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International Krawalle bei Grossdemonstration in Frankreich

In Paris gehen Zehntausende gegen geplante Arbeitsmarktreformen auf die Strasse. Dabei kam es zu Zusammenstössen und Verletzten. Doch trotz aller Proteste: Präsident Hollande beharrt weiter auf seinem Vorhaben im Kampf gegen die hohe Arbeitslosigkeit.

Legende: Video Zehntausende demonstrieren in Paris gegen Reformen abspielen. Laufzeit 0:56 Minuten.
Vom 14.06.2016.

In Frankreich haben die Gewerkschaften erneut gegen die umstrittene Arbeitsmarktreform mobil gemacht. In Paris machten Zehntausende Demonstranten ihrem Ärger über die geplanten Änderungen Luft, die es Arbeitgebern erleichtern, Mitarbeiter zu entlassen. Dabei kam es zu Ausschreitungen.

Steine und Tränengas

Hunderte vermummte Personen hätten Steine auf Polizisten geworfen, erklärte die Polizeipräfektur. Diese setzten Tränengas und Wasserwerfer ein. Bei den Ausschreitungen wurden mindestens 26 Personen verletzt. Mehrere Personen wurden festgenommen. Die Behörden riefen die Demonstranten dazu auf, sich von Randalierern fernzuhalten, um die Arbeit der Polizei zu erleichtern.

In den vergangenen Monaten kam es am Rande von Protesten gegen die Reform immer wieder zu Auseinandersetzungen. Deshalb verbannte die Polizei vorsorglich 130 potenzielle Gewalttäter aus dem Innenstadtbereich, wie ein Polizeipräfekt sagte.

Eiffelturm geschlossen

Wegen streikender Mitarbeiter blieb der Eiffelturm geschlossen. In Kraftwerken drosselten Mitarbeiter die Stromproduktion, im Grossraum Paris wurden Hochspannungsleitungen unterbrochen. Gleichzeitig streikten auch Angestellte der Staatsbahn SNCF, Proteste von Taxifahrern behinderten zudem den Verkehr im Westen der Stadt.

Laut der Gewerkschaft CGT wurden mehr als 600 Busse gemietet, um Menschen zur Grossdemonstration nach Paris zu bringen. Neben der Demonstration in der Hauptstadt sind rund 50 weitere Kundgebungen in anderen Städten geplant.

Demonstranten in Paris halten Transparent
Legende: Zehntausende Franzosen protestieren gegen Arbeitsmarktreformen Reuters

Kampf gegen hohe Arbeitslosigkeit

Die Gewerkschaften protestieren schon seit mehr als drei Monaten gegen die geplante Arbeitsmarktreform der französischen Regierung. Doch Präsident François Hollande beharrt auf den Reformen. Sie sehen vor, betriebsbedingte Kündigungen zu erleichtern und so die Hürde für Neueinstellungen zu senken, um die hohe Arbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen.

Bei den bislang grössten Demonstrationen gegen die Reformen hatten Ende März laut Behörden 390'000 Menschen teilgenommen. Die Gewerkschaften sprachen gar von über einer Million Teilnehmer.

8 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Räumelt (Wirtschaftskanzlei)
    Wieder ein Beweis mehr, das die Sozialisten keine Ahnung von Wirtschaft haben. Das einzige was die "roten Socken" können, ist das Geld derer/anderer auszugeben die es erarbeitet haben.Aber jedes Volk verdient die Regierung, die diese auch gewählt haben, also bitte nicht jammern."Vive la France"
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  • Kommentar von Kim Hansson (Freddy Tobler)
    Im Kapitalismus kann es JEDEM gut gehen, aber nicht ALLEN. Den Unterschied zwischen JEDER und ALLE intellektuell zu durchdringen gelingt nicht VIELEN. Die Grundvoraussetzung für eine starke Wirtschaft ist ein schwacher Angestellter, denn Konkurrenzfähigkeit geht in der Globalisierung über den Lohn. Das Volk wird zu rechtslosen Wanderarbeiter erzogen, den so kann der neoliberale Wachstumswahn weitergeführt werden....also los, nieder mit den Gewerkschaften(Kopfschütteln).
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  • Kommentar von Manuel Pestalozzi (M. Pestalozzi)
    Frankreich schwenkt energisch auf die Griechenlandroute ein - zumindest aus der Distanz betrachtet. Niedrige Produktivität und üppige Ansprüche auf Renten und Sozialleistungen, das kann doch nicht aufgehen und muss mit Krediten finanziert werden. Hoffen die Französinnen und Franzosen auf Kniffs und Tricks gerissener Ökonomen? Nachhaltig ist das sicher nicht. Der Sinkflug geht weiter.
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