Hillary Clintons historischer Weg

Hillary Clinton könnte die erste Frau an der Spitze der mächtigsten Nation der Welt werden. Wer ist die Frau, die schon jetzt Geschichte geschrieben hat? Ein Porträt.

Steckbrief Hillary Clinton

Name: Hillary Diane Rodham Clinton (geb. als Hillary
Diane Rodham)
Geburtsdatum: 26. Oktober 1947
Geburtsort: Chicago, Illinois
Ehemann: William Jefferson «Bill» Clinton
Kinder: Chelsea Victoria Clinton (geb. am 27. Februar 1980)
Religion: Evangelisch-methodistisch
Studium: Bachelor in Politikwissenschaften und Abschluss in
Jura
Beruf: Rechtsanwältin und Professorin

Herkunft

Hillary Clinton wird am 26. Oktober 1947 als Hillary Diane Rodham in Chicago geboren. Ihr Vater Hugh Ellsworth ist Eigentümer einer Textildruckerei und überzeugter Republikaner. Bereits in jungen Jahren kommt sie mit der US-Politik in Berührung, als sie eine Rede von Bürgerrechtler Martin Luther King hört. Als Jugendliche wird sie auch selber politisch aktiv. Für den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Barry Goldwater engagiert sie sich als Wahlhelferin.

Studium

1965 geht es vier Jahre ins Wellesley College in Massachussetts. Dort studiert sie Politikwissenschaften. Den Studiengang schliesst sie 1969 mit einem Bachelor of Arts ab. Während des Studiums wird sie zur Gegnerin des Vietnamkrieges und macht einen Abstecher nach Washington. Dort absolviert sie ein Praktikum beim republikanischen Gouverneur Nelson Rockefeller.

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Hintergrund zu den US-Wahlen

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An der Yale Law School in New Haven, Connecticut, schliesst sie ein zweites Studium ab. Diesmal widmet sie sich den Rechtswissenschaften. Familien- und Kinderrechte werden zu ihren zentralen Anliegen. Sie bleibt auch der Politik treu. Bei der Senatswahl 1970 unterstützt die den Lobbyisten Joseph Daniel Duffy.

Privat hat sie in an der Universität 1971 eine einschneidende Begegnung. Sie trifft den Jura-Studenten William «Bill» Jefferson Clinton. Sie werden ein Paar – 1975 wird geheiratet. In der Folge arbeitet die frischgebackene Ehefrau als Rechtsprofessorin und Rechtsanwältin, während ihr Mann als Politiker Karriere macht.

Bill Clinton wird 1978 Gouverneur von Arkansas. Auch privat läuft es rund. Am 27. Februar 1980 wird Tochter Chelsea Victoria geboren. Bis 1992 bleibt Bill Clinton Gouverneur von Arkansas – immer an seiner Seite die First Lady des Bundesstaates. Bald sollte sie die First Lady der ganzen Nation werden.

First Lady

Für Bill Clinton geht es weiter steil bergauf. 1992 gewinnt er die US-Wahl gegen den amtierenden Präsidenten George Bush. Im Januar 1993 zieht die Familie ins Weisse Haus. Bis ins Jahr 2000 wird Hillary Clinton als First Lady weltweit bekannt. Nebenbei widmet sie sich weiterhin dem Thema Kinderrechte. An der Spitze einer Task Force schafft sie es, dass 1997 ein staatliches Gesundheitsprogramm für Kinder nichtversicherter Eltern auf den Weg gebracht wird.

In die Amtszeit ihres Mannes fällt auch dessen Affäre mit der Praktikantin Monica Lewinsky. Beinahe wäre das das Ende der Präsidentschaft Clitntons gewesen, doch das Amtsenthebungsverfahren scheitert. Das Ehepaar Clinton geht weiter unbeirrt seinen Weg – gemeinsam. Das Ende von Bills Präsidentschaft 2000 ist gleichzeitig der Startschuss für Hillarys politische Karriere.

Senatorin und Obamas Konkurrentin

Schon kurz nach dem Auszug aus dem Weissen Haus lanciert Hillary Clinton ihre eigene politische Karriere. 2001 will sie Senatorin für den Bundesstaat New York werden und schafft dies auch. Der Senatsposten soll aber nicht die letzte Stufe auf der Karriereleiter sein.

Die ehemalige First Lady will es ihrem Mann gleichtun – sie strebt die US-Präsidentschaft an. Im innerparteilichen Wahlkampf 2008 sieht Hillary Clinton lange Zeit wie die sichere Siegerin aus. Am Ende unterliegt sie jedoch ihrem Rivalen Barack Obama. Dieser zieht ins Weisse Haus – aber nicht ohne Hillary.

US-Aussenministerin

Im Januar 2009 holt Barack Obama seine einstige Rivalin ins Kabinett. Hillary Clinton wird Aussenministerin und legt ihr Amt als Senatorin nieder. Im State Department bleibt sie bis 2013.

Ihre Amtszeit wird überschattet vom Überfall auf die US-Botschaft in der libyschen Stadt Bengasi. Dabei sterben drei Botschaftsangehörige und der US-Botschafter.

In ihrer Abschiedsrede 2013 übernimmt sie die politische Verantwortung für den Zwischenfall. Die republikanische Opposition wirft ihr bis heute vor, die damalige Lage falsch eingeschätzt zu haben. Ein Ausschuss kann ihr aber keine direkte Schuld nachweisen.

Auch der Versand von 30'000 dienstlichen und vertraulichen E-Mails über einen private Mailserver hat ihr keinen nachhaltigen politischen Schaden zufügen können. Allerdings wird sie erst 2016 von einem Ausschuss entlastet.

Präsidentschaftskandidatin

Nach ihrem Rückzug aus der Politik wird es ruhig um Hillary Clinton, bis erste Gerüchte über eine eine Präsidentschaftskandidatur aufkommen. Zunächst wiegelt sie ab, um sie schlussendlich doch zu bestätigen.

Im April 2015 erklärt sie ihre Bereitschaft, als Vertreterin der Demokraten in den US-Wahlkampf zu ziehen. Als klare Favoritin geht sie ins Rennen, doch Bernie Sanders, Senator aus Vermont, wird zu einem ernsthaften Konkurrenten.

Clinton entscheidet das Rennen trotzdem für sich. Nach dem harten Vorwahlkampf erklärt Sanders seine Kampagne recht spät für beendet und will fortan seine Parteikollegin im Kampf um das Weisse Haus unterstützen.

Jetzt ist klar: Hillary Clinton kann es tatsächlich ihrem Mann gleichtun. An der «Democratic National Convention»in Philadelphia haben die Delegierten die ehemalige First Lady zu ihrer Präsidentschaftskandidatin erkoren. Nun steht ihr nur noch ein Mann auf dem Weg ins Weisse Haus im Weg: Donald Trump.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • US-Demokraten versuchen Partei wieder zu vereinen

    Aus Tagesschau vom 26.7.2016

    Bernie Sanders und Michelle Obama sagen Hillary Clinton in ihren Reden am Parteitag der Demokraten ihre Unterstützung zu. Unter dem Motto «Stronger together» soll Clinton zur demokratischen Präsidentschaftskandidatin gekürt werden.

  • Hillary Clinton gerät ins Schleudern

    Aus 10vor10 vom 25.7.2016

    Ausgerechnet vor dem grossen Parteitag steht US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton geschwächt da. Gehackte E-Mails zeigen: Sie bekam Hilfe von der Parteispitze, um ihren parteiinternen Gegner Bernie Sanders in Schach zu halten. Die Demokraten brauchen jetzt ein gutes Krisenmanagement.

  • Eklat bei den Demokraten

    Aus Tagesschau vom 25.7.2016

    Die Chefin der US-Demokraten muss zurücktreten. Denn laut E-Mails-Verkehr soll die Parteiführung Hillary Clinton als Präsidentschafts-Kandidatin favorisiert haben. Einschätzungen von SRF-Korrespondent Peter Düggeli aus Philadelphia.

  • Tim Kaine wird Vize von Clinton

    Aus Tagesschau vom 23.7.2016

    Drei Tage vor dem Parteitag der Demokraten hat Hillary Clinton Tim Kaine zu ihrem «running mate» ernannt. Der Jurist und ehemalige Gouverneur von Virginia gilt als bescheiden und sachkundig. Einschätzungen dazu von SRF-Korrespondent Peter Düggeli in Philadelphia.