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Angriff auf den Champs-Elysées IS-Terrormiliz bekennt sich zu Todesschüssen in Paris

Legende: Video Ist der IS für die Attacke verantwortlich? abspielen. Laufzeit 1:00 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 21.04.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • In Paris ist es auf dem Boulevard Champs-Elysées zu einer Schiesserei gekommen, bei der ein Beamter getötet wurde. Zwei weitere Polizisten wurden verletzt.
  • Auch der Angreifer ist laut Behörden ums Leben gekommen. Er war aktenkundig.
  • Die IS-Terrormiliz bekannte sich in der Nacht zu der Attacke.
  • Die französische Antiterrorstaatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf.

Ein Auto blieb neben einem Polizeiwagen stehen, ein Insasse des Autos eröffnete das Feuer und tötete einen Polizisten, berichtet ein Sprecher des Innenministeriums. Anschliessend versuchte der Täter zu Fuss zu fliehen und schoss auf weitere Polizisten. Zwei davon verletzte er. Dann schossen ihn die Beamten nieder.

IS-Terrormiliz reklamiert Tat für sich

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den tödlichen Angriff auf Polizisten in Paris für sich in Anspruch genommen. Bei dem Angreifer handele es sich um einen Kämpfer des IS, berichtete das IS-Sprachrohr Amak in der Nacht.
Die Nachricht konnte zunächst nicht unabhängig auf ihre Echtheit überprüft werden. Sie wurde aber über die Kanäle verbreitet, über die der IS in der Vergangenheit auch ähnliche Anschläge für sich beansprucht hat.

Nach dem tödlichen Angriff auf Polizisten spricht nach dem französischen Präsidenten François Hollande einiges für einen Terrorakt: «Wir sind überzeugt, dass die Spuren (...) terroristischer Art sind.»

Legende: Video Präsident Hollande geht von terroristischem Anschlag aus abspielen. Laufzeit 1:30 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 21.04.2017.

Hollande berief für Freitagmorgen sein Sicherheitskabinett ein. Bei der bevorstehenden Präsidentenwahl werde für äusserste Sicherheit gesorgt, versprach er. Innenminister Fekl hatte bereits angekündigt, die Wahl vom Sonntag mit 50'000 Polizisten und Soldaten zu schützen.

Am Dienstag hatte die Polizei in Marseille zwei mutmassliche Islamisten festgenommen. Laut Anti-Terrorstaatsanwalt François Molins drohte ein Anschlag in den nächsten Tagen. Die Sicherheitsmassnahmen wurden daraufhin verstärkt.

Mit Sturmgewehr bewaffnet

Laut dem Staatsanwalt François Molins war der Angreifer mit einem Sturmgewehr bewaffnet. Die Identität des Mannes sei geklärt. Die Ermittler wollten nun klären, ob der Mann Unterstützer hatte.

Der Angreifer hatte einen Polizisten getötet und zwei weitere verletzt. Ausserdem sei auch eine ausländische Passantin von Splittern getroffen und leicht verletzt worden, sagte Molins. Die Ermittler gehen einem Terrorverdacht nach.

TV-Sendung mit Präsidentschaftskandidaten

Trotz der Terrorgefahr setzten die Kandidaten ihren Wahlkampf fort. Am Donnerstagabend traten die elf Kandidaten beim Fernsehsender France 2 nacheinander zu Kurzinterviews auf.

Der Angriff ereignete sich zeitgleich zur letzten TV-Sendung mit allen elf Kandidaten, die am Sonntag in der ersten Runde der Präsidentenwahl antreten.

Le Pen: Es wird nicht alles getan

Legende: Video Die Kandidaten äussern sich live abspielen. Laufzeit 1:54 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 21.04.2017.

Der konservative Bewerber François Fillon sprach sich dafür aus, als Reaktion auf den Anschlag noch geplante Wahlkampfveranstaltungen abzusagen. Die rechtsextreme Kandidatin Marine Le Pen vom Front National erklärte, die Tat zeige erneut, dass nicht alles getan werde, um die Menschen zu schützen.

