US-Sicherheitsberater gesucht Kaum designiert geht Harward wieder

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«Ich habe Chaos übernommen»

1:08 min, vom 17.2.2017

Das Wichtigste in Kürze

  • Donald Trump nominiert Robert Harward für den Posten des Sicherheitsberaters.
  • Der Ex-Militärkommandant lehnte jedoch bereits ab. Offenbar durfte er sein eigenes Team nicht zusammenstellen.

Bei der Suche nach einem Nachfolger für seinen geschassten nationalen Sicherheitsberater hat US-Präsident Donald Trump offenbar kein glückliches Händchen. Der vorgeschlagene Ex-Militärkommandant Robert Harward habe den Posten bereits abgelehnt.

Der Nachrichtensender CNN zitierte aus einer Erklärung Harwards, wonach dieser die Aufgabe nicht übernehmen könne. «Dieser Job fordert 24 Stunden täglich und sieben Tage pro Woche Aufmerksamkeit und Engagement, um es richtig zu machen. Derzeit könnte ich diese Verpflichtung nicht eingehen», hiess es demnach in der Erklärung des 70-jährigen Ex-Militärs.

Flynn-Stellvertreterin sollte bleiben

Harward im Porträt Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ex-Militärkommandant Robert Harward wurde von Donald Trump vorgeschlagen, und er lehnte bereits ab. Keystone / Archiv

Nach dem Rücktritt von Michael Flynn sei Harward das Amt angeboten worden, sagten zwei mit der Entscheidung vertraute Personen. Letzterer soll sich Bedenkzeit erbeten haben, als Trump ihm das Angebot machte.

Harward wollte laut den beiden Insidern sein eigenes Team mitbringen. Trump hat Flynns Stellvertreterin K.T. McFarland jedoch zugesagt, dass sie im Amt bleiben kann. Das sei ein Grund für die Absage von Harward gewesen.

Weitere Kandidaten

Neben Harward wurden zuletzt in den US-Medien auch der amtierende nationale Sicherheitsberater Keith Kellogg und der frühere Kommandant der internationalen Truppen in Afghanistan und Ex-Direktor des Geheimdienstes CIA, David Petraeus, als Anwärter für die dauerhafte Besetzung des Schlüsselpostens genannt.

Trump lobt an Medienkonferenz seine Regierungsarbeit

US-Präsident Donald Trump ist der massiven Kritik an seiner Amtsführung entschieden entgegengetreten und hat eine durchweg positive Bilanz der ersten vier Wochen gezogen. Er habe alle Wahlversprechen gehalten und umgesetzt, sagte der Republikaner in Washington. Trump sagte, vermutlich sei noch nie ein US-Präsident in so kurzer Zeit so erfolgreich gewesen wie er. Er erfahre überall grosse Zustimmung, und es gebe eine Welle des Optimismus in der Arbeitswelt.
Trump nutzte die Medienkonferenz zu einem Generalangriff auf die Medien und lieferte sich wiederholt Wortgefechte mit einzelnen Journalisten. Der gegenwärtige Zustand seiner Administration sei das genaue Gegenteil von Chaos. «Diese Regierung arbeitet wie eine gut abgestimmte Maschine», sagte Trump. Es sei die Schuld der Demokraten, dass Kabinettsposten nicht bestätigt würden, das halte vieles auf.
«Ich habe ein Chaos geerbt. Zuhause und im Ausland», sagte Trump. Immer mehr Firmen würden ins Ausland abwandern, die Arbeitsplätze daher schwinden. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt in den USA ist allerdings so positiv, dass die Notenbank Federal Reserve unlängst die Leitzinsen anhob, um eine Überhitzung der Konjunktur zu verhindern.

Flynn musste am Montag seinen Hut nehmen. Hintergrund sind seine Kontakte zum russischen Botschafter Sergej Kisljak noch vor Amtsantritt der Regierung. Damit könnte sich der frühere Generalleutnant strafbar gemacht haben.

Wenige Tage später warf auch der designierte Arbeitsminister Andrew Puzder hin. Er lief Gefahr, im Senat durchzufallen. Trump nominierte am Donnerstag den Juristen Alexander Acosta für den Posten.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Trump und die Medien

    Aus Tagesschau vom 17.2.2017

    Der US-Präsident hat an seiner Pressekonferenz einmal mehr die Medien kritisiert. Diese würden laut Trump zu wenig über seine Erfolge berichten.