Kinder leiden ganz besonders im Syrienkrieg

In Syrien sterben laut der Organisation «Save the Children» mehr Menschen wegen fehlender medizinischer Versorgung als durch die Kämpfe. Vor allem Kinder leiden massiv unter der Situation in dem Bürgerkriegsland.

Ein Junge und ein Mädchen stehen schockiert im Staub nach einem Bombenabwurf, das Mädchen mit weissem Kopftuch weint. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Kinder in Aleppo: eine medizinische Versorgung gibt es fast nicht mehr. Reuters

Kinderrechtsaktivisten beklagen eine verheerende medizinische Versorgung hilfsbedürftiger Kinder in Syrien. «Kinder sterben durch Gewalt, aber in noch grösserer Zahl an behandelbaren oder vermeidbaren Krankheiten», hiess es von der Organisation «Save the Children».

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Mehr als 140'000 Tote

Bei Kampfhandlungen wurden im syrischen Bürgerkrieg unbestätigten Angaben von Menschenrechtsaktivisten zufolge bereits mehr als 140'000 Menschen getötet. Die Revolte begann Mitte März 2011 mit friedlichen Protesten gegen die Regierung von Staatschef Baschar al-Assad, die gewaltsam niedergeschlagen wurden.

Seit dem Beginn des Konflikts vor drei Jahren seien 200'000 Menschen, darunter tausende Mädchen und Jungen, gestorben, weil ihre chronischen Krankheiten nicht behandelt worden seien, heisst es in einem neuen Bericht der Organisation. Das seien fast doppelt so viele Menschen wie in Kämpfen getötet worden seien.

K.o.-Schlag statt Narkosemittel

Wegen mangelnder Ausstattung in Kliniken müssten ihnen etwa ganze Gliedmassen amputiert werden. Auch würden Neugeborene sterben wegen Stromausfällen in Brutkästen, beklagt die Organisation. Wie es weiter hiess werden Patienten mangels Narkosemitteln für eine Operation bewusstlos geschlagen, andere erhalten potenziell hochgefährliche Mensch-zu-Mensch-Bluttransfusionen.

Tödliche Masern und Kinderlähmung

«Diese humanitäre Krise ist zu einer lebensbedrohlichen Gesundheitskrise geworden», so «Save the Children». Mädchen und Jungen lebten «unter unbeschreiblichen Umständen». Inzwischen sei es in Syrien «reine Glückssache, im Notfall und bei Lebensgefahr oft schier unmöglich», Ärzte zu finden. Auch Impfungen fänden kaum noch oder gar nicht mehr statt. Ein «alarmierendes Zeichen» dafür sei der Ausbruch von lebensbedrohlichen Krankheiten wie Masern oder Polio.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Syrien: Todesfahrt übers Mittelmeer

    Aus Rundschau vom 22.1.2014

    Der syrische Flüchtling Abdulkarim zahlt einem Schlepper 12000 Franken, um seine Frau und beide Töchter von Ägypten übers Mittelmeer nach Europa zu bringen. Für ihn und seinen Sohn reicht das Geld nicht mehr. Abdulkarims Familie wird auf hoher See ausgesetzt, doch sie überlebt den Horrortrip und erhält Asyl in Schweden. Nun wollen auch Vater und Sohn die „Todesfahrt“ wagen. Die Rundschau-Reportage.