Juncker führt Konservative in Europawahl

Der frühere luxemburgische Regierungschef Jean-Claude Juncker hat sich als Spitzenkandidat zur EU-Wahl behaupten können. In einer Kampfabstimmung seiner Partei, den Konservativen, machte der Luxemburger das Rennen gegen einen Franzosen.

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Juncker will Barrosos Posten

0:23 min, vom 7.3.2014

Der Spitzenkandidat der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) für die EU-Wahl heisst Jean-Claude Juncker. Der frühere luxemburgische Regierungschef hat sich in Dublin als Spitzenkandidat gegen den EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier aus Frankreich durchgesetzt.

Laut EVP-Kreisen erhielt Juncker 382 Stimmen, Barnier vereinigte 245 Stimmen auf sich.

Für EU-Wahl und Präsidentenamt nominiert

Nach der Wahl sagte Juncker: «Ich will diesen Job, weil ich immer wütender werde, dass die EU immer mehr in zwei Teile gespalten wird – und zwar in wirtschaftlich stärkere und schwächere Länder. Ich finde, wir haben genug Gegensätze in Europa».

Für die EU-Wahl Ende Mai stellen die Parteienfamilien erstmals EU-weite Spitzenkandidaten auf. Denn diese treten gleichzeitig auch um die Nachfolge von José Manuel Barroso im Amt des EU-Kommissionspräsidenten an. Im EU-Vertrag von Lissabon ist geregelt, dass das Ergebnis der Europawahl auch bei der Auswahl des Kommissionschefs berücksichtigt werden muss.

Auch Martin Schulz zählt zu den Spitzenkandidaten

Die Sozialdemokraten schickten den derzeitigen Präsidenten des Europaparlaments, der Deutsche Martin Schulz, ins Rennen. Die Liberalen nominierten den früheren belgischen Regierungschef Guy Verhofstadt.

Die Grünen bestimmten ein Spitzenduo aus der deutschen EU-Abgeordneten Ska Keller und ihrem französischen Kollegen José Bové. Die Linke setzt auf den griechischen Oppositionsführer Alexis Tsipras. Die EVP, zu der auch die deutschen Parteien CDU und CSU gehören, bestimmte als letzte Gruppierung ihren Kandidaten.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Juncker soll Barroso-Nachfolge antreten

    Aus Tagesschau vom 7.3.2014

    In zwei Monaten wählt Europa ein neues Parlament. Erstmals treten dabei die Parteien grenzüberschreitend mit gemeinsamen Spitzenkandidaten an. Die Konservativen steigen mit dem Luxemburger Jean-Claude Juncker ins Rennen.