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International König der russischen Mafia erschossen

Zwei Mordversuche hatte der russische Mafia-Boss Aslan Usoyan überlebt – letztlich haben ihn seine Gegner doch umgebracht. Ein Scharfschütze erschoss den 75jährigen nahe einem Restaurant im Zentrum Moskaus.

Bei dem Anschlag auf Opa Hassan, wie sein Clan ihn nannte, traf der Schütze auch eine 30jährige Frau. Ärzte kämpfen weiterhin um deren Leben. In den Medien kritisierten Experten, dass der Mafiapate sein Stammlokal skrupellos als Basis für Geschäfte habe nutzen können. Waffen und Koffer voller Geld auf den Tischen seien dort üblich gewesen.

Die Polizei fahndete unterdessen weiter nach dem Mörder und den Hintermännern. Der Schütze habe ein Präzisionsgewehr benutzt, wie es Spezialeinheiten der Regierung vor allem bei Anti-Terror-Einsätzen im Konfliktgebiet Nordkaukasus verwenden. Der Täter stamme daher möglicherweise aus dem Süden Russlands.

Der hochrangige Gangster mit dem Spitznamen «Grossvater Kasan» führte über zwei Jahrzehnte eines der mächtigsten Verbrechersyndikate der Region. Dieses ist in Drogen- und Waffenhandel sowie kriminelle Glücksspielaktivitäten verstrickt.

Gute Kontakte zu Machtorganen

Die Polizei führt den Mord auf Rivalitäten zwischen Usoyans Getreuen und einer verfeindeten Gang zurück, bei denen es gemäss russischen Medienberichten vor allem um lukrative Baugeschäfte im Vorfeld der Olympischen Winterspiele 2014 im russischen Sotschi gehen soll.

Moskau drohe ein Kampf um das Erbe von Opa Hassan – zum einen aus den eigenen Reihen, zum anderen seitens verfeindeter Clans, meint ein Experte in der «KP». Fast anerkennend schreiben die Reporter, wie Opa Hassan als «kriminelle Autorität», dank guter Kontakte zu den «Machtorganen», Geschäftsfreunde aus Ärger mit Steuerfahndern und anderen Problemen herausboxte.

Ussojan, der einst als Taschendieb anfing, in den 1960ern «gekrönt» wurde und viele Jahre hinter Gittern verbrachte, habe die Weichen für die Zukunft seines Imperiums gestellt, heisst es. Nachdem er zuletzt 2010 ein Attentat nur knapp überlebte, könnte nun sein Vertrauter Dmitri Tschanturi, genannt Miron, das Erbe antreten.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Fritz Frei, Buriram
    Wieso soll ein krimineller Staatspräsident nicht mit "offiziell" Kriminellen zusammenarbeiten? Die Werte Putins lassen sich an einer Hand abzählen: Ich, meine Macht, Unmengen von Geld für mich.
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    1. Antwort von Heinz Kipfer, Boll
      Schön, dass sie Herrn Putin so gut kennen. Ein bisschen differenzieren würde auch Ihnen nicht schaden...
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  • Kommentar von Heinz Kipfer, Boll
    "dank guter Kontakte zu den «Machtorganen»" - genau so ist es, das Geld aus Waffen-, Drogenhandel und Prostitution muss ja auch gewaschen werden. "Geldwäsche bildet in abstrakter Sicht die Schnittstelle zwischen Ober- und Unterschicht": Univ. Prof. Eva Kreisky in Wien über Mafia, Staat und Männlichkeit. In Europa und der Schweiz spielt sich das nach einem ähnlichen gleichen Muster ab, und keiner schaut hin!
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Sie haben zwar Recht, aber Sie sollten nicht vergessen, inwieweit die Machtorgane und die Presse auch hier miteinander verfilzt sind. Dass wir auch hier keine volle Pressefreiheit haben und sogar solche Antipoden wie der "Blick" und die "NZZ" bei gewissen Themen auffallend schweigen oder sogar aus den gleichen Kanonenrohren schiessen, habe ich schon vor etwa zwei Wochen geschrieben. Das Hauptproblem ist dies: Wer garantiert wirklichen Schutz, wenn jemand auch anonym darüber schreibt?
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    2. Antwort von Fritz Frei, Buriram
      Können Sie das bezüglich der Schweiz auich beweisen? Oder ist das nur blödes Gelaber?
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    3. Antwort von Kurt Hofer, Ittigen
      @ Frei: nur weil man ihr politisches Ideal angreift, ist es noch lange kein blödes Gelaber. Zügeln Sie ihre Zunge und Sie werden sich im Laufe der Zeit noch einige Unannehmlichkeiten ersparen. Und ja, ich erinnere mich an den Fall Hildebrand, da wollte auch keine Zeitung beide Seiten der Medaille beleuchten...
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    4. Antwort von H.P. Auer, RF-620100 Ekaterinburg
      @Juha Stump, Zürich:Betreffend Pressefreiheit koennte die CH von Russland noch Einiges lernen, denn diese ist in Russland um ein Vielfaches freier, als bspw. Tagi usw. Fraglich und gar sehr oft stoerend wirkt auf mich die Nichtveroeffentlichung von Quellangaben, was moeglicherweise auch auf ungewollte Konkurrenz zurueckzufuehren ist. Ansonsten koennen Sie in RU den Staatschef mit Schloetterlingen titulieren wie Ihr Herz begeehrt. Es wird in den Onlinekommentaren veroeffentlicht.
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