Kampf um Renten in Frankreich begonnen

In der französischen Rentenkasse gähnt ein Milliardenloch. Die Regierung hat drastische Massnahmen vorgeschlagen, um das Defizit zu verringern. Heute hat das Parlament mit den ersten Beratungen begonnen.

Blick in die französische Nationaversammlung. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der französischen Nationalversammlung stehen heftige Debatten bevor. Keystone

Das französische Rentensystem ist finanziell angeschlagen. Die Regierung von François Hollande will mit einer weiteren Verlängerung der Lebensarbeitszeit und Beitragserhöhungen die Kasse sanieren.

Die Mindestbeitragszeit für den Erhalt der vollen Rente soll demnach von aktuell 41,5 auf 43 Jahre im Jahr 2035 steigen. Die Beiträge selbst werden bis 2017 um 0,6 Prozentpunkte erhöht, wobei Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Lasten jeweils zur Hälfte tragen. Nicht angetastet wird das vergleichsweise niedrige Renteneintrittsalter von 62 Jahren.

Die sozialistische Regierung bezeichnet die Reform als unverzichtbar. Ohne politisches Handeln werde das Defizit der Rentenkassen bis 2020 auf 20,7 Milliarden Euro und bis 2040 auf 27 Milliarden Euro pro Jahr wachsen.

Die Vorschläge der Regierung werden nun im Parlament beraten. Es werden lange Debatten erwartet. Vor allem linke Gewerkschaften haben ihre Opposition zum Projekt angekündigt. Sie befürchten, dass die Verlängerung der Lebensarbeitszeit den Berufseinstieg für junge Menschen weiter erschwert.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Rentendebatte im französischen Parlament

    Aus Tagesschau vom 7.10.2013

    Die sozialistische Regierung von Frankreichs Präsident Hollande will das Rentensystem reformieren. Schmerzhafte Kürzungen stehen an. Um das Paket populärer zu machen, kommt Hollande etwa den Schwerarbeitern entgegen.