Umfragen zufolge hat Le Pen guten Chancen, neben dem linksliberalen Ex-Wirtschaftsminister Emmanuel Macron in die zweite Wahlrunde vom 7. Mai einziehen. Sie fordert, das Schengen-Abkommen auszusetzen und die französischen Grenzen zu kontrollieren, um die nationale Sicherheit zu gewährleisten.

Ein Polizeiwagen parkt auf der Champs-Elysées
Legende: Bei Schüssen auf dem Pariser Prachtboulevard Champs-Élysées ist ein Polizist getötet worden. AP

Kurz nach dem Angriff war der obere Teil der Champs-Élysées komplett von Sicherheitskräften abgesperrt. Geschäfte hatten ihre Rollläden heruntergelassen, mehrere U-Bahn-Stationen waren aus Sicherheitsgründen geschlossen. Zahlreiche Polizisten waren vor Ort. Die Polizei rief auf Twitter dazu auf, den Bereich zu meiden und die Arbeit der Sicherheitskräfte zu respektieren.

35 Kommentare

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  • Kommentar von Jens Mueller (Jens Mueller)
    Ist schon krass was dort passiert ist. War vor kurzem dort und hätte so was an der Champs-Élysée nicht für möglich gehalten, da es eigentlich bereits als ich dort war sehr gut bewacht wurden und immer wieder Soldaten gesehen haben. Mein Beileid an die Familie des erschossenen Polizisten und wünsche denen viel Kraft.
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  • Kommentar von L. Leuenberger (L.L.)
    Frankreich wird seit gut zwei Jahren von einer beispiellosen Terrorserie erschüttert, die über 230 Menschen aus dem Leben riss. Ohne Korrektur der Politik ist die Sicherheit nicht mehr gewährleistet. Medien und Regierungen nehmen ihre Aufgabe nicht wahr.
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      In den 70-er und 80-er Jahren gab es in Europa viel mehr Tote. Der Terror hat aufgehört ohne Aenderungen in der Politik wie Sie sie gerne hätten. Hingegen sieht man in den USA gerade sehr gut, was passiert wenn man den Spaltversuchen von gewissen Politikern nach gibt. Der Sozialstaat wird noch weiter abgebaut, den reichsten 5% wird noch mehr Geld zugeschaufelt und Steuern erlassen. Dazu kommt eine Totalüberwachung der Bürger. Für mich: nein, danke.
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  • Kommentar von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
    Wer wundert sich denn noch, wenn Muslime unter Generaverdacht gestellt werden, wenn wir rund um die Uhr und rund ums Jahr mit solchen Meldungen aus aller islamischen Welt und auch im Alltag mit einer grossen Mehrheit konservativer Muslime konfrontiert werden? Wer wundert sich, wenn Bürger muslimisches Gepräge und die damit demonstrierte Westophobie in westlichen Ländern zutiefst ablehnen? Ich mag die Leier von Einzelfällen nicht mehr hören, weil sie nämlich schlicht nicht stimmt!
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    1. Antwort von Lili Abis (...)
      Waren in der Zeit der Roten Armee Fraktion/Baader Meinoff alle Deutschen Terroristen? Zu Zeiten der IRA waren alle Iren Terroristen, und die Italiener mit ihrer Roten Brigade sowieso?
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    2. Antwort von Andreas Baumgartner (Besorgter Eidgenosse)
      Frau Hermann: Sie stehen emotional zu diesem Thema. Das ist absolut verständlich, rechtfertigt aber nicht den Generalverdacht an Muslimen. Des Weiteren sollten Sie nicht vergessen, wann und unter welchen Umständen die "Westophobie" sich herauskristallisiert hat in Teilen des islamischen Gedächtnisses. Dies hat den Islamismus gearde gefördert, als die westliche Besatzung im Orient letzterem seine "richtige" Kultur aufzwingen wollte.
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    3. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      "weil sie nämlich schlicht nicht stimmt!" Dann beweisen Sie doch bitte Ihre Behauptungen.
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