Internationaler Durchbruch in Klimapolitik

Vertreter von fast 200 Ländern haben sich in der ruandischen Hauptstadt auf ein Verbot von FKW geeinigt. Die Gasverbindung kommt in Kühlschränken und Klimaanlagen vor. Sie trägt in erheblichem Mass zur Erderwärmung bei. Experten werten das Abkommen als grössten Erfolg seit dem Pariser Klimagipfel.

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Internationaler Durchbruch in Klimapolitik

1:20 min, aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 15.10.2016

Erfolg nach nächtlichen Marathongesprächen: Bei den Verhandlungen der Weltgemeinschaft in der ruandischen Hauptstadt Kigali über ein Verbot der klimaschädlichen Fluorkohlenwasserstoffe (FKW) ist am Samstag eine Einigung erzielt worden.

Fast 200 Länder wollen die unökologischen Gasverbindungen abschaffen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Fast 200 Länder wollen die unökologischen Gasverbindungen abschaffen. Keystone

Die Vertreter von nahezu 200 Ländern hätten ein Abkommen zur schrittweisen Abschaffung der etwa in Kühlschränken oder Klimaanlagen zum Einsatz kommenden Gasverbindungen verabschiedet, erklärte der ruandische Rohstoffminister Vincent Biruta. «Ergänzung und Beschluss sind angenommen», sagte er am frühen Samstagmorgen nach stundenlangen Verhandlungen zum Abschluss des Treffens.

Ein erster Schritt zur Erfüllung der Ankündigungen von Paris

An der Konferenz in Kigali hatte auch US-Aussenminister John Kerry teilgenommen. «Es ist ein gewaltiger Schritt nach vorn», sagte Kerry der BBC. «Damit erhalten wir die Möglichkeit, die Erderwärmung um ein halbes Grad Celsius zu verringern.»

Erfolg im Kampf gegen die Erderwärmung

3:08 min, aus Echo der Zeit vom 15.10.2016

Auch die Europäische Union (EU) sprach von einem wichtigen Erfolg. «Das ist ein grosser Sieg für das Klima. Wir haben den ersten konkreten Schritt getan, um die Ankündigungen von Paris vom vergangenen Dezember zu erfüllen», sagte Klimakommissar Miguel Arias Cañete nach EU-Angaben.

«  Wir erhalten die Möglichkeit, die Erderwärmung um ein halbes Grad Celsius zu verringern. »

John Kerry
US-Aussenminister

Grösster Erfolg seit Pariser Klimagipfel

Bei den Verhandlungen in Kigali ging es um eine Erweiterung des Protokolls von Montréal. In dem Umweltabkommen wurde 1987 zum Schutz der Ozonschicht ein Verzicht auf Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) vereinbart. Stattdessen kommt inzwischen der Ersatzstoff FKW zum Einsatz, der zwar nicht die Ozonschicht schädigt, aber in erheblichem Masse zur Erderwärmung beiträgt.

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) wertet den Kompromiss als grössten Erfolg in der ökologischen Politik seit dem Ende des Pariser Klimagipfels von Ende 2015.

Fluorkohlenwasserstoffe (FKW)

Fluorkohlenwasserstoffe (FKW)
Fluorkohlenwasserstoffe – kurz FKW genannt – werden als Kältemittel in Klimaanlagen und Kühlschränken eingesetzt. Auch bei der Produktion bestimmter Kunststoffe spielen sie eine Rolle. Die chemische Industrie entwickelte die synthetischen Gase als Ersatz für Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), weil diese die Ozonschicht schädigten. FKW greift die Ozonhülle nicht an. Es trägt allerdings 100 bis 1000 Mal stärker als Kohlendioxid zum Treibhauseffekt bei und gilt mittlerweile als eine Hauptursache für den Ausstoss von Treibhausgasen und damit der Erderwärmung. Grosse Konzerne wie der Getränkehersteller Coca-Cola oder der Chemieriese Dupont haben sich bereits verpflichtet, den Einsatz von FKW zu verringern.