Zum Inhalt springen

Befeiung von Mossul Jetzt geht der Kampf in die entscheidende Phase

Legende: Video Bewohner von Mossul flüchten aus der Stadt abspielen. Laufzeit 02:18 Minuten.
Aus Tagesschau vom 18.06.2017.
  • Das irakische Militär hat eigenen Angaben zufolge eine Offensive auf die dicht bebaute Altstadt von Mossul gestartet. Sie gilt als letzte irakische IS-Hochburg.
  • Die irakischen Truppen werden von einer US-geführten Militärallianz aus der Luft unterstützt.
  • 100'000 Zivilisten sind laut den Vereinigten Nationen noch im umkämpften Stadtteil eingeschlossen.

Die irakische Armee hat die entscheidende Phase ihres Kampfes gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Mossul begonnen. Im Morgengrauen rückten Soldaten langsam in die engen Strassen der Altstadt vor, wie die irakische Armee am Sonntag mitteilte.

Am Morgen waren Schüsse aus Maschinengewehren zu hören, Rauch stieg über der Altstadt auf. Bereits in der Nacht hatte die US-geführte Anti-IS-Koalition Luftangriffe geflogen.

Zivilisten als «menschliche Schutzschilde»

Die Rückeroberung der dicht besiedelten Altstadt aus den Händen des IS gilt wegen der vielen dort festsitzenden Zivilisten als besonders schwierig. Nach Angaben der Vereinten Nationen hält der IS noch mehr als 100'000 Zivilisten als «menschliche Schutzschilde» in der historischen Altstadt fest.

Zudem ist das Viertel sehr eng. «Unsere Kräfte sind zu Fuss vorgerückt, weil die Strassen so eng sind», sagte Abdulghani al-Assadi, ein Kommandant der irakischen Anti-Terror-Einheiten.

Letzte Hochburg im Irak

«Die Kämpfe sind heftig, weil es ihre letzte Hochburg ist», sagte er. Die IS-Dschihadisten könnten «nirgendwohin fliehen», da sie von drei Seiten von der irakischen Armee und an der vierten vom Fluss Tigris umgeben seien.

Sollte die Stadt wieder komplett an die irakischen Truppen zurückfallen, wäre dies faktisch das Ende des Kalifats im Irak. Im benachbarten Syrien läuft derzeit eine Offensive auf Rakka, das als Hauptstadt des IS gilt.

Seit 2014 in der Hand des IS

Mossul ist die zweitgrösste Stadt im Irak. Der IS hatte die Metropole 2014 überrannt. In den von ihm eroberten Gebieten im Irak und Syrien riefen die Dschihadisten ein «Kalifat» aus. Die irakischen Truppen begannen im Oktober mit Unterstützung der US-geführten Anti-IS-Koalition mit der Rückeroberung von Mossul. Der Ostteil der Stadt wurde im Januar zurückerobert, einen Monat später folgte der Einsatz im Westteil der Stadt.
Seit der Kampf um die Rückeroberung begonnen hat, wurden etwa 862'000 Menschen aus Mossul vertrieben oder sind geflohen. Rund 195'000 von ihnen sind seitdem jedoch wieder zurückgekehrt, vor allem in den befreiten Ostteil der Stadt.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Jacqueline Zwahlen (Jacqueline Zwahlen)
    Apropos Rakka: Human Rights Watch beschuldigt die US-Koalition des Einsatzes von Phosphorbomben. Reuters meldet, dass ebendiese Koalition ein syrisches Kampfflugzeug abgeschossen hat.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Seit dem Sturz von S. Hussein ist die Bevölkerung im Irak, trotz Auswanderung und Krieg, von 25 Millionen auf 35 Millionen Menschen gestiegen. Es kommen jährlich etwa eine Million Neugeborene dazu. Syrien hatte 1917 etwa 2,5 Millionen Einwohner, heute trotz Krieg ca. 23 Millionen. Bei dieser Bevölkerungsexplosion kann man davon ausgehen, dass diese Region zukünftig noch wesentlich grössere Probleme bekommen wird.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen