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International Hohe Wahlbeteiligung in Israel

Die Stimmlokale sind geöffnet. Der Ausgang der Parlamentswahl wird mit Spannung erwartet. Wird Ministerpräsident Benjamin Netanjahu im Amt bleiben? Erstmals seit sechs Jahren könnte er eine Niederlage erleiden.

Nur knapp zwei Jahre sind seit der letzten Parlamentswahl vergangen. Nun geben die Israelis erneut ihre Stimme ab. Die Wahllokale öffneten um 6 Uhr und sollten bis 21 Uhr geöffnet bleiben. Knapp sechs Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, über die Vergabe der 120 Sitze in der Knesset zu entscheiden.

Legende: Video Kommt es in Isreal zu einem Machtwechsel? abspielen. Laufzeit 00:55 Minuten.
Aus Tagesschau vom 17.03.2015.

Die Parlamentswahl hat mit einer hohen Wahlbeteiligung begonnen. Bis 16:00 Uhr (MESZ) hätten 45,4 Prozent der Wahlberechtigten abgestimmt, teilte die Wahlkommission mit. Vor zwei Jahren lag die Beteiligung zur gleichen Zeit allerdings bei 46,6 Prozent.

Von dem Wahlergebnis hängt ab, ob der seit 2009 amtierende Ministerpräsident Benjamin Netanjahu im Amt bleibt. Herausforderer Jizchak Herzog, Spitzenkandidat eines Mitte-Links-Bündnisses, hat laut Umfragen gute Chancen, Chef der stärksten Fraktion zu werden. Netanjahu, Vorsitzender der konservativen Likud-Partei, könnte aber trotzdem die besseren Aussichten haben, Bündnispartner für eine neue Koalition zu finden.

Netanjahu: Kein Palästinenserstaat

Netanjahu gab seine Stimme bereits kurz nach Öffnung der Wahllokale in einer Schule in Jerusalem ab. Er bekräftigte, dass er nicht zur Bildung einer grossen Koalition bereit sei. «Es wird keine Einheitsregierung mit der Arbeitspartei geben», sagte Netanjahu. «Ich werde eine nationalistische Regierung bilden.»

Die Kandidaten hatten sich am Montag einen letzten heftigen Schlagabtausch geliefert. Dabei lehnte Netanjahu für den Fall seiner Wiederwahl einen Palästinenserstaat ab. Er rückte zudem die Einheit Jerusalems in den Mittelpunkt und kündigte tausende neue Siedlerwohnungen an.

Linke streben Politikwandel an

Herzog sagte bei einem Besuch an der Klagemauer in Jerusalem, er sei «besser als jeder andere Kandidat in der Lage, Jerusalem und seine Bewohner zu schützen – und zwar mit Taten und nicht nur mit Worten». In seinem Wahlkampf hatten soziale und wirtschaftliche Fragen eine zentrale Rolle gespielt

Erste Prognosen des Wahlausgangs werden unmittelbar nach der Schliessung der Wahllokale um 21 Uhr erwartet. Die Neuwahlen waren notwendig geworden, nachdem Netanjahus Mitte-Rechts-Koalition Ende vergangenen Jahres nach weniger als zwei Jahren im Amt auseinandergebrochen war.

#IsraelElections

Legende:
Sitzverteilung in der Knesset 2013 Bei der israelischen Parlamentswahl 2013 konnte sich Ministerpräsident Netanjahu (Likud) trotz Verlusten an der Macht halten. 12 Parteien zogen in die Knesset ein und teilten sich die 120 Sitze. sda

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18 Kommentare

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  • Kommentar von U.Fröhlich, Schweiz
    Da gehen die Wähler noch abstimmen bis ins hohe Alter - da können wir Schweizer gerne zulegen.
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  • Kommentar von Samuel Liebermann, Döttingen
    Ich wünsche meinem Land in der Ferne endlich den Mut, mit den gemässigten Führern der Palästinensern Frieden schliessen zu können. Oftmals schäme ich mich für das Verhalten meiner Glaubensbrüder wie sie sich gegenüber den Palästinensern aufführen als Herrschermacht. Haben wir echten Frieden der auf Respekt und Unterstützung beruht, wird auch die Gefahr kleiner z.B. vom Iran angegriffen zu werden, da sonst die ganze Welt weiss, wohin sie ihre Waffen zielen müssen.
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    1. Antwort von Erwin Jenni, Ottikon
      Mit Verlaub, Herr Liebermann, ich frage Sie: Wo sind die gemässigten Führer der Palästinenser? Wo sind sie? Abbas können Sie sicher nicht gemeint haben, oder? Da gibt es genug Beweise, dass auch er ein Palästina anstrebt, ohne Juden. Ist das der Friede den Sie sich wünschen? Und noch etwas: Israel ist keine Herrschermacht. Die Pal. haben es nirgends besser als dort. Schauen Sie nach Jordanien, Libanon usw. Darüber spricht hier niemand!
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  • Kommentar von Simon Schenker, Zürich
    Es scheint hier wieder ein massiges Anti-Palästina-Bashing zu geben und man will aufzeigen wie ach so toll der bisherige Premierminister geschäftet hat. Er hat gar nichts erreicht um es auf gut Deutsch mal zu sagen. Die Preise steigen und Studenten finden selten eine noch halbwegs bezahlbare Wohnung. Das meiste Geld wird einfach nur in die Armee gesteckt mit dem ewig gleichen Grund von der möglichen Vernichtung Israels. Ja liebe Israelis, Frieden bekommt man nicht geschenkt! Verdient ihn Euch!
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    1. Antwort von S. Bolliger, Kirchleerau
      Mit dem 'Land für Frieden'-Deal hat Israel sehr wohl Schritte unternommen und sich ganz bestimmt, um Ihre Worte zu gebrauchen, wenigstens ein Stück Frieden verdient! Leider wurde darauf statt mit Frieden, mit Raketenbeschuss und Terror geantwortet.
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