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International Kampfjet kracht auf Marktplatz: Fast 30 Menschen sterben

Tragischer Zwischenfall in Idlib, Syrien: Ein syrisches Kampfflugzeug fliegt über einem Basar, wirft eine Bombe ab und fällt nur Sekunden später auf den Marktplatz. Mindestens 27 Menschen kommen ums Leben, Dutzende werden verletzt. Die Maschine ist wahrscheinlich nicht abgeschossen worden.

Legende: Video Syrisches Kampfflugzeug stürzt auf Marktplatz ab abspielen. Laufzeit 00:38 Minuten.
Aus News-Clip vom 03.08.2015.

Ein syrisches Kampfflugzeug ist am Montag in der von Rebellen gehaltenen Stadt Ariha nahe der Grenze zur Türkei abgestürzt. Mindestens 27 Menschen seien getötet und Dutzende verletzt worden, teilte die der Opposition nahestehende Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Eine Bombe abgeworfen

Die Opfer seien überwiegend Zivilisten. Das Kampfflugzeug sei in niedriger Höhe geflogen und habe eine Bombe auf den Basar abgeworfen, berichteten Augenzeugen. Nur Sekunden später sei es auf den belebten Markt in der im Nordwesten Syriens gelegenen Stadt gestürzt.

Bei Gott, dieser Markt war voll von Leuten
Autor: Augenzeuge des Unglücks
Das Ausmass der Zerstörung ist enorm. Der ganze Marktplatz ist in eine Staubwolke gehüllt.
Legende: Das Ausmass der Zerstörung ist enorm. Der ganze Marktplatz ist in eine Staubwolke gehüllt. GBRTV

Ein Zeuge brachte sein Erschrecken wie folgt zum Ausdruck. «Bei Gott, dieser Markt war voll von Leuten. Sie sind gekommen, um ein wenig Geld zu verdienen. Jeder von ihnen war an seinem Stand. Und nun sind sie alle unter den Trümmern begraben.» Das Flugzeug, die Piloten und die Rakete hätten allesamt auf dem Marktplatz eingeschlagen, nichts sei erhalten geblieben.

Umstrittene Provinz Idlib

Nach Angaben der Beobachtungsstelle wurde die Maschine nicht abgeschossen. Eine Stellungnahme der syrischen Armee war zunächst nicht zu erhalten.

Ariha liegt in der Provinz Idlib im Nordwesten des Landes. Die Stadt, die lange unter der Kontrolle der Regierungstruppen von Präsident Baschar al-Assad stand, war im Mai an eine Koalition islamistischer Aufständischer gefallen.

Damit haben die Rebellen die Kontrolle über den grössten Teil Idlibs, dem Kernland der Alawiten, zu denen auch Assad gehört. Idlib grenzt an die Türkei und an die syrische Provinz Latakia am Mittelmeer.

In der ländlichen Region Idlib haben zuletzt die Kämpfe zwischen Assad-Getreuen und Aufständischen der Rebellenallianz Dschaisch al-Fateh (Armee der Eroberung) zugenommen. Zu ihr gehört der syrische Al-Kaida-Ableger Nusra-Front.

Jabhat al-Nusra

Jabhat al-Nusra wurde im Jahr 2011 gegründet. Kopf der Organisation ist Fatih Abu Muhammad al-Julani. Im April 2013 hat dieser öffentlich den Treueeid auf Ayman al-Zawahiri abgelegt. Die Nusra-Front gilt als Al-Kaida-Regionalorganisation für Syrien. Seit dem Jahr 2013 stuft der Sicherheitsrat der UNO die Nusra-Front als Terrororganisation ein.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von M.sogukoglu, Aargau
    Offensichtlich kapierenes einige immer noch nicht. Die Türkei bombardiert keine unschuldige Zivilisten, bombardiert werden is, pkk daish und sonstige Terrororganisation von esad!!!!! Man sollte doch schon einsehen, dass die zahlen von syrischen Flüchtlinge in der Türkei bis jetzt auf 2millionen gestiegen sind... In der Türkei sind alle Flüchtlinge willkommen und die Regierung sorgt gut für die, im Gegensatz zu EU wo all ihre Grenzen gesperrt haben.
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    1. Antwort von m.mitulla, wil
      @M.sogukoglu. Jede Bombe, die abgeworfen wird, trifft Menschen und deren Lebensgrundlagen - und macht aus Menschen Flüchtlinge! Kennen Sie den Ausdruck "Kollateralschaden"? Das haben nicht nur einige, sondern die meisten "kapiert". Im Übrigen hatten die kurdischen Kämpfer bis heute die meisten Erfolge gegen den IS vorzuweisen. Aus unserer Sicht ist der IS der Feind - aus türkischer Sicht sieht das offensichtlich etwas anders aus.
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  • Kommentar von Cherubina Müller, 4055 Basel
    Das SRF berichtet wieder einmal sehr einseitig, man vergleiche mit dem Artikel in der deutschen Zeitung Bild. Vielleicht habe ich etwas übersehen, aber die heute Tatsache gewordene Befreiung von Al-Hasakha, durch die Zusammenarbeit und unter grossen Opfern folgender Gruppierungen: YPG ( Kurden ), NDF, SAA, des Shaytat - Stammes und der Gozarto Protection Force ( christliche,regierungstreue Miliz ), ist eine schwere Niederlage des IS und bleibt doch weitgehend unerwähnt, warum wohl ?
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  • Kommentar von m.mitulla, wil
    "Die Maschine ist wahrscheinlich nicht abgeschossen worden"- EIN ABSOLUT HÖHNISCHER SATZ! In Syrien herrscht Krieg. Jeden Tag sterben Menschen. Jeder, der diesen Krieg unterstützt und Bomben über das Land abwirft, ist ein Verbrecher. Die syrische Armee kämpft mittlerweile nicht nur gegen IS und Nusra-Front, sondern auch noch gegen die USA und die Türkei. Eines ist sicher: Der IS wird auf diese Weise GESTÄRKT und wird nach dem Fall Assads an die Macht drängen- dann gehts den Minderheiten schlecht
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