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Aktuelles zum Ukraine-Krieg
Aus Tagesschau vom 14.08.2022.
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Krieg in der Ukraine Die Lage in der Ukraine – die Übersicht

Militärische Situation

In der Ukraine bleibt die Lage um das umkämpfte Atomkraftwerk Saporischja weiterhin gefährlich. Russland lehnte den von 42 Ländern und der EU am Sonntag geforderten sofortigen Abzug seiner Truppen von dem seit Tagen umkämpften AKW ab. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat Russland erneut mit Nachdruck zum Rückzug seiner Soldaten aus dem Atomkraftwerk in Saporischja aufgefordert. Er warnte einmal mehr auch vor den Folgen einer möglichen nuklearen Katastrophe.

Die russischen Besatzer schlagen eine Feuerpause in dem umkämpften Gebiet vor, meldet die staatliche russische Nachrichtenagentur «Ria Nowosti». Am Montag sind erneut Artilleriegeschosse beim Kernkraftwerk eingeschlagen.

AKW Saporischja
Legende: Russland benutze das AKW Saporischja im Süden der Ukraine, um die Menschen in Angst zu versetzen sowie die ukrainische Führung und die ganze Welt zu erpressen, sagte Präsident Wolodimir Selenski. Archiv Reuters/Alexander Ermochenko

Bei Artillerieangriffen des russischen Militärs in der Region Donezk wurden mindestens drei Zivilisten getötet und 20 weitere verwundet, wie ukrainische Behörden mitteilten. Durch den Beschuss wurden Dutzende von Wohngebäuden und zivile Infrastrukturen beschädigt. In der zweitgrössten Stadt des Landes, Charkiw, wurden durch russischen Beschuss sieben Zivilisten verwundet.

Im Süden der Ukraine ist die Autobrücke des Staudamms Nowa Kachowka im Gebiet Cherson nach ukrainischen Angaben infolge mehrerer Angriffe nicht mehr zu befahren. Die Verwaltung der russischen Besatzer bestätigte den Beschuss. Zugleich warnte sie vor Schäden an der Staumauer, was zu einer Katastrophe führen könne.

Betreiber haben nach eigenen Angaben die Leistung des angeschlossenen Wasserkraftwerks auf Notbetrieb heruntergefahren. «Wir arbeiten in einem sehr gefährlichen Modus», sagte der Vizechef des Kraftwerks, Arseni Selenski, der russischen staatlichen Nachrichtenagentur «Tass» zufolge am Wochenende.

Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte in seinem Lagebericht den Raketen- und Artilleriebeschuss unter anderem in den Gebieten Charkiw und Cherson. Der Schwerpunkt lag demnach weiter im Gebiet Donezk, das im Zuge des russischen Angriffskriegs als nächstes Ziel Moskaus komplett der ukrainischen Kontrolle entrissen werden soll.

Panzer feuert
Legende: Ukrainische Soldaten schiessen mit einem Panzer auf russische Truppen in einer Stellung in der Region Donezk (14.8.22). Reuters / Stringer

Einschätzungen aus Grossbritannien

Das russische Militär will nach britischer Einschätzung seine Truppen im Süden der Ukraine verstärken. Dazu habe es sich in der vergangenen Woche wohl auf eine Umgruppierung von Einheiten fokussiert.

Zudem seien Russlands Pläne für ein Referendum in der ukrainischen Region Donezk über den Anschluss an die Russische Föderation wohl weit fortgeschritten. Ob in Moskau bereits abschliessend entschieden ist, eine solche Volksbefragung abzuhalten, sei aber noch nicht klar, hiess es am Montag in dem täglichen Geheimdienst-Update des britischen Verteidigungsministeriums zum Ukraine-Krieg.

Nahrungsmittel-Transporte werden fortgesetzt

Der erste Getreidefrachter im Auftrag der Vereinten Nationen ist am Sonntag aus dem südukrainischen Hafen Piwdennyj mit Weizen für Afrika ausgelaufen. Zudem haben letzte Woche zwei weitere Schiffe Richtung Türkei ukrainische Häfen am Schwarzen Meer verlassen.

zwei Frauen und ein Mann vor einem Schiff.
Legende: Denise Brown von der UNO (Mitte), Marianne Ward vom Welternährungsprogramm der UNO (WFP) und der ukrainische Infrastrukturminister Oleksandr Kubrakov halten eine Pressekonferenz vor dem Frachter Brave Commander. (Piwdennyj, 14.08.2022) Reuters/Valentyn Ogirenko

Die UNO und die Türkei hatten Ende Juli Vereinbarungen vermittelt, dass die Ukraine trotz des russischen Angriffskrieges wieder Getreide über ihre Schwarzmeerhäfen ausführen darf. Seit Anfang August haben mehr als ein Dutzend Frachter ukrainisches Getreide abtransportiert.

Kriegsopfer

Armeeangehörige: Ein genaues Bild über Todesopfer – sowohl auf russischer wie auf ukrainischer Seite – gibt es nicht. Die Angaben und Schätzungen gehen weit auseinander. Die Ukraine geht davon aus, dass 43'750 russische Armeeangehörige ihr Leben verloren haben (Stand 15. August). Westliche Experten zweifeln diese Zahl an.

Nach Schätzungen des US-Verteidigungsministeriums sind auf russischer Seite 70'000 bis 80'000 Menschen getötet oder verletzt worden. Die russische Armee habe ausserordentliche Verluste gemacht, weil das ukrainische Militär gut funktioniere und viel Unterstützung bekommen habe, sagte der Pentagon-Spitzenbeamte Colin Kahl.

Glückskette ruft zu Spenden für die Ukraine auf

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Glückskette ruft zu Spenden für die Ukraine auf

Angesichts der humanitären Krise in der Ukraine sammelt die Glückskette Spenden für die betroffene ukrainische Bevölkerung. Millionen Menschen – vor allem Kinder, Frauen und ältere Menschen – sind bereits geflohen und suchen Zuflucht in den Nachbarländern oder in Gebieten im Landesinnern, die von Kämpfen verschont geblieben sind. Die Glückskette unterstützt geflüchtete Menschen über ihre Partnerorganisationen innerhalb der Ukraine, den Nachbarländern Polen, Rumänien, Moldawien und Ungarn sowie in der Schweiz.

Spenden können unter www.glueckskette.ch oder auf das Postkonto 10-15000-6, Vermerk «Krise in der Ukraine», getätigt werden.

Zivile Opfer: Gemäss ukrainischen Polizeiangaben sind bisher über 12'000 Zivilistinnen und Zivilisten umgekommen. Laut dem UNO-Hochkommissariat für Menschenrechte haben Beobachter bisher 5237 getötete und 7035 verletzte Zivilisten durch den Angriff der Russischen Föderation auf die Ukraine gezählt (Stand 25. Juli). Man gehe jedoch davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen erheblich höher seien.

Flüchtende: Mehr als 10.6 Millionen Menschen haben seit dem russischen Angriff auf die Ukraine das Land verlassen. Das teilt das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) mit. Auch innerhalb der Ukraine befinden sich mehrere Millionen Menschen auf der Flucht.

In der Schweiz haben bis Montag 62'414 Geflüchtete aus der Ukraine den Schutzstatus S beantragt, wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) auf Twitter bekannt gab.

Wieso zeigt SRF Kriegsbilder?

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In den Publizistischen Leitlinien von SRF steht zum Thema Kriegsberichterstattung: «Es ist nicht unsere Aufgabe, ein geschöntes Bild der Realität zu liefern. Ereignisse, die schockierend sind, dürfen auch schockieren. Eine schonungslose Darstellung ist oft nötig, um einem Sachverhalt gerecht zu werden.»

Beim Krieg in der Ukraine kommt hinzu, dass die kriegführende Partei Russland behauptet, dass es gar keinen Krieg gebe und dass Zivilpersonen verschont würden. Hier stehen wir zusätzlich in der Pflicht, dieser Lüge mit klaren Aussagen und eindeutigen Bildern zu widersprechen.

Tagesschau, 10.08.2022, 12:45 Uhr;

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