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Kiew gibt Verteidigung von Mariupol auf
Aus 10 vor 10 vom 20.05.2022.
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Krieg in der Ukraine Die Lage in der Ukraine – die Übersicht

Militärische Aktionen

Die russischen Streitkräfte konzentrieren nach eigenen Angaben ihre Luftangriffe auf das frontnahe Hinterland der Ukraine. Laut dem russischen Verteidigungsministerium wurden mehrere Ortschaften in den Gebieten Donezk und Charkiw attackiert.

Selenski machte Russland auch für einen Raketenangriff auf ein Kulturzentrum im Osten des Landes mit acht Verletzten verantwortlich. Bei dem Beschuss in der Stadt Losowa im Gebiet Charkiw sei auch ein elf Jahre altes Kind verletzt worden, schrieb das Staatsoberhaupt zwischen Freitag und Samstag im Nachrichtenkanal Telegram

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski will das wegen der russischen Invasion verhängte Kriegsrecht und die angeordnete Mobilmachung um drei Monate verlängern lassen. Die entsprechenden Gesetzentwürfe wurden veröffentlicht. Somit gilt der Kriegszustand bis zum 23. August.

Soldaten aus Asowstal-Werk ergeben sich offenbar

Nach Wochen heftiger Kämpfe hat Russlands Armee eigenen Angaben zufolge das Stahlwerk Asowstal in der ukrainischen Hafenstadt Mariupol komplett unter ihre Kontrolle gebracht. Alle feindlichen Kämpfer hätten sich ergeben, teilte das Verteidigungsministerium in der Nacht zum Samstag in Moskau mit.

Ein Bus mit Angehörigen der ukrainischen Streitkräfte, die sich im Stahlwerk Asowstal ergeben haben, fährt davon.
Legende: Ein Bus mit Angehörigen der ukrainischen Streitkräfte, die sich im belagerten Stahlwerk Asowstal ergeben haben, fährt unter Eskorte des prorussischen Militärs davon. (Mariupol, 20. Mai 2022) Reuters

Die weitläufige Industrieanlage am Asowschen Meer war der letzte Ort in der strategisch wichtigen Hafenstadt im Südosten der Ukraine, der noch nicht vollkommen unter russischer Kontrolle gestanden hatte. Die ukrainische Seite äusserte sich zunächst nicht zur angeblichen Einnahme des Werks.

Nach Angaben aus Moskau kamen seit dem 16. Mai insgesamt 2439 ukrainische Soldaten, die sich in den Bunkeranlagen aus Sowjetzeiten verschanzt hatten, in russische Gefangenschaft. Am Freitag sei die letzte Gruppe von 531 Kämpfern gefangen genommen worden, hiess es. Das Stahlwerk war seit dem 21. April von russischen Truppen belagert worden.

Soldaten vor einem Bus.
Legende: Prorussische Truppen bewachen einen Bus mit ukrainischen Soldaten, die das Stahlwerk bei Mariupol verlassen haben (20. Mai). Reuters

Diplomatie

Die wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine geschlossene US-Botschaft in der ukrainischen Hauptstadt Kiew nimmt ihren Betrieb wieder auf. Zur neuen Botschafterin für die Ukraine hat der US-Senat die Karrierediplomatin Bridget Brink bestätigt. Und auch die Schweiz öffnet ihre Botschaft in Kiew wieder. Ukraine-Botschafter Claude Wild wird zusammen mit einer ersten Gruppe von Mitarbeitenden den Betrieb wieder aufnehmen und sich in erster Linie um humanitäre Aufgaben kümmern, wie das EDA schreibt.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat am Donnerstag im türkischen Staatssender TRT erneut den Willen seines Landes bekundet, den schnellen Nato-Beitritt Finnlands und Schwedens mit seinem Veto zu blockieren. Ankara wirft Finnland und Schweden vor, mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und der syrischen Kurdenmiliz YPG zu kooperieren.

Finnland und Schweden haben Nato-Beitrittsanträge eingereicht

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Die Anträge für einen Beitritt zur Natosind am Mittwoch beim Sitz des westlichen Militärbündnisses in Brüssel eingereicht worden. Damit wird der Beitrittsprozess in Gang gesetzt, der voraussichtlich nur wenige Wochen dauern wird. Die Ratifizierung durch alle 30 Parlamente der Bündnispartner könnte Diplomaten zufolge bis zu einem Jahr in Anspruch nehmen.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg zeigte sich am Donnerstag trotz des Vetos der Türkei von einer raschen Aufnahme Schwedens und Finnlands in das Militärbündnis überzeugt. «Ich bin zuversichtlich, dass wir zu einer schnellen Entscheidung kommen, Finnland und Schweden in der Nato-Familie willkommen zu heissen», sagte er bei einer gemeinsamen Medienkonferenz mit Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen in Kopenhagen.

Russland wies am Mittwoch Diplomaten aus Italien, Frankreich und Spanien aus. Betroffen davon seien 24 italienische, 34 französische und 27 spanische Diplomaten, wie aus Angaben des russischen Aussenministeriums hervorgeht. Dies seien Vergeltungsmassnahmen für Ausweisungen russischer Diplomaten durch zahlreiche europäische Staaten.

Hilfen für die Ukraine

Die sieben führenden Industrienationen wollen die Ukraine mit zusätzlichen, kurzfristigen Budgethilfen in Höhe von 9.5 Milliarden Dollar unterstützen. Darauf verständigten sich die Finanzminister der G7-Staaten.

Gut eine Woche nach dem US-Repräsentantenhaus verabschiedete am Donnerstag auch die andere Kongresskammer, der Senat, mit grosser Mehrheit das Hilfspaket für die Ukraine mit einem Volumen von fast 40 Milliarden Dollar. Sechs Milliarden Dollar sind für direkte militärische Hilfe für die Ukraine vorgesehen. US-Präsident Joe Biden muss das Gesetzespaket noch unterzeichnen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat derweil vorgeschlagen, künftige Wiederaufbauhilfen für die Ukraine angesichts des EU-Beitrittswunsches des Landes an Reformen zu koppeln. «Wir werden sowieso den Wiederaufbau der Ukraine mitfinanzieren müssen», sagte von der Leyen am Donnerstag im ZDF. Zudem prüfe die EU Möglichkeiten, eingefrorene Vermögen russischer Oligarchen zur Finanzierung des Wiederaufbaus der Ukraine nach dem Krieg zu verwenden.

Kriegsopfer

Getötete Armee-Angehörige: Laut dem ukrainischen Verteidigungsministerium wurden bisher rund 27'400 russische Soldaten getötet (Stand 15. Mai). Russland sprach zuvor von deutlich tieferen Zahlen: Die Rede ist lediglich von mehr als 1000 gefallenen Soldaten. Dagegen seien auf ukrainischer Seite bislang 23'000 Kämpfer getötet worden. Die Zahlen lassen sich nicht überprüfen.

Zivile Opfer: Laut dem UNO-Hochkommissariat für Menschenrechte haben Beobachter bislang 3811 getötete Zivilisten verifiziert (Stand 18. Mai). 255 Kinder seien getötet worden. Die Experten gehen aber von viel höheren Zahlen aus. Die Ukraine selber zählte bis am 25. April mindestens 3818 getötete und über 4000 verletzte Zivilisten, die Statistik sei jedoch unvollständig, teilte die ukrainische Generalstaatsanwältin Irina Wenediktowa der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine mit.

Glückskette ruft zu Spenden für die Ukraine auf

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Glückskette ruft zu Spenden für die Ukraine auf

Angesichts der humanitären Krise in der Ukraine hat die Schweizer Spendensammelorganisation Glückskette zur Solidarität mit der betroffenen Bevölkerung aufgerufen.

Die Menschen flüchteten in die Nachbarländer. Deshalb werde sich die Glückskette auf die Aufnahme von Flüchtlingen in diesen Staaten, insbesondere Polen, konzentrieren. Je nach Entwicklung der Situation werde die Glückskette ihre Unterstützung auf Hilfsprojekte direkt innerhalb der Ukraine ausweiten, sofern die Sicherheitslage dies zulasse.

Spenden können unter www.glueckskette.ch oder auf das Postkonto 10-15000-6, Vermerk «Krise in der Ukraine», getätigt werden.

Flüchtende: Das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR rechnet in diesem Jahr mit 8.3 Millionen Menschen, die aus der Ukraine fliehen. Bisher haben rund 6.3 Millionen Flüchtlinge die Grenzen zu Nachbarländern überquert. Etwa 8 Millionen Menschen sind im Land selber auf der Flucht.

In der Schweiz haben die Bundesbehörden bis am Freitag 50’553 Geflüchtete aus der Ukraine registriert. Den Schutzstatus S haben 49'714 ukrainische Flüchtlinge erhalten.

Wieso zeigt SRF Kriegsbilder?

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In den Publizistischen Leitlinien von SRF steht zum Thema Kriegsberichterstattung: «Es ist nicht unsere Aufgabe, ein geschöntes Bild der Realität zu liefern. Ereignisse, die schockierend sind, dürfen auch schockieren. Eine schonungslose Darstellung ist oft nötig, um einem Sachverhalt gerecht zu werden.»

Beim Krieg in der Ukraine kommt hinzu, dass die kriegführende Partei Russland behauptet, dass es gar keinen Krieg gebe und dass Zivilpersonen verschont würden. Hier stehen wir zusätzlich in der Pflicht, dieser Lüge mit klaren Aussagen und eindeutigen Bildern zu widersprechen.

Tagesschau, 19.5.2022, 19:30 Uhr;

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