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International Crisis Group Das sind die gefährlichsten Konflikte 2021

Die International Crisis Group (ICG), eine Organisation für Konfliktlösung und Friedensstiftung, führt in ihrem Ausblick auf 2021 neben mehreren Konfliktregionen die USA, Russland und die Türkei als wichtige Player auf.

Die Liste gliedert sich wie folgt:

  • Afghanistan: Das Land steht an erster Stelle – mit seinem Versuch, mit den einst herrschenden islamistisch-militanten Taliban Frieden zu schliessen. Die US-Regierung hatte im Februar ein Abkommen mit den Taliban geschlossen, das einen Rückzug aller ausländischen Streitkräfte bis Ende April 2021 in Aussicht stellt – gegen Friedensgespräche mit der Regierung in Kabul. Vor einem Monat ordnete Präsident Donald Trump eine weitere Reduzierung der Truppen auf 2500 bis zum 15. Januar an.
Friedensabkommen.
Legende: Kabul am 29. Februar 2020: Der afghanische Präsident Ashraf Ghani (R) mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg (L) an einer Pressekonferenz mit dem damaligen US-Verteidigungsminister Mark Esper zum Friedensabkommen zwischen den USA und den Taliban. Es wurde gleichentags in Doha (Katar) unterzeichnet. Keystone/Archiv
  • Äthiopien: Im Konflikt in der Tigray-Region könne Frieden nur mit einem Dialog zur Überwindung ethnischer Spannungen erreicht werden, so die ICG. Äthiopien hatte die im August geplanten Wahlen wegen Corona auf Juni 2021 verschoben. Die nördliche Region Tigray, die von der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) regiert wurde, widersetzte sich der Entscheidung und hielt im September Regionalwahlen ab. Dies war ein Faktor, der zu dem seit Anfang November andauernden Konflikt zwischen der TPLF und der Zentralregierung in Addis Abeba führte. Wegen des Konflikts sind bislang über 50’000 Menschen in den Sudan geflohen.
  • Sahel-Region: In der Region südlich der Sahara nutzten Dschihadisten ethnische Spannungen, um sich in Mali, Niger und Burkina Faso auszubreiten. Die Sahelzone ist zu einem Brennpunkt des islamistischen Terrors geworden. Die internationale Truppenpräsenz ist zwar gross, aber wenig erfolgreich und sehr verlustreich für die Beteiligten.
  • Jemen: Im Jemen ist laut ICG ein neuer Anlauf für Friedensgespräche zwischen der Regierung von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und Separatisten vom Südlichen Übergangsrat (STC) und den Huthi-Rebellen nötig. Diese hatten 2014 das Land überrannt.

  • Venezuela: Das Land braucht laut ICG angesichts des wirtschaftlichen Zerfalls dringend einen gut organisierten Machtwechsel.

Venezuela
Legende: Die Parlamentswahl in Venezuela gewinnen am 6. Dezember die Sozialisten von Staatschef Nicolás Maduro und ihre Verbündeten mit einer Zweidrittel-Mehrheit. Die Opposition um den selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó spricht von Wahlbetrug. Keystone/Archiv
  • Somalia: In Somalia steigen gemäss ICG nach einem jahrelangen Kampf gegen die islamistische Al-Schabab-Miliz regionale Spannungen. Geplante Wahlen könnten Konflikte schüren.
  • Libyen: Der angestrebte Frieden in Libyen werde erschwert, weil ausländische Kräfte den Bürgerkrieg befeuerten, so die ICG. Mit einer ersten gemeinsamen Beobachtungsmission der Konfliktparteien will die UNO den Weg zum Frieden ebnen. Dazu braucht es ein Mandat des UNO-Sicherheitsrats.
  • Iran-USA: An 8. Stelle nennt die ICG den Konflikt USA-Iran. Der Sanktionsdruck der USA sei gescheitert, der Iran horte Atommaterial und habe sein Raketenprogramm verbessert. Die Organisation ruft den nächsten US-Präsidenten Joe Biden auf, dem Atomabkommen von 2015 wieder beizutreten. Trump blockiert derweil das US-Verteidigungsbudget mit einem Veto.

Video
Trump legt Veto gegen Verteidigungsbudget ein
Aus Tagesschau vom 24.12.2020.
abspielen
  • Russland-Türkei: Russland und die Türkei stünden in vielen Konflikten auf gegnerischen Seiten, etwa in Libyen und Syrien, oder kämpften gegeneinander um Einfluss, etwa im Kaukasus. Bislang hätten sie sich noch verständigt, aber ein grösserer Streit könne viele Konflikte verschärfen, warnt die ICG.
  • Klimawandel: Der Klimawandel verschärft laut IGC den Konflikt. Reiche Länder müssten die versprochenen 100 Milliarden Dollar aufbringen, um besonders betroffenen Ländern zu helfen.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Gerber  (1Berliner)
    @tleu: stimmt, wir wissen nicht was alles kommen wird, aber ich träume: weniger Billigtouristen aus GB (Easyjet), die Vermögenden werden noch reicher werden und unsere Hotellerie erfreuen. Die Gegner der PFZ werden sich zu Pflegekräften und Handwerkern umschulen lassen. Englisch verliert den Status der 1.Weltsprache, zugunsten von Chinesisch und Spanisch- vielleicht wandelt sich China gar ins Offene. Im Nachgang der Corona-Maßnahmen wird der Radikal-Kapitalismus überwunden.
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  • Kommentar von Thomas Leu  (tleu)
    Die Liste könnte auch für die GSoA interessant sein. Bis auf Venezuela sind das alles Konflikte, die Europa militärisch und mit Flüchtlingen tangieren. Niemand hat vor einem Jahr das Corona-Debakel vorausgesagt. Genausogut kann niemand voraussagen, ob gewalttätige Konflikte Europa, und sogar die Schweiz, treffen könnten. Die Geschichte lehrt uns, dass man immer mit allem rechnen muss. Es gibt keinen vom Schicksal oder von Gott vorgegebenen Weg zum ewigen Frieden auf der Welt. Alles ist möglich!
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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Also wenn die Erderwärmung ein potentieller Konflikt darstellt, dann müsste das gewaltige Wachstum der Menschenrasse ebenfalls als solches auf der Auswahlliste erscheinen.

    In Afrika oder dem arabischen Raum sind religiöse oder kulturelle Spannungen den allergrösten Teil der Konfliktursachen. Ausgenutzt werden diese dann von den internationalen Macht-Blöcken. Was war zuerst, Huhn oder Ei?
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