräche unterrichtet.

  • 18:24

    Dijsselbloem im Amt bestätigt

    Jeroen Dijsselbloem bleibt Chef der Eurogruppe. Der niederländische Finanzminister wurde in Brüssel von den Euro-Finanzministern für eine zweite Amtszeit wiedergewählt. Dijsselbloem hatte eine zentrale Rolle in den Verhandlungen mit Griechenland gespielt.

    Dijsselbloem
    Legende: Jeroen Dijsselbloem darf bei Euro-Finanzministertreffen weiterhin die Glocke läuten. Reuters
  • 17:33

    Tschechien gegen Soforthilfe

    Das Nicht-Euro-Land Tschechien will unter keinen Umständen für neue Kredite an Griechenland geradestehen. Ministerpräsident Bohuslav Sobotka lehnt es ab, den alten Eurorettungsfonds EFSM für eine Brückenfinanzierung zu reaktivieren. «Wir halten das nicht für einen geeigneten Weg», sagte der Sozialdemokrat im Sender CT24. Der EFSM sei als Provisorium angelegt gewesen, betonte Sobotka.

  • 17:29

    Soforthilfe für Griechenland

    Nach einer Marathonsitzung der Euro-Staats- und Regierungschefs über ein Hilfsprogramm für Griechenland befassen sich nun die Euro-Finanzminister mit einer Brückenfinanzierung. Dies sagte Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem am in Brüssel.
    Denn die Zeit drängt: Griechenland braucht dringend rund 12 Milliarden Euro. Damit könnte Athen seinen unmittelbaren Finanzbedarf decken. Laut Abschlusserklärung des Euro-Gipfels braucht Athen 7 Milliarden Euro bis zum 20. Juli sowie weitere 5 Milliarden Euro bis Mitte August.

  • 17:23

    Der IWF bietet Hand zur Lösung der Schuldenkrise

    Der Internationale Währungsfonds (IWF) steht nach eigenen Angaben bereit, bei den Bemühungen zur Lösung der griechischen Schuldenkrise zu helfen.
    Der IWF sei willens, hierbei mit Griechenland und Europa zusammenzuarbeiten, sagte ein Sprecher des Währungsfonds.

  • 17:02

    Diese Reformen fordert die EU nun von Griechenland

    Die EU nimmt die Detail-Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket nicht einfach so auf. Sie fordert von Griechenland im Gegenzug weitreichende Reformzusagen. Hier sehen Sie, um was es sich dabei genau handelt.

  • 16:42

    Entspannung an den Aktienmärkten

    An den Börsen hat die Einigung zwischen Athen und der EU für Erleichterung gesorgt. Wirtschaftsredaktor Iwan Lieberherr berichtet:

    «Die Einigung im Schuldenstreit mit Griechenland hat die Anleger zum Kaufen ermuntert. Auch die Nachricht, dass die EZB die griechischen Geschäftsbanken weiterhin mit Notkrediten versorgen will, sorgte für Entspannung. Der deutsche Aktienindex DAX legte um rund anderthalb Prozent zu. Etwas mehr – um 1,8 Prozent – stieg der EuroStoxx50, der die Aktienkurse der wichtigsten europäischen Unternehmen abbildet.»

    Auch die Schweizer Börse, Link öffnet in einem neuen Fenster hat profitieren können. Vor allem die Aktien von konjunkturabhängigen Unternehmen legten zu. Der SMI schloss mit einem Plus von 1,27 Prozent.

    Legende: Audio Europas Börsen reagieren positiv – vor allem Bank-Aktien gefragt abspielen. Laufzeit 1:19 Minuten.
    1:19 min, aus Heute um Vier vom 13.07.2015.
  • 16:31

    Bundestag entscheidet am Freitag

    Der deutsche Bundestag stimmt nach Angaben aus Koalitionskreisen am Freitagvormittag über die Billigung neuer Griechenland-Verhandlungen ab. Die Abgeordneten müssen dafür zum Teil aus ihren Feriendomizilen zurückkommen.

  • 15:58

    «Tsipras hat Rückhalt in der Partei verloren»

    Corinna Jessen, Journalistin in Athen, rechnet mit einer Umbildung der Regierung: «In seiner Partei hat Tsipras den Rückhalt zu grossen Teilen verloren. Er wird das Spar- und Reformpaket im Parlament nur mit den Stimmen der Opposition durchbringen können. Es wird darauf hinauslaufen, dass sich Syriza spaltet – vielleicht sogar noch unter der jetzigen Parlamentspräsidentin, die Tsipras‘ Kurs nicht mitträgt.»

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127 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Fuchs, 3280 Greng FR
    Ausgerechnet von einem Marxisten wie Tsipras erwarten die Euro-Länder, dass er Arbeits- und Produktmärkte liberalisieren und Teile der Staatsaktiven privatisiert? Das ist doch ungefähr so, wie wenn der Vatikan plötzlich Kondome verteilen sowie Sterbehilfe und Abtreibung zulassen würde. Meine unverrückbare Überzeugung: Tsipras wird die vereinbarten Ziele niemals umsetzen. Anfangs werden er und das Parlament der Not gehorchend ans Werk gehen, um nach einiger Zeit in den alten Trott zu verfallen!
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  • Kommentar von Markus Fuchs, 3280 Greng FR
    Tsipras ist überzeugter Kommunist und schart seinesgleichen um sich. Ich traue einer solchen Mannschaft nicht zu, dass sie die Probleme des Landes in den Griff kriegt und die vereinbarten Änderungen herbeiführen will und kann. Griechenland ist nicht wettbewerbsfähig und korrupt. In spätestens 5 oder 6 Jahren werden wir wieder am gleichen Punkt stehen wie heute. Warten wir als erstes den morgigen Tag (Mittwoch) ab. Ich bin sehr gespannt, ob das Parlament in Athen die Massnahmen akzeptiert.
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  • Kommentar von alfred tanner, biel
    Von wegen "Agreekment"! Die EU hat unter dem Diktat von Deutschland den Griechen einen Unterwerfungsvertrag aufgezwungen. Nach und nach wird sich unter der Diktatur Deutschlands die EU weitere sog. schwache Staaten unter ihre Kontrolle zwingen. Ich hoffe, dass Griechenland nein zu dieser Bevormundung sagt! Hoffentlich beobachtet die CH-Regierung was geschieht mit wachen Augen, stoppt die Verhandlungen mit der EU betr. einem Rahmenabkommen und zieht das EU-Beitrittsgesuch in Brüssel zurück!
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