Immer weniger Menschen leben in ihrem Heimatland

Weltweit lebten 2015 fast 244 Millionen Menschen ausserhalb ihrer Heimat. Das sind laut UNO mehr als 40 Prozent mehr als im Jahr 2000. Diese Wanderungsbewegungen könnten nicht gesteuert werden, sondern seien eine Folge der heutigen vernetzten Welt.

Ein Mann in Schutzkleidung, mit Handschuhen und Schutzbrille. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Arbeiter aus Portugal in der Schweiz: Zunehmend leben und arbeiten Menschen nicht mehr dort, wo sie geboren wurden. Keystone

In der Schweiz lebten gemäss neusten UNO-Angaben letztes Jahr 2,4 Millionen Menschen, die in einem anderen Land geboren wurden. Sie machten einen Anteil von 29 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. 2000 hatte dieser Anteil 22 Prozent betragen.

Diese Entwicklung in der Schweiz entspricht dem weltweiten Trend. Insgesamt lebten 2015 gegen 244 Millionen Personen fern ihrer Heimat. Seit 2000 stieg diese Zahl um 71 Millionen oder mehr als 40 Prozent. Unter den 244 Millionen Migranten waren 2015 auch 20 Millionen Flüchtlinge – so viele wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Die UNO geht davon aus, dass die Zahlen weiter ansteigen werden.

Eine Herausforderung, nicht ein Problem

Angesichts der steigenden Bedeutung der Migration appellierte UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon an die Regierungen: «Sie sollen sichere und legale Migrationskanäle ermöglichen und mit Menschlichkeit und gemäss ihren internationalen Verpflichtungen handeln.» Die UNO bezeichnet die Migration nicht als Problem, aber als Herausforderung – für die Herkunfts- wie für die Zielländer. Denn es wandern oft die besten, dynamischsten Kräfte ab, und die Zielländer müssen immer mehr Menschen in kurzer Zeit integrieren.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon spricht. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: «Die Regierungen sollen sichere und legale Migrationskanäle ermöglichen», fordert UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon. Keystone

Erschwerend kommt hinzu, dass ein Grossteil der Migranten in die gleichen Länder strebt. In Europa, Australien und Nordamerika beträgt der Anteil der Einwanderer an der Gesamtbevölkerung über zehn Prozent. Auf den übrigen Kontinenten sind es weniger als zwei Prozent. Zwei Drittel aller Migranten wandern in gerade einmal 20 Länder ein. Das Zielland Nummer eins sind die USA mit 47 Millionen Migranten, gefolgt von Deutschland, Russland, Saudi-Arabien und Grossbritannien.

Keine Steuerung möglich

Weil sich die Auswanderer immer weiter von ihrem Heimatland entfernen und in fremden Kulturen, Gesellschaften und Politiksystemen ansiedeln, wird die Integration zusätzlich erschwert.

Die UNO betont jedoch, es sei zwecklos, die Wanderungsbewegungen von oben steuern oder gar bekämpfen zu wollen. Denn sie seien ein logischer Bestandteil der heutigen vernetzten Welt und der globalisierten Wirtschaft.

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