Krim bezieht erstmals Strom aus Russland

Die massiv von einem Stromausfall betroffene Halbinsel bezieht nun erstmals Energie vom russischen Festland. Moskau hat eine neue Leitung auf dem Grund des Schwarzen Meers zur Krim verlegt.

Putin mit Energieminister und weiteren Männern. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Versammelt für den Präsidenten: Putin sprach bei der Inbetriebnahme der neuen Leitung von einem «grandiosen Projekt». Reuters

Moskau hat unter dem Schwarzen Meer eine Energieleitung von der russischen Halbinsel Taman zur Halbinsel Krim verlegen lassen. Der russische Präsident Wladimir Putin weihte die Energieverbindung ein.

Laut Energieminister Alexander Nowak soll die Leistung der neuen Verbindung stufenweise auf 200 Megawatt erhöht werden.

Die von Russland annektierte Halbinsel war seit etwa zehn Tagen ohne Strom vom ukrainischen Festland, nachdem Aktivisten dort Strommasten gesprengt hatten.

Die Versorgung läuft seitdem weitgehend schleppend über Dieselgeneratoren und Gasturbinen. Betroffen waren rund 1,6 Millionen Einwohner.

Kein Strom auf der Krim (22.11.2015)

0:22 min, vom 22.11.2015

Eigenständig seit 2018

Ein zweiter Strang soll etwa am 20. Dezember angeschlossen werden und weitere 200 Megawatt liefern.

Laut dem Energieminister will Russland im Mai 2016 ein weiteres Kabel zur Halbinsel verlegen, um die Krim später völlig unabhängig zu machen von ukrainischen Stromlieferungen.

«Die Eigenständigkeit soll bis März 2018 gewährleistet sein», sagte Nowak. Putin kündigte auch Gaslieferungen aus Russland für die Krim an.

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