Konservative bleiben in Australien an der Macht

Weil das Ergebnis der Parlamentswahl so knapp ausfällt, dauerte die Auszählung ganze acht Tage. Nun steht fest: Die Partei von Malcom Turnbull gewinnt – aber nur mit hauchdünnem Vorsprung.

Malcolm Turnbull hebt die Hände in die Höhe Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ministerpräsident Malcolm Turnbull erklärte sein Lager zum Sieger. Keystone

Die konservative Regierungskoalition in Australien kann das Land trotz massiver Stimmenverluste weiter führen. Acht Tage nach der Parlamentswahl räumte der Oppositionsführer der linken Labor-Partei, Bill Shorten, seine Niederlage ein.

Er habe Regierungschef Malcolm Turnbull angerufen und ihm gratuliert, sagte Shorten in Melbourne vor Parteianhängern. «Es ist jetzt klar, dass Herr Turnbull die Regierung stellen wird», sagte er. «Für das Wohl unserer Nation hoffe ich, dass die Koalition ihre Sache gut macht.»

Turnbull angeschlagen

Allerdings ist Turnbull nun angeschlagen: Er hatte im Mai beide Parlamentskammern aufgelöst und Neuwahlen ausgerufen, um sich grösseren Rückhalt für seine Politik zu verschaffen. Tatsächlich gewann jetzt aber die oppositionelle Labor-Partei deutlich an Stimmen und die Popularität kleiner Parteien und unabhängiger Abgeordneter ist gestiegen.

Das Endergebnis steht allerdings immer noch nicht fest. Nach den Prognosen der Wahlkommission kann die Koalition mit 76 oder 77 Sitzen rechnen. 76 Mandate reichen für die Mehrheit im 150-Sitze-Parlament. Labor kommt wahrscheinlich auf 69 Sitze, der Rest geht an kleinere Parteien. Die Konservativen hatten im alten Parlament 90 Sitze, Labor 55.

Die Gewinner in den Wahlkreisen werden erst endgültig ausgerufen, wenn alle bereits vor dem Wahltag abgegebenen Stimmen gezählt sind. Das geht in Australien per Briefwahl oder in Wahllokalen, die für jene Wähler vorzeitig geöffnet sind, die am Abstimmungstag verhindert sind.