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Legende: Audio Schön weiss und trotzdem verschmutzt: Im Schnee wurde Mikroplastik nachgewiesen abspielen. Laufzeit 05:50 Minuten.
Aus SRF 4 News aktuell vom 15.08.2019.
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Konsum und Umwelt Plastikteilchen sind überall – auch im Schnee

Es gebe keine vom Menschen unbehelligten Gebiete mehr, stellt ein Forscher fest, Kunsttoffpartikel sind allerorts.

Wenn es schneit, schneit es auch Plastikteilchen. Dies hat eine Studie ergeben, die ein Forscherteam des deutschen Alfred-Wegener-Instituts (AWI) für Polar- und Meeresforschung und des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung in Davos durchgeführt hat. Selbst in entlegenen Gegenden wie der Arktis enthält Schnee inzwischen hohe Konzentrationen von Mikroplastik.

Grosser Anteil von Mikroplastik im Schnee

Auch in den Alpen wurde die Konzentration von Mikroplastik im Schnee untersucht – auch dort ist er vorhanden. «Uns hat nicht überrascht, dass wir Teilchen fanden. Uns hat überrascht, wie viele es waren», sagt Gunnar Gerdts vom AWI. Er ist Mitautor der Studie, die am Mittwoch in einem Wissenschaftsmagazin veröffentlicht wurde.

«Die Teilchen gelangen auf jeden Fall via Lufttransport in diese Gebiete», sagt Gerdts. Sie werden durch den Schneefall aus der Luft gewaschen. Genau untersucht sind die Mechanismen aber noch nicht.

Am meisten Teilchen an einer Landstrasse

Der Anteil an Schnipseln war in den Schneeproben aus der Arktis geringer als in den europäischen Proben. Allerdings sei er immer noch «substanziell», wie die Forscher sagen. Im Schnitt fanden sich 1760 Teilchen pro Liter Schmelzwasser in den arktischen Proben. Auf einer Eisscholle hatten sich 14’400 Teilchen pro Liter gesammelt.

Zum Vergleich: Die höchstbelastete Probe, die neben einer Landstrasse in Bayern genommen wurde, enthielt 154’000 Teilchen pro Liter. Die Grösse der Teilchen lag zwischen 11 und 474 Mikrometern (Millionstel Meter), wobei die besonders kleinen Winzlinge überwogen: 80 Prozent aller Teilchen waren kleiner als 25 Mikrometer.

Abrieb von Reifen und Schuhen

Bei den Partikeln handle es sich unter anderem um Lackteilchen, Nitrilkautschuk und Polyamide. Sie können aus Beschichtungen von Fahrzeugen oder Gebäuden stammen, aus Abrieb von Reifen oder auch Schuhsohlen sowie aus zahlreichen anderen verbreiteten Kunststoffen.

Wenn sie aufgewirbelt werden und in die Atmosphäre gelangen, werden sie mit Luftströmungen transportiert, berichten die Wissenschaftler. Schnee bindet die Partikel dann und nimmt sie mit auf die Erdoberfläche. «Uns zeigt das eigentlich nur, dass der gesamte Planet von menschlichen Aktivitäten beeinträchtigt ist.» Es gebe keine vom Menschen verschonte Gebiete mehr, sagt der Forscher.

Legende: Video Aus dem Archiv: Die EU bekämpft Plastik abspielen. Laufzeit 01:00 Minuten.
Aus Tagesschau vom 19.12.2018.
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12 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip  (W. Pip)
    Applaus! Lasst uns weiterhin auf die Heizungen privater Leute fokussieren, bürokratisieren, Werte für Gewinne beugen. Das hilft ganz bestimmt, dieses Killerproblem zu lösen............
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  • Kommentar von Marcel Tschanen  (mtschanen)
    Reifenabrieb erzeugt den grössten Teil der Mikroplastikteile. Dieser geht meistenorts ungefiltert ins Wasser über. Solange uns der automobile Individualverkehr so heilig ist, nützt auch das Verbot von Plastikröhrchen und Ähnlichem nicht viel gegen die Verschmutzung mit Mikroplastikteilen. Zusammen mit den Pestiziden im Wasser legen wir die Grundlage für unsere eigene Vergiftung. Diese wird über die Zeit die menschgemachten Verschmutzungsprobleme radikal aber nachhaltig lösen.
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  • Kommentar von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
    Eigentlich kein Kommentar wert. Die Westländer wollen ja den Kapitalismus, den Konsum, den ungebremsten Konsum. Alle kennen die Folgen, alle machen weiter und konsumieren. Also bleibt wohl nur auf den Kollaps zu warten. Ich würde ja gerne die Berichte der Archeologie in 2500 hören.
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