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International Krawalle in Nordirland: Verletzte und Festnahmen

Nach erneuten Unruhen in der nordirischen Hauptstadt Belfast hat die Polizei einen 38jährigen Mann unter dem Verdacht des versuchten Mordes festgenommen. Die Polizei trieb Demonstranten mit Wasserwerfern auseinander.

Polizisten an Polizeiwagen
Legende: Grossaufgebot der Polizei. Der Aufmarsch starker Sicherheitskräfte lässt die Erinnerung an dunkle Zeiten in Nordirland wieder wach werden. Reuters

Insgesamt gab es den Angaben zufolge zwei Festnahmen. Nach Polizeiangaben gingen nach einer überwiegend friedlichen Kundgebung von über tausend Demonstranten mehr als hundert Unruhestifter mit Feuerwerkskörpern, Steinen und anderen Wurfgeschossen gegen Polizisten vor. Auch Schüsse seien gefallen.

Legende: Video Unruhen in Belfast abspielen. Laufzeit 0:26 Minuten.
Aus News-Clip vom 05.01.2013.

Hunderte Unruhestifter

Bei Unruhen in der Nacht zum Samstag wurden mindestens neun Polizisten verletzt. Es habe 18 Festnahmen gegeben, teilte die Polizei mit. Demnach ging sie mit Wasserwerfern gegen bis zu 300 Unruhestifter vor. Bereits in der Nacht zum Freitag hatte es in Belfast gewaltsame Ausschreitungen gegeben.

Jugendliche mit Fahnen auf einer Strasse
Legende: Strassenblockade in Belfast. In verschiedenen Teilen der Stadt rotten sich seit Tagen immer wieder jugendliche Unruhestifter zusammen. Reuters

Die Unruhen im zu Grossbritannien gehörenden Nordteil der irischen Insel richten sich gegen eine Entscheidung des Stadtrats von Belfast von Anfang Dezember, die britische Flagge nicht mehr jeden Tag über dem Rathaus wehen zu lassen. Dagegen wehren sich pro-britische Protestanten. In der Nacht zum Samstag zündeten sie unter anderem Benzinsprengsätze und Feuerwerkskörper.

In drei Jahrzehnten gewalttätiger Auseinandersetzungen zwischen London-treuen Protestanten und nach einem vereinten Irland strebenden Katholiken in Nordirland wurden rund 3500 Menschen getötet. Mit dem Friedensabkommen vom Karfreitag des Jahres 1998, das die Machtteilung zwischen Protestanten und Katholiken vorsieht, wurde der Konflikt weitgehend beendet.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Diese Wut kommt vor allem wegen der Furcht, in einem wiedervereinigten Irland die gleiche Diskriminierung zu erleben wie zuvor die Katholiken jahrzehntelang in Nordirland. Schon heute stellen die Protestanten keine zwei Drittel mehr, sondern nur noch eine knappe Mehrheit, und in einem Gesamt-Irland würden sie völlig untergehen. Allerdings ist es der protestantischen Minderheit in der Republik Irland nie wirklich schlecht gegangen, einer von ihnen (E. Childers) war sogar Präsident.
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