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International Iranische Kampfjets greifen IS-Stellungen an

Iranische Kampfjets haben IS-Stellungen im Irak bombardiert, meldet das Pentagon. Teheran bezeichnet die Darstellung der USA als nicht genau.

Legende: Video Iran fliegt Anti-IS-Einsätze abspielen. Laufzeit 02:01 Minuten.
Aus Tagesschau vom 03.12.2014.

Iranische Kampfjets haben nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums Stellungen der Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) im Osten des Irak angegriffen. Washington habe entsprechende Hinweise, sagte Pentagonsprecher John Kirby. Bei den eingesetzten Maschinen handle es sich um F-4-Phantom-Kampfjets.

Der Pentagon-Sprecher erklärte zudem, die USA stimmten sich im Kampf gegen den IS nicht mit Teheran ab. Es sei Sache der irakischen Regierung, den Luftraum des Landes zu verwalten.

«Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Iran in einer so sensiblen Geschichte mit den USA kooperiert», meint denn auch SRF-Auslandredaktor Fredy Gsteiger. Vielleicht gebe es inoffizielle Absprachen, aber mehr ganz sicher nicht. Denn sonst würde das die gesamte antiamerikanische Politik, die der Iran seit Jahrzehnten verfolgt, in Frage stellen.

Grosse symbolische Wirkung

Der Iran allerdings bezeichnet die Darstellung des Pentagon als «nicht genau, daher auch nicht korrekt». Eine iranische Sprecherin sagte: «Unsere Strategie (zur Bekämpfung des IS) hat sich nicht geändert.» Ein klares Dementi gab sie jedoch nicht ab.

Teherans Strategie stützt sich bisher offiziell auf die militärische Beratung der irakischen Streitkräfte, nicht auf direkte Einsätze. Nun würden auch noch Luftschläge hinzukommen, die vor allem eine symbolische Wirkung hätten, so Gsteiger. Denn «sie sind ein sichtbares Signal dafür, dass nun ein weiteres muslimisches Land gegen IS kämpft.»

Ohne Bodentruppen kein Sieg

«Militärisch gerät der IS jetzt im Osten wie im Westen unter Druck.» Wie hoch der aber tatsächlich ausfalle, werde von Dauer und Ausmass der Luftschläge abhängen, so der SRF-Redaktor.

Bisher seien die Auswirkungen der westlichen Luftangriffe auf die Stützpunkte der IS eher begrenzt gewesen. «Die meisten Experten sind sich deshalb sicher, dass eine nachhaltige Zerstörung des IS mit Luftschlägen allein nicht möglich ist.» Dazu bedürfe es grösserer militärischer Bodenoprationen.

Teheran dementiert

Der Iran hat einen Bericht des Pentagons über iranische Luftangriffe als «nicht genau und daher auch nicht korrekt» bezeichnet. Die iranische Strategie zur Bekämpfung des IS habe sich nicht geändert, sagte eine Regierungssprecherin. Teherans Strategie stütze sich weiter auf die militärische Beratung und nicht auf direkte Einsätze.

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Hansjörg Lörtscher, Spiez
    Herr Gerschwiler, dann wissen Sie sicherlich auch, dass das Oel entschädigungslos aus dem Iran abtransportiert wurde. Es gibt Dokumentationen von seriösen Sendern die sehr ausführlich und mit Stellungnahmen von ehem. CIA Mitarbeitern über die Rolle der USA berichten. Die BBC Doku, welche auf ZDF Info lief finden Sie im Internet. Den Krieg Husseins gegen den Iran den die USA gefördert haben hat eine Million Tote gekostet. Damals wars den USA egal, dass tausende Iraner durch Giftgas umkamen.
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    1. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @H. Lörtscher: Der 1. Vertrag den BP damals Persian Anglo Oil Company abschloss, war mit den Stammesältesten der Bajtiaren (ansässig in der Gegend von Abadan). Der Schah erhielt ebenfalls Beträge um ihn gegen die Russen dann den Soviets einzunehmen. Sie müssen sich noch ein wenig tiefer mit der pers. Geschichte befassen. Der damalige Einfluss Teheran im Gebiet von Abadan war damals gleich Null und GB Schutzmacht Pesiens/Irans gegenüber Russland u. Nazideutschlands.
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  • Kommentar von h.lörtscher, spiez
    Lieber Fredy Gsteiger(SRF Auslandkkorespondent). Eine antiamerikanische Haltung im Iran gibt es nur, weil seit den 50er Jahren eine antiiranische Politik der USA betrieben wird. Sturz des demokratisch gewählten Mossadegh und Einsetzung des Diktators Reza Pahlevi unter Führung des CIA. Melden sie sich doch bei mir. Ich gebe ihnen gerne den entsprechenden Geschichtsunterricht.
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    1. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @h. Lörtscher: So einfach war es nicht, wie Sie es darstellen! Die Installationen der BP in Abadan u. anderen Orten im Iran wurden entschädigungslos von Mssadegh, auf Betreiben und Unterstützung aus Moskau, verstaatlicht. BP erreichte, dass das nationalisierte Oel nirgends auf der Welt verkauft werden konnte. Der wirtschaftl. Kollaps vom Iran war somit besiegelt. Der CIA hat dann ein wenig nachgeholfen dass der Schah den Thron seines Vaters wieder einnehmen konnte.
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  • Kommentar von Hans-Ruedi Moser, Oberglatt
    Es war Zeit, dass auch islamische Länder reagieren !
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