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Stefan Kuster vom BAG zu den Gefahren durch Aerosole
Aus News-Clip vom 09.07.2020.
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Kampf gegen Corona-Aerosole Lüften, lüften, lüften

  • Rund 240 Wissenschaftler werfen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor, das Ansteckungsrisiko durch sogenannte Aerosole zu vernachlässigen.
  • Die Experten empfehlen, neben der Vermeidung von grossen Menschenansammlungen vor allem auf eine gute Durchlüftung mit frischer Aussenluft zu achten.
  • Die WHO reagierte und kündigte an, in den nächsten Tagen ausführlicher auf den offenen Brief zu reagieren.

Rund 240 Wissenschaftler, unter anderem Physiker und Ingenieure, hatten Anfang der Woche ein Schreiben in einer Fachzeitschrift, Link öffnet in einem neuen Fenster veröffentlicht. Sie werfen den Gesundheitsbehörden und der WHO vor, in ihren Empfehlungen das Ansteckungsrisiko durch kleinste Teilchen in der Luft, sogenannte Aerosole, zu vernachlässigen.

Belüftung so wichtig wie Händewaschen

«Wir sollten genauso viel Betonung auf Masken und Belüftung legen wie auf das Händewaschen», sagte die Aerosol-Expertin und Ingenieurin Linsey Marr der «New York Times». «Soweit wir das beurteilen können, ist das genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger.»

Laut den Wissenschaftlern lassen Studien kaum Zweifel daran, dass Sars-CoV-2 sich genauso wie bereits erforschte verwandte Viren durch winzige Tröpfchen in der Luft verteile. Besonders volle, unzureichend durchlüftete Räume, in denen sich viele Menschen lange aufhalten, seien ein Risiko.

Die Übertragung über Aerosole sei die einzige Erklärung für mehrere Ausbrüche, bei denen einzelne Infizierte viele Menschen ansteckten – teils trotz Einhaltung der Hygieneregeln.

Experten empfehlen drei Vorsichtsmassnahmen:

  • Vermeidung von hoher Menschendichte etwa in öffentlichen Gebäuden, Schulen, Arbeitsplätzen oder Spitälern.
  • Innenräume mit frischer Aussenluft durchlüften.
  • Einsatz von hocheffizienten Luftfiltern oder Ultraviolett-Lampen, die Erreger abtöten.

WHO hält an Empfehlungen fest

Die WHO hat angekündigt, in den nächsten Tagen ausführlicher auf den offenen Brief zu reagieren. Die WHO sei aufgeschlossen gegenüber neuen Datenlagen in diesem Bereich. Sie müsse aber sehr behutsam vorgehen, bevor sie Schlüsse ziehe, sagte WHO-Expertin Benedetta Allegranzi auf einer Medienkonferenz am Dienstagabend in Genf.

Es gebe nichts zu rütteln an den bestehenden Abstandsregeln und der Empfehlung zum Tragen von Masken bei hoher Menschendichte. Die WHO sichtet laut der Chefwissenschaftlerin im Durchschnitt täglich 500 Publikationen unterschiedlicher Qualität.

BAG: «Aerosole kein riesiger Treiber»

Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat die wissenschaftliche Task-Force des Bundes bereits Anfang Juni um eine Einschätzung bezüglich der Aerosole gebeten. In einem Kurzdossier, Link öffnet in einem neuen Fenster wies die Task-Force auf den Ansteckungsweg durch Aerosole hin. Es sei wahrscheinlich, «dass speziell in schlecht belüfteten Räumen eine Übertragung stattfinden kann».

Lüften oder die Priorisierung von Sitzgelegenheiten im Freien bei Veranstaltungen könne eine wichtige Massnahme sein. Allerdings wies die Task-Force auch darauf hin, dass Tröpfcheninfektion und direkter Kontakt «die dominanten Wege der Übertragung sind.»

Diese Sichtweise bestätigte auch Stefan Kuster, Leiter Abteilung Übertragbare Krankheiten beim BAG. Er sagte an der Medienorientierung am Donnerstag: «Wir haben das auf dem Radar, aber es sieht nach wie vor danach aus, dass Aerosole kein riesiger Treiber der Pandemie wären, sonst hätten wir gerade in Clubs viel mehr Infizierte.»

Radio SRF 4 News, 09.07.2020, 16 Uhr;

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33 Kommentare

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  • Kommentar von Jean Piere Grano  (J.-P. Grano)
    Immer mehr solcher Lokale verlangen die ID und die Überprüfung der Handynummer. Problem: wenn dann ein Gast positiv getestet wird müssen ALLE auf der Liste (auch wenn sie das Lokal beim Eintreffen dieses Gastes bereits verlassen haben) in eine Quarantäne obwohl allenfalls nur 0.5% infiziert sind. Und die App zeigt bei Aerosolen über x Meter ohnehin keine Warnung. Konsequenz: Nur noch private "Garagenpartys" ohne Zwangs-Quarantänerisiko.
    Quarantäneregeln bitte grundlegend überdenken!
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  • Kommentar von Peter Kovacs  (Bese)
    Nach 28 Kommentare keine einzige erwähnte die Masken. Bitte bitte Masken tragen auch wenn es schwer fällt!
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    1. Antwort von Jean Piere Grano  (J.-P. Grano)
      Vorschlag: Der Fasnachtsbeginn wird um 7 Monate vorverlegt ohne End-Datum und in allen Clubs und Bars gilt Kostümzwang mit Vollmaske ....
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  • Kommentar von Markus Bossert  (EEE)
    Dass sich das Coronavirus in Städten mit hoher Feinstaubbelastung (z.B. Milano, Paris) besonders schnell verbreitet hat, ist ja auch nichts Neues. Das weiss man seit Mitte Mai. Das Coronavirus haftet an den Feinstaubpartikeln, welche wir wieder einatmen.
    März, April hielt sich der Feinstaub in der Luft wegen des sonnigen Wetters. Kaum war der Feinstaub abgeregnet, ging auch die Ausbreitung des Virus zurück.
    (Mehr Autos) -->mehr Feinstaub -->mehr Übertragung
    [Uni Bari (IT); nano 3sat 22.4.20]
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    1. Antwort von Misra Namana  (Misra Namana)
      Halt halt Herr Bossert. Das ist so nicht richtig. Denn Mitte Mai war das nur eine Verschwörungstheorie und nicht erlaubt, also gewusst hat man das nicht (sagten die Medien). Heute weiss man es und sagt, wieso hat das vorher niemand gewusst?
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