Israel bombardiert 13-stöckiges Hochhaus in Gaza

Im Kampf gegen die Hamas hat die israelische Armee mit zwei Bomben ein Hochhaus in Gaza-Stadt vollständig zerstört. Die Bewohner wurden im voraus über den Angriff gewarnt, dass sich Hamas-Kämpfer im Gebäude eingerichtet hätten. Die Hamas erschoss erneut vier mutmassliche Kollaborateure mit Israel.

Explosion und Staubwolke in den sechs Bildern des Einsturzes des Wohnblocks. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Fotomontage zeigt den Einsturz des 13-stöckige Wohnhauses «Zafer 4» in Gaza-Stadt. Keystone

Die israelische Armee hat zwei Bomben auf ein Hochhaus in Gaza-Stadt abgeworfen und das 13-stöckige Wohnhaus «Zafer 4» dem Erdboden gleichgemacht.

Anwohner erzählten, die beiden Bomben hätten mit Abstand von einigen Sekunden eingeschlagen.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden dabei 17 Menschen verletzt. Das Militär hatte die Bewohner zwei Stunden zuvor mit Flugblättern und Telefonanrufen vor dem Angriff gewarnt und aufgefordert, das Gebäude zu räumen. Grund war laut der israelischen Armee, dass Kämpfer der islamistischen Hamas aus dem Gebäude heraus operiert hätten.

Israel hat am Samstag zudem die gesamte Bevölkerung im Gazastreifen vor neuen Angriffen gewarnt. Die Armee warf Flugblätter ab, in denen sie die Bewohner aufrief, sich von Orten fernzuhalten, an denen militante Palästinenser Raketen abschiessen. Jedes Haus, das Ausgangspunkt militärischer Aktionen sei, werde attackiert.

Gaza unter Dauerbeschuss

Bereits am Morgen sind bei einem israelischen Luftangriff nach palästinensischen Angaben mindestens drei Menschen im Gazastreifen getötet worden. Zehn weitere seien verletzt worden. Dies teilte der Sprecher des palästinensischen Gesundheitsministeriums mit.Israel spricht von fünf toten Palästinensern.

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Hamas an Entführung beteiligt

Die Hamas hat erstmals zugegeben, dass Mitglieder der Organisation an der Entführung und Tötung dreier israelischer Jugendlicher im Juni beteiligt waren. Das sagte der Hamas-Exil-Chef Chaled Maschaal zu Yahoo News. Nach den Morden setzte eine Welle der Gewalt ein, die in den Gaza-Krieg mündete.

Der Angriff ereignete sich nahe der Stadt Deir-al-Balla. Bei einer weiteren Attacke auf ein Haus in Gaza-Stadt wurden dem Sprecher zufolge rund 40 Menschen verletzt.

Die israelischen Streitkräfte erklärten, sie hätten 20 Ziele beschossen, darunter Raketenwerfer und Waffenverstecke. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Freitag damit gedroht, den Kampf gegen die radikalislamische Hamas zu verschärfen.

Nach Angaben des palästinensischen Ministeriums starben in dem Küstengebiet seit dem Beginn der israelischen Gaza-Offensive Anfang Juli 2096 Palästinenser, mehr als 10'500 wurden verletzt.

Hamas erschiesst weitere Kollaborateure

Die radikal-islamische Hamas geht im Gazastreifen weiter gegen mutmassliche Kollaborateure mit Israel vor. Militante Palästinenser haben laut der Agentur Maan vier weitere Männer erschossen, die der Zusammenarbeit mit Israel bezichtigt wurden. Die mutmasslichen Spitzel wurden demnach vor Dutzenden Augenzeugen im Hof einer Moschee in Dschabalija im Norden des Gazastreifens getötet. Laut Hamas gab es zuvor einen Prozess.

Bereits am Donnerstag und Freitag hatten die Extremisten mindestens 21 Männer getötet, die mit Israel zusammengearbeitet haben sollen. Der Schlag gegen die angeblichen Informanten könnte im Zusammenhang mit den gezielten Tötungen von Hamas-Funktionären durch die israelische Armee stehen.