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International Hunderte Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet

Die italienische Küstenwache hat innert kurzer Zeit gleich mehrere Schiffe mit Flüchtlingen aufgebracht. Zehn Menschen ertranken.

Flüchtlinge auf einem Schiff der italienischen Küstenwache.
Legende: Die italienische Küstenwache hat laufend mit vollen Flüchtlingsbooten zu tun (Archivbild). Keystone

Im Mittelmeer sind erneut mehrere Bootsflüchtlinge auf ihrem Weg von Afrika nach Europa ertrunken. Wie die italienische Küstenwache am Mittwoch mitteilte, sind mindestens zehn Migranten ums Leben gekommen, als ihr Schiff etwa 80 Kilometer nördlich von Libyen kenterte.

Die meisten anderen der insgesamt 130 Bootsinsassen hätten am Dienstag aber gerettet werden können, weil die Küstenwache zufällig in der Nähe war. Sie hatte sich auf der Rückfahrt von einem anderen Unglück nach Sizilien befunden und hatte bereits mehr als 300 Flüchtlinge an Bord.

Nach Angaben der italienischen Behörden wurden allein in den vergangenen 24 Stunden 941 Bootsflüchtlinge gerettet. Die Menschen waren auf fünf Schlauchbooten und zwei weiteren Booten unterwegs. An Bord befanden sich mehrheitlich Flüchtlinge aus Syrien, Libyen und Tunesien.

Flüchtlingswelle steigt an

Auch die tunesische Küstenwache teilte mit, sie habe vor der Küste Tunesiens 86 Flüchtlinge aus einem Boot gerettet, nachdem dieses Leck geschlagen war. Offenbar waren die Flüchtlinge aus dem libyschen Hafen Souara mit dem Ziel Italien gestartet. Die meisten der Flüchtlinge sollen aus Nigeria, Somalia und Gambia stammen.

Die massive Flüchtlingswelle bleibt nicht nur konstant, sondern nimmt zu. Seit Jahresbeginn landeten fast 7900 Flüchtlinge in Süditalien. Das sind 43 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2014, wie das italienische Innenministerium berichtete.

Neue EU-Flüchtlingsstrategie

Die EU-Kommission will im Mai eine neue Strategie für die europäische Flüchtlingspolitik präsentieren – zwei Monate früher als geplant. Dies kündigte Vize-Präsident Frans Timmermans angesichts der jüngsten Ereignisse im Mittelmeer an. Ziel sei unter anderem, das Asylsystem effizienter zu machen und härter gegen Schlepper vorzugehen.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Christa Wüstner, Reinach
    Das man die Flüchtlinge rettet ist eine Frage der Menschlichkeit. Darüber gibt es für mich keinerlei Diskussion. Aber Europa ist für die meist jungen Männer absolut kein Ziel. Sie können sich hier nicht integrieren und kommen mit unserer Kultur absolut nicht zurecht. In einen Arbeitsprozess lassen Sie sich nicht einbinden, die Sprache und vor allem die Bereitschaft dazu sich einzubinden ist nicht überwindbar. Europa ist nicht in der Lage auch dieses Problem zu lösen. Der Weg heisst zurück.
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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Der Mensch angeblich so viele Fortschritte erzielt, schafft es nicht, diesen Schleppern das Handwerk zu legen, diesen Wahnsinn zu stoppen, damit Flüchtlinge schon gar nicht erst in Seenot geraten, sondern gleich vor Ort abgefangen werden können. Wir schaffen es nicht, ihnen vor Ort Lebensbedingungen zu schaffen, damit sie in ihrer Heimat bleiben. Fazit: Das 21. Jahrhundert wird als Schandmal der Zivilisation in die Geschichte eingehen. Als Rückschritt in die Barbarei, statt Weiterentwicklung.
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    1. Antwort von A.Käser, Zürich
      E.W./"Zwei Dinge sind unendlich.Das All und die menschliche Dummheit.Beim All bin ich mir aber nicht ganz sicher."AE/Eigentlich spielt es keine Rolle,ob die Menschheit hier auf diesem Planeten versagt oder nicht.Vogel friss oder stirb.Alles was Du Deinem Nächsten angetan,hast Du Dir angetan.Ist sowieso nur eine von ungezählten,bewusstseins-bildenden Möglichkeiten."There is no way to happiness,hapiness is the way."Dennoch gilt:"Nur Du alleine kannst es schaffen,aber alleine schaffst Du es nicht."
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  • Kommentar von Werner Christmann, Stein am Rhein
    Was ist denn jetzt los? Holen die Italiener die Flüchtlinge bereits in Libyen ab? Da können die sich ja die Schlauchboote sparen und den Überfahrtpreis gleich der Mafia bezahlen.
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    1. Antwort von A.Käser, Zürich
      Sind eigentlich Mafia,EU-Konstrukt,die Katholische Kirche und der islamische Staat ein und das Selbe?Scheint je länger,desto mehr so zu sein.Und die braven"Tubelis",lassen sich gefügig und rechtskonform.von diesen "Kriminellen"an der Nase herumführen.Alles wie gehabt(Raubritter).Nur noch zynischer und perfektionierter.Tolle,innovative Leistung!
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    2. Antwort von U.Haller, Bern
      Was heisst Hunderte Flüchtlinge wurden im Mittelmeer gerettet.Was wartet auf sie überfüllte Aufnahmelager und Ablehnung.Warum bringt man diese Menschen nicht zurück und leistet Hilfe vor Ort,es sind meist junge Männer die dort ihre Familien im Elend zurück gelassen haben mit unserem Geld könnte man dort viel mehr helfen.Alles Andere ist Scheinhilfe und Pflästerlipolitik-
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