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International IKRK will Hilfe trotz Todesfall fortsetzen

Die Waffenruhe in der Ostukraine ist bereits mehrfach gebrochen worden. Bei einem Gefecht in der Stadt Donezk ist auch ein Schweizer Rotkreuz-Delegierter ums Leben gekommen. Die Konfliktparteien geben sich gegenseitig die Schuld für den Vorfall. Das IKRK hält an seinem Einsatz fest.

Legende: Video Schweizer IKRK-Mitarbeiter stirbt abspielen. Laufzeit 01:10 Minuten.
Aus Tagesschau Nacht vom 03.10.2014.

Am Hauptsitz des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in Genf ist am Freitagmorgen noch wenig klar. Am Donnerstag sei in unmittelbarer Nähe des IKRK-Quartiers in Donezk eine Granate eingeschlagen, deren Splitter einen Delegierten tötete, erklärt IKRK-Sprecher Ewan Watson.

Bundespräsident Didier Burkhalter reagierte mit Bestürzung auf die Nachricht vom Tod des Schweizers. Den Angehörigen sowie dem IKRK drücke er sein Anteilnahme aus, wie es in einem Communiqué des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hiess.

Der Delegierte war ein 38-jähriger Westschweizer, der seit mehr als fünf Jahren für das IKRK gearbeitet hatte. In der Ostukraine war er erst seit sechs Wochen tätig.

Die genaueren Umstände, die zu seinem Tod führten, müssten erst geklärt werden, sagt Watson, aber derzeit scheine es in den Reihen des IKRK keine weiteren Opfer oder Verletzte zu geben.

IKRK setzt Arbeit fort

Allerdings weist das IKRK darauf hin, dass immer wieder ohne jede Rücksicht auf die Bevölkerung Wohngebiete beschossen würden. Auch am Donnerstag seien darum an andern Orten in der Ostukraine wieder Zivilisten ums Leben gekommen.

Die humanitäre Arbeit will das IKRK trotz des Todesfalls weiterführen. «Natürlich müssen wir uns überlegen, welche Anpassungen nötig sind. Aber wir sind entschlossen, der Bevölkerung in Not, die vor einem harten Winter steht, weiter Hilfe zu bringen», sagt Watson.

Insgesamt arbeiteten ungefähr 20 IKRK-Mitarbeiter in Donezk. Alle befänden sich nun in Sicherheit.

Gegenseitige Schuldzuweisung

Die ukrainische Regierung beschuldigte nach dem Tod des IKRK-Delegierten die pro-russischen Aufständischen. «Dieser terroristische Akt kann in keiner Weise gerechtfertigt werden», teilte das ukrainische Aussenministerium mit. Der Vorfall diene dazu, Vertreter internationaler Organisationen «einzuschüchtern». Von russischen Nachrichtenagenturen zitierte Rebellen hatten am Donnerstag die ukrainische Armee für den Beschuss in Donezk verantwortlich gemacht. Von wem die Granate tatsächlich abgeschossen wurde, ist unklar.

Das Donezker Stadtzentrum war am Donnerstag erstmals seit Inkrafttreten der Waffenruhe zwischen Rebellen und ukrainischen Truppen vor vier Wochen wieder bombardiert worden.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Felix Buchmann, Bättwil
    Mein herzliches Beileid an die Angehörigen des IKRK-Mitarbeiters, aber auch all der anderen Opfer. Wie wäre es, statt gegenseitiger Schuldzuweisungen ohne Wenn und Aber überall und unverzüglich das zu verwirklichen, was gemäss dem Abkommen von Minsk auf den Waffenstillstand folgen müsste? Einrichtung einer waffenfreien Pufferzone, Absicherung derselben durch OSZE-Beobachter? Wer damit prahlt, den Flughafen von Donezk bald ganz zu erobern, hat offenbar kein Interesse daran....
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Hut ab vor Leuten, die als Helfer vor Ort ihr Leben aufs Spiel setzen (müssen), nur weil andere Kriege anzetteln, welche unzählige Opfer fordern. Es muss für die Hinterbliebenen schrecklich gewesen sein, vom Tod ihres noch sehr jungen (!!!) Sohnes, Freundes, Partners oder Papi zu vernehmen. Ich spreche den Hinterbliebenen, sowie dem IKRK mein aufrichtiges Beileid aus und wünsche ihnen viel Kraft für die kommende schwere Zeit.
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  • Kommentar von Bendicht Häberli, Burgdorf
    Alles Lug und Trug von der RU Seite her.Ich habe in der NZZ folgenden Artikel gelesen: Russische Militärstrategie"Die Lehren der russischen Generäle",Hannes Adomeit, vom 18.7.2014. Erschreckend:Die Eroberung der Krim und der UK mit den höflichen"grünen Männchen",alles seit Jahren geplant.Militärausgaben von heute 66.3Mia USD bis im 2020 597 Mia USD. Der Stasi-Apparat wird ausgebaut und Opositionelle zum Schweigen gebracht.> www.nzz.ch/international/die-lehren-der-russischen-generaele-1.18345696
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    1. Antwort von Stanic Drago, Delemont
      Herr Haberli ich habe nach 17 Jahren mein NZZ Abo wegen unseriöse Berichterstattung gekundigt. NZZ wie Quelle zu nennen in Ukraine Konflikt finde ich nichtsahnend. Um Sie zu beruhigen ist Militär Budget EU Länder so um 900 Milliarden Dollar in Vergleich mit 80 Milliarden von Russland. Noch dazu sollte Mann 600 Milliarden von USA dazu zählen. Das Russland in 6 Jahren von 80 auf 600 Milliarden springt glauben Sie selber nicht? Es ist eben NZZ.
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    2. Antwort von M.Krebser, BE
      @Häberli - Haben Sie mal das Telefonat von Victoria Nuland "F*ck the EU" gehöhrt?
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    3. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      Stanic Drago, die NZZ ist eine seriöse Zeitung, und der von B.Häberli erwähnte Artikel erhellt die Hintergründe der gegenwärtigen Tragödie. Warum müssen trotz Waffenstillstand immer noch täglich Menschen sterben? Wann endlich reicht man sich die Hand und sagt: Genug des Irrsinns, wir sind doch alle Ukrainer? Der Winter steht vor der Tür, wenn nicht sehr bald Ruhe einkehrt, wird die sowieso schon angerichtete humanitäre Katastrophe noch unerträglicher!
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