Krieg in Syrien IS-Kämpfer bei Palmyra auf dem Vormarsch

Rauch über der Stadt Palmyra Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Erst im vergangenen März hatten syrische Regierungstruppen Palmyra zurückerobert. Keystone

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UNO-Resolution

Die UNO-Vollversammlung fordert in einer Resolution eine sofortige Waffenruhe und Nothilfe-Lieferungen nach Syrien. 122 Nationen stimmten für den von Kanada eingebrachten Resolutionsentwurf. 13 stimmten dagegen, 36 Länder enthielten sich. Der Text hat keinen bindenden Charakter.

Um was geht es? Die radikalislamische IS-Miliz ist offenbar unweit der antiken syrischen Wüstenstadt Palmyra auf dem Vormarsch. Die Extremisten hätten nach heftigen Gefechten mit Regierungstruppen weiteres Territorium erobert, erklärte die oppositionsnahe Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Zuvor hatten die Extremisten demnach zumindest teilweise nahe gelegene Öl- und Gasfelder sowie Getreidesilos unter ihre Kontrolle gebracht. Dutzende syrische Soldaten seien getötet worden.

Der Hintergrund: Der Islamische Staat hatte das Chaos des Bürgerkriegs in Syrien ausgenutzt und weite Teile des Landes unter seine Kontrolle gebracht, darunter im Mai 2015 auch Palmyra. Dort sprengten die Dschihadisten antike Götterskulpturen, die als Unesco-Weltkulturerbe eingestuft waren. Knapp ein Jahr später gelang die Rückeroberung. Es war einer der wichtigsten Erfolge der syrischen Armee im Kampf gegen den IS. Zuletzt fokussierte sich die syrische Armee jedoch wieder mehr auf die Bekämpfung von gemässigteren Rebellen, etwa in der Grossstadt Aleppo.

Regime-Angriffe gehen offenbar weiter

1:02 min, aus Tagesschau am Mittag vom 9.12.2016

Wie ist die Lage in Aleppo? Die verbliebenen Zivilisten im belagerten Ostteil Aleppos werden ungeachtet einer von Russland verkündeten Feuerpause weiter beschossen. Das von Aufständischen kontrollierte Gebiet ist innerhalb weniger Tage stark geschrumpft. Die Regierungstruppen eroberten rund 85 Prozent des Ostteils der Stadt. Der russische Aussenminister Sergej Lawrow lehnte eine Einstellung der Luftangriffe auf die noch von Rebellen kontrollierten Gebiete ab.

Die UNO beklagte, einerseits würden Zivilisten von Aufständischen an der Flucht aus Aleppo gehindert, andererseits gebe es «sehr besorgniserregende» Hinweise darauf, dass hunderte Männer nach der gelungenen Flucht in von Regierungstruppen kontrollierte Gebiete unauffindbar seien.