IS plante einen Anschlag auf einen Staudamm

Die kanadische Luftwaffe hat offenbar einen Anschlag der Terrormiliz IS auf einen Staudamm vereitelt. Die Miliz habe geplant, mit einer Überschwemmung die Bevölkerung der irakischen Provinz Anbar zur Flucht über Strassen zu zwingen, an denen IS Sprengsätze deponierte.

Eine Explosion mit dichtem Rauch, im Hintergrund die syrische Stadt Kobane Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Luftangriffe auf IS-Stellungen (hier bei Kobane) sollen Wirkung zeigen, heisst es aus dem Pentagon. Reuters

Die kanadischen Streitkräfte haben bei ihren ersten Luftangriffen im Irak Material der Organisation Islamischer Staat IS zerstört, mit denen diese offenbar ein Tal überfluten wollten. Nach den Angaben eines Armeesprechers vom Dienstag griffen Kampfjets vier Ziele an.

Dabei wurden demnach Baugeräte sowie ein Lastkraftwagen der IS-Dschihadisten zerstört. Die IS-Kämpfer hätten mit dem Material einen Staudamm am Euphrat brechen und die «Bevölkerung von Anbar zur Flucht vor der Überschwemmung zwingen» wollen, sagte Generalleutnant Jonathan Vance.

Hinterhalt mit Sprengsätzen

Zivilisten und irakische Soldaten hätten dann über eine bestimmte Strasse fliehen müssen, an der die IS-Kämpfer «Sprengsätze deponiert» hätten. F-18-Kampfjets hatten laut dem kanadischen Verteidigungsministerium am Sonntag in der zentralen Region Falludscha lasergesteuerte Bomben auf IS-Ziele abgeworfen.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Tod und Terror in Bagdad

    Aus 10vor10 vom 3.11.2014

    Bagdad war einst eine Stadt, von der nicht nur Orientalisten träumten, doch in jüngerer Zeit ist die irakische Hauptstadt zum Schauplatz von Gewalt und Krieg geworden. Seit Monaten wird sie von IS-Milizen bedroht. Der Krieg führt dazu, dass die Gewalt in der sowieso schon gebeutelten Stadt erneut zugenommen hat – die Reportage von Pascal Weber.

  • Der Kampf gegen IS lässt Peshmerga-Kämpfer zusammenrücken

    Aus Rendez-vous vom 30.10.2014

    Mit Beifall werden die nordirakischen Peshmerga-Kämpfer überall auf ihrem Weg nach Kobane empfangen; sie wollen ihre Brüder im Kampf gegen den «Islamischen Staat» unterstützen. Obwohl: Zu Hause stehen sie den IS-Milizen entlang einer 1000 Kilometer langen Front gegenüber.

    Reportage aus Nordirak.

    Philipp Scholkmann