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International «Ich brauche mehr Zeit zum Regieren»

Griechenlands scheidender Premier Tsipras hat seine Landsleute aufgefordert, ihm bei Neuwahlen nochmals das Mandat zu erteilen. Die etablierten Parteien hätten 40 Jahre regiert, er nur sieben Monate, so Tsipras. Erwartet wird, dass heute offiziell vorgezogene Wahlen ausgerufen werden.

Griechenlands scheidender Ministerpräsident Alexis Tsipras
Legende: Wirbt um die Wiederwahl: Griechenlands scheidender Ministerpräsident Alexis Tsipras Reuters

Griechenlands Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos wird heute vermutlich offiziell vorgezogene Wahlen proklamieren und eine Interimsregierung einsetzen. Als wahrscheinlicher Termin für Neuwahlen gilt der 20. September.

Die Neuwahlen werden nötig, weil Regierungschef Alexis Tsipras vor einer Woche seinen Rücktritt erklärt hatte. Der Chef des Linksbündnisses Syriza hatte zuletzt in den Verhandlungen mit den Geldgebern in den eigenen Reihen an Rückhalt verloren. Er hofft nun in Neuwahlen auf ein klares Mandat der Wähler.

«Jetzt ist die Zeit gekommen, im Inland zu handeln»

Tsipras warb am Mittwoch im griechischen Fernsehen bei seinen Landsleuten um die Wiederwahl. Er brauche mehr Zeit, um zu regieren. Die etablierten Parteien hätten 40 Jahre lang regiert, er nur knapp sieben Monate.

Tsipras sagte weiter, er habe sich bislang hauptsächlich auf die Verhandlungen mit den Gläubigern konzentriert. Nun sei die Zeit gekommen, im Inland zu handeln. Er wolle das Land wieder auf Wachstumskurs bringen.

Seine Landsleute forderte Tsipras auf, die Schuld nicht immer im Ausland zu suchen. Stattdessen müssten Steuerhinterziehung und Korruption bekämpft werden.

Drittes Hilfsprogramm

Griechenland hatte in der vergangenen Woche – wenige Stunden vor Tsipas' Rücktritt – die ersten 13 Milliarden Euro aus dem dritten Hilfsprogramm der internationalen Geldgeber erhalten. Damit konnte es ausstehende Schulden in Höhe von 3,4 Milliarden Euro bei der Europäischen Zentralbank (EZB) begleichen.

Das Gesamtvolumen des Pakets beträgt bis zu 86 Milliarden Euro und sieht massive Sparauflagen vor. Die Eurostaaten hatten monatelang über die Hilfen gestritten.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Freddy tobler, ZH
    Tsipras hat gegen den Volksentscheid gestimmt, er hat wie Mandela sein Volk verraten und verkauft. Genau gleichwie Mandela wird er durch die medilale Präsentation als Held verkauft. Auch wenn er einem Vertrag mit dem IWF zugestimmt hat aus dem GR nie wieder herauskommt, gleich wie Mandela in Afrika sich vom IWF helfen liess. Wohin das führt sieht man am ausgebeuteten schwarzen Kontinent, Bereicherung für multinationale Konzerne während das Volk leidet. Die Schulden wachsen stets durch zins
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    1. Antwort von Susanne Lüscher (Lol)
      Jeder Staatsmann, welcher ein Deal mit dem IWF eingeht, verrät sein Volk. Im Falle Griechenland war es in erster Linie die Frau Merkel, welche den IWF dabeihaben wollte, womit sie auch die Deutschen verraten hat.
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  • Kommentar von M. Roe, Gwatt
    Tsipras wird wieder gewählt werden, denn er ist ein Held. Er ist ein "Staatspräsident" der diesen Namen verdient. Als einziger hatte er den Mut den restlichen "Führern" die Wahrheit zu sagen. Er konnte der Welt zeigen, wie mit Korruption + Vetternwirtschaft in der EU ganze Völker (z.B. Griechenland, Spanien usw) hilflos + unglücklich gemacht werden. Man führt sie in die Schulden und hat sie so im Griff.Die frühere Regierung Griechenlands hat da mitgemacht. Die EU-Wirtschafts hats gefreut!
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  • Kommentar von P.Fetz, Zürich
    Jeder neue Politiker hat eine Schonfrist am Anfang, aber sie nicht, weil sie nicht der Traumkandidat sind der EU und Co. ! Darum versucht man sie los zu werden, in der EU wollen sie nur Leute die, die Banken und Westpolitik unterstützen aber sicher nicht dem dummen Bürger helfen will!
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