Korruptions-Barometer: Betroffene wehren sich

Weltweit hat mehr als jeder Vierte in den vergangenen Monaten Schmiergelder bezahlen müssen. Das Problem betrifft nicht nur Drittweltländer: Auch in der Schweiz bezeichnet sich fast jeder Zehnte als Opfer von Korruption. Das hat eine grossangelegte Untersuchung ergeben.

114'000 Personen in 107 Ländern hat die Organisation Transparency International für ihren globalen Korruptionsbarometer befragt. Sie stellt fest: Korruption verschlingt weltweit Jahr für Jahr völlig nutzlos mehrere Milliarden.

Nicht nur bei grossen Geschäften in der Rohstoffbranche, im Rüstungsgeschäft und im Bauwesen werden Schmiergelder bezahlt. Geschröpft werden auch Private – von der Polizei und der Justiz, aber auch von Schulen oder Spitälern.

Vitamin B bei Behördengängen zentral

Oft geht es dabei keineswegs bloss um kleine Beträge. Selbst in armen Ländern wie Kenia beträgt die durchschnittliche Höhe von Schmiergeldzahlungen 100 Dollar. In Griechenland zahlten Privathaushalte 2012 insgesamt 420 Millionen Euro.

Zwei von drei Befragten sagen, persönliche Beziehungen seien entscheidend, um von Behörden Leistungen zu erhalten. Auch das ist laut Transparency International eine Form der Korruption. Politische Parteien, die eigentlich Eckpfeiler der Demokratie sein sollten, gelten in vielen Ländern gar als treibende Kraft hinter der Korruption.

Widerstand in der Bevölkerung wächst

53 Prozent der Befragten sind der Ansicht, die Korruption nehme sogar noch zu. Die Untersuchung zeigt aber auch – und das ist die gute Nachricht: Immer weniger Menschen nehmen Korruption als normal hin. Die Empörung nimmt weltweit zu. Damit steigt der Druck auf Regierungen, endlich hart durchzugreifen.