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International Israel will Waffenruhe verlängern

Geht es nach Israel, soll die Waffenruhe im Gazastreifen über Freitag hinaus verlängert werden – ohne Forderungen. Derzeit verhandelt Israel in Kairo mit den Hamas und dem Islamischen Dschihad über eine dauerhafte Feuerpause. Seine Soldaten im Grenzgebiet will Israel aber nicht abziehen.

Legende: Video Die Waffenruhe hält abspielen. Laufzeit 1:18 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 06.08.2014.

Israel ist bereit, die Waffenruhe zu verlängern. Wie lange sie gelten soll, liess der Regierungsvertreter offen, der namentlich nicht genannt werden wollte. Er sagte, Israel habe kein Problem damit, die Waffenruhe ohne Bedingungen auszuweiten. Die Feuerpause ist am Dienstag in Kraft getreten und sollte bis Freitag 8 Uhr Ortszeit (7 Uhr MESZ) dauern.

Derzeit verhandeln in Kairo Israel und die radikal-islamischen Gruppen Hamas und Islamischer Dschihad in indirekten Gesprächen über eine dauerhafte Waffenruhe im Gazastreifen.

Israel verlangte dafür eine Entmilitarisierung des Gebietes. Die Hamas forderte ein Ende der Blockade des Gazastreifens. Dabei nannten sie den Bau eines See- und Flughafens in Gaza, eine Aufhebung von Einschränkungen bei der Geldüberweisung und eine Ausweitung der Fangzone für Fischer. Sie verlangten auch die Freilassung inhaftierter Gefolgsleute.

Israelische Truppen bleiben im Grenzgebiet

Derweil gab der israelische Ministerpräsident Netanjahu in Jerusalem bekannt, dass seine Truppen im Grenzgebiet zu dem Palästinensergebiet in Position blieben. Israel werde die Sicherheit seiner Grenzorte auch künftig gewährleisten und notfalls gegen neue Tunnelbauten vorgehen, sagte Netanjahu.

Zur Zukunft des Gazastreifens sagte Netanjahu, Israel arbeite mit der Palästinensischen Autonomiebehörde zusammen und sei darauf «vorbereitet», dass sie in Gaza eine Rolle spielen könnte.

Auch die Hamas hatte zuvor eine Verlängerung der Waffenruhe in Aussicht gestellt. Das sagte Issat al-Rischak, ein hochrangiger Funktionär der im Gazastreifen herrschenden Hamas. Dies hänge aber vom Verlauf der Verhandlungen mit Israel ab, sagte er der palästinensischen Nachrichtenagentur Maan.

USA für eine Zwei-Staaten-Lösung

Die USA werden nach Angaben der US-Regierung in Washington vermutlich an weiteren Gesprächen in Kairo teilnehmen. US-Aussenminister John Kerry sagte dem britischen Fernsehsender BBC, die Gespräche in Kairo müssten Wegbereiter für breiter angelegte Verhandlungen in Richtung auf eine Zwei-Staaten-Lösung sein, um einen dauerhaften Frieden in der Region zu sichern.

Legende: Video Neue Waffenruhe im Gazastreifen abspielen. Laufzeit 1:27 Minuten.
Aus Tagesschau vom 05.08.2014.

Die einen Monat dauernde Offensive Israels hat im Gazastreifen schwere Zerstörungen hinterlassen. 65'000 Menschen haben nach UNO-Angaben keine Unterkunft mehr. Die Aufräumarbeiten dauern an. Helfer haben noch Leichen in den Trümmern gefunden.

Seit Beginn der israelischen Offensive vor einem Monat wurden nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums 1875 Palästinenser getötet und 9567 weitere verletzt. Unter den Toten seien 430 Kinder, 243 Frauen und 79 ältere Menschen, teilte ein Sprecher mit.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Karl Paul, St. Gallen
    Die armen Palästinenser sind auf die Hamas hereingefallen. Die versprachen ihnen einen militärischen Sieg, gar die Auslöschung Israels. Nun haben sie eine schmerzhafte Quittung aus Israel erhalten. Die Palästinenser können einem nur Leid tun. Wer religiöse Vertreter in die Regierung wählt oder welche zulässt hat längerfristig verloren.
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  • Kommentar von U.Fröhlich, Herisau
    Sollen wir inder CH nicht auch Mörder frei herum spazieren lassen? Solange die Hamas in Gaza regiert, die zum Ziel hat, Israel in ein Palästina ohne Juden umzuwandeln...müssen die Israelis die Terroristen einsperren...wie fast jeder andere Staat das auch tun würde zum Schutz der eigenen Bevölkerung. Glaubt ihr wirklich, dass die Hamas eine Zweistaatenlösung wollen? Ich zweifle daran, eher Status quo, um Gelder in Mill.höhe zu erlangen. Für die geschundenen Zivilisten? Das wäre zu schön...
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    1. Antwort von Gilbert Esseiva, Steinhausen
      @ Hr.Fröhlich. Das ist aber mal zur Abwechslung eine kreative Version. Nicht mal die israelische Propaganda hat die bis jetzt benutzt, und das will etwas heissen. Die Palästinenser bestehen nicht nur aus Hamas. Sie verhandeln erfolglos seit Jahrzehnten für eine 2 Staaten Lösung, die Israel nicht will. Israel verfolgt inzwischen ganz offen das Ziel eines Gross Israels. Da sind die Palästinenser im Weg. Wir sollten vorsichtiger sein mit dem Gebrauch des Wortes "Terrorist".
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    2. Antwort von Erwin Jenni, Ottikon
      Sie haben sehr recht Herr Fröhlich und Herr Paul. Ich denke Herr Esseiva ist in die Lügenfalle der Hamas getappt. Er spricht einfach das nach, was die Medien seit Jahren sugerieren. Doch damit wird eine Lüge nicht zur Wahrheit. Israel ist schon lange für eine 2 Staaten Lösung, nur die wird durch die Pal. immer wieder weggebomt. Israel hat über 90% der Landfläche, welche es in Krigen erobert hat, zurückgegeben. Was wollen Sie noch mehr? Schauen Sie mal auf die Landkarte wie "gross" Israel ist?
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    3. Antwort von U.Fröhlich, Herisau
      ...solange die Hamas in Gaza regiert, bitte richtig lesen... auch der sogenannt gemässigte Mr. Abbas spricht von einem judenreinen Palästinenserstaat...so ist es leider, d.h. nicht, dass viele PalästinenserInnen nicht mit dem jüdischen Volk leben können!!! äh, wie ist ihre Definition von Terrorist?
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    4. Antwort von L.Imboden, Schaffhausen
      @Hr. Esseiva Ich denke, dass Leute die ununterbrochen Raketen abschiessen und das mit dem einzigen Ziel Zivilisten zu treffen die kann man sehr wohl als Terroristen bezeichnen. Israel hat immer versucht Verluste zu vermeiden. Doch wenn die Hamas ihre Raketen von Schul- und Krankenhäuser abfeuert, ist das einfach nur primitiv. Die Hamas wollen tote Frauen und Kinder, denn nur so können sie weiterhin die Bevölkerung auf Israel hetzen. Schade dass die Palästinenser dies nicht merken...
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