Nahost-Konflikt Israel räumt illegale Siedlung Amona

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Siedler und Polizisten formieren sich

0:33 min, vom 1.2.2017

Das Wichtigste in Kürze:

  • Im Westjordanland haben israelische Sicherheitskräfte mit der Räumung der illegal erstellten Siedlung Amona begonnen.
  • Bewohner und Aktivisten sträuben sich nach Kräften. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen.
  • Gleichzeitig kündigt Israel den Bau weiterer 3000 Siedlerwohnungen im Westjordanland an.

Hunderte israelische Polizisten haben am Mittwochvormittag mit der Räumung Amonas begonnen. Dabei bewarfen vermummte Jugendliche die Sicherheitskräfte mit Steinen. Sie hatten die Zufahrtsstrasse zuvor mit brennenden Reifen blockiert. Hunderte Räumungsgegner haben sich zudem mit Einwohnern in den Häusern von Amona verbarrikadiert. Laut Medienberichten wurden bei Auseinandersetzungen zehn Polizisten und ein Siedler verletzt.

Das Höchste Gericht in Jerusalem hatte angeordnet, den Ort mit seinen rund 280 Einwohnern bis zum 8. Februar zu räumen. Die nicht genehmigte Siedlung Amona liegt auf palästinensischem Privatland. Der Amona-Sprecher Avichai Boaron sprach von einem «schwarzen Tag für den Zionismus»

Israel plant Bau weiterer 3000 Wohnungen

Auch Israels Justizministerin Ajelet Schaked von der Siedlerpartei sprach von einem «sehr schweren Tag». Die Regierung habe «endlose Bemühungen unternommen, damit es nicht so weit kommt». Der Fall Amona habe jedoch dazu geführt, dass die Koalition sich für ein Gesetz zur Legalisierung von Siedlungen auf palästinensischem Privatland einsetze, sagte Schaked.

Ungeachtet internationaler Kritik hat Israel hat am Vorabend der Räumung den Bau 3000 weiterer Siedlerwohnungen angekündigt. Im Westjordanland und in Ostjerusalem leben bereits heute rund 600'000 Israelis in mehr als 200 Siedlungen. Die Besiedlung gilt als grosses Hindernis für eine Friedensregelung mit den Palästinensern